
Splitternackt im Schnee!
Ich dachte, es wäre 'ne tolle Idee,
zu tanzen - splitternackt im Schnee.
Die Sonne schien, ich war beschwingt,
bis mir der Wind die Wahrheit bringt.
Die Gänse schauten irritiert,
der Nachbar - der hat applaudiert.
Ein Hase sprang, ein Fuchs schaute stumm,
mein Hintern fror, mir wurde ganz dumm.
Der Schnee, so weiß, so kalt, so fein,
kroch langsam in die Knochen rein.
Erst dacht' ich noch: Wie wunderschön!
Dann konnte ich meine Zehen nicht mehr spüren und seh'n.
Mit letzter Würde, halb erfroren,
fühlte ich mich dennoch wie neu geboren.
Und schwor mir leise: Nie mehr geh',
ich splitternackt hinaus in den Schnee.
Zum Aufwärmen gab's Tee mit Rum,
man legte mir eine Kuscheldecke um.
Kaminfeuer wärmte Leib und Herz,
schnell wurde mir warm, das ist kein Scherz.
© Irmgard Behrend
Bild: KI-generiert von biuki
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Der Winter früher
In meiner Kindheit, da gab es noch richtige Winter,
mit viel Schnee zur Freude der Kinder.
Die Dorfstraße war unsere Rodelbahn
und jeder zeigte, wie er Schlitten fahren kann.
Es wurde gerodelt, getobt und gelacht
und so manche Schneeballschlacht gemacht.
Wir bauten ein Iglu und eine Schneeburg sodann
und jeder hatte im Hof seinen eigenen Schneemann.
Karottennase und Kohleaugen waren in seinem Kopf
und als Hut zierte ihn Mutters alter Kochtopf.
Die Jungen versuchten die Mädchen zu erhaschen,
sie wollten ihnen mit Schnee die Gesichter waschen.
Wir Mädchen ließen uns das gern gefallen, na klar,
besonders dann, wenn es der Richtige war.
Für die Kinder heute ist der Winter nur ein zu kurzes Vergnügen,
denn der Schnee bleibt selten länger als drei Tage liegen.
© Thea Küch
Bild: Zeitung HNA
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Im Winter
Es knistert im Kamin und ich sitz schläfrig in mei'm Sessel
und lese einen Schinken grad von Edgar Allen Poe,
die Suppe dampft mit Blick ins Weiß in meinem Eisenkessel
und macht die trägen Glieder bald vermutlich wieder froh.
Ein Schneemann steht am Tannenbaum in Nachbars kleinem Garten
und schaut zu mir herüber mit dem Augenpaar aus Ruß,
es scheint als würd er sehnlichst auf die nächsten Flocken warten,
ich schick ihm schon im Vorhinein manch warmen Abschiedsgruß.
Ich höre durch die Fensterbank die Kinder lauthals spielen,
sie reiben sich wohl munter ein mit Himmels Winterpracht,
dabei nehm ich ein Schluck vom Tee und lass die Augen zielen,
noch immer auf die Zeilen Poes, die er gekonnt erdacht.
Im Kleid der kalten Jahreszeit wird es bereits still dunkel,
ich schlürfe meine Suppe, die seit langem heiß gekocht,
am nun ganz klaren Firmament seh ich das Sterngefunkel,
und lösche meinen glimmenden, schon schwarzen Kerzendocht.
© Fabio Berman
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Sein Buch „Die schimmernden Welten des Travis Berman“: https://t1p.de/f28ow
und sein neues Buch „Das Pulsieren der Phantasie“: https://t1p.de/uya3b

Der Schnee kommt immer erst danach!
Advent ist da, kein Flockenchor,
nur Regen tropft auf Kopf und Ohr.
Wochenlang nur grauer Dreck,
Matsch an Schuhen, Laune weg.
Alle warten wochenlang,
der Wetterbericht macht uns bang.
Morgen schneit‘s! Das will man glauben.
Doch wieder nur Nebel vor den Augen.
Doch kaum ist Weihnachten vorbei,
kommt oft der Schnee mit Wucht herbei.
Zack - er fällt mit voller Pracht ...
Schnee kommt meistens erst danach.
Wenn keiner ihn mehr brauchen kann,
dann kommen die großen Flocken an.
Danke Winter - echt charmant -
Timing leider nicht erkannt.
© Irmgard Behrend
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Schneemann
„Immerhin'“ denkt sich der Schneemann in dem großen Garten,
denn er ist umfasst von einem silbergrauen Dunst,
er ist auf den Flockennachschub schon recht lang am Warten,
weiche Zeiten überstehen, ist des Lebens Kunst.
Plötzlich wird der Himmel klar, der Schneemann ist am Zittern,
denn die Sonne scheint hinab auf sein sensibles Haupt,
gern würd er mit seiner Rübe Schneekristalle wittern,
doch er wird allmählich seiner weißen Pracht beraubt.
Leise tropft es vom Gesicht auf sein Geschenk aus Kohle,
das er skeptisch annahm, weil es ihm von Wärme geigt.
Es entschmilzt ein Stück von seiner kugelrunden Sohle,
einsam steht er in dem Licht. Er wartet, hofft und schweigt.
Schicksal flüstert ihm vom Tod und seine Glieder wandeln
langsam sich zur Pfütze und die Krähen haben Brand,
wie kann man den armen Mann so bitterbös verschandeln?
Früher wurde man noch alt in diesem lieben Land.
© Fabio Berman
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Juhu, der erste Schnee!
Juhu, juhu, es schneit, es schneit,
wie schön ist doch die Winterzeit.
Kaum kann man noch die Wege seh‘n,
die Welt, sie glitzert, wie wunderschön.
Die Kinder jauchzen, laufen raus
und bauen gleich ein Schneemannhaus.
Und in der Luft, so kalt und rein,
tanzt leis der Wintersonnenschein.
Doch ach, herrje, nach Woche drei
ist‘s mit der Freude schnell vorbei.
Der Schnee liegt hoch, die Wege dicht,
man sieht fast die Haustür nicht.
Wenn es so weiter schneit wie bisher,
dann sieht man bald die Welt nicht mehr.
Die Häuser stecken tief im Schnee,
die Straßen verschwunden - herrjemine!
Die Zäune tragen weiße Hüte,
die Autos - ach du meine Güte,
sie stecken fest im weißen Schnee,
der Briefträger schnauft: Oh weh, oh weh.
Die Bäume biegen sich von der Last,
es knackt sogar so mancher Ast.
Die Post, die bringt man mit dem Schlitten,
selbst der Schneemann droht zu ersticken.
Die Nachbarn rufen, schaufeln, keuchen,
versuchen Wege zu beleuchten.
Selbst Omas Garten, alles weiß,
nichts mehr zu seh‘n als Schnee und Eis.
Die Dächer ächzen von der Last,
kein Wunder, wenn da bald was kracht.
Die Welt, sie wirkt ganz surreal,
nur Kälte und Schnee überall.
So sitzen alle warm daheim
und warten, bis es aufhört zu schnei‘n.
Wir reden über unser Winterglück,
das die Natur uns hat geschickt.
© Irmgard Behrend
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Der Schneemann
Wenn den Frühling wir erwarten,
steht er stolz noch im Garten,
fegt hinfort mit dem Besen,
alles, was nicht gut gewesen.
Er macht sauber, was schmutzig,
sieht aus äußerst putzig.
Aus Millionen von Flocken
wurd ein mächtiger Brocken.
Mit dem beuligen Hut
macht er Zweifelnden Mut,
auch in frostigen Zeiten
Lieb und Wärme zu verbreiten.
Schon bald wird er tauen.
Seine Nas' kannst du kauen,
Drum dank ihm. Na klar!
Bis zum nächsten Jahr!
© Barbara Merten
Bilder: Pixabay
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Januarkälte
Knirschen, klirren, frostig, kalt,
hör' der Knochen Knisterlaut.
Der Januar, er geht ja bald.
Eiseskälte wird nicht erlaubt.
Dank cooler Temperaturen
steh'n heut' sogar die Uhren.
Eisigkeit kennt das Erstarren.
Festgefahren ist der Karren.
Ein kaltes Herz spürt keinen Schmerz.
Kälte schnürt ein, das Nebelgrab.
Doch Kälte nimmt mit Nähe ab!
© Olaf Lüken
Bild: Pexels
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Wetterkapriolen und nichts im Haus!
Draußen ist es eisig kalt,
Glatteis liegt auf dem Asphalt,
die Flocken fallen, kalt und weiß.
Ich geh aufs Klo und mir wird heiß.
Ja, ich raste förmlich aus,
kein Klopapier im ganzen Haus.
Im Vorratsschrank, auch alles leer,
wo kriege ich nun Lebensmittel her?
Ich wühle und suche überall,
nicht vorbereitet für den Ernstfall.
Kein Wasser kommt heut aus dem Rohr,
alles zugefroren, ich stehe verwirrt davor.
Die Räumfahrzeuge kommen nicht hinterher,
die Straßen vereist und fast leer.
Ganz dick wird Streusalz ausgestreut.
Man warnt: Bleibt am besten zu Hause heut.
Der Kühlschrank gähnend leer, nichts drin,
kochen ohne Wasser gibt keinen Sinn.
Der Schnee, der knirscht, das Herzchen klopft.
Die Rohrleitungen sind wie verstopft.
Na, das kann ja heiter werden,
doch wird es mir nicht den Tag verderben.
Ich gehe erst mal nicht aus dem Haus
und sitze dieses Chaos aus.
© Irmgard Behrend
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Januar
Das Jahr ist neu. Nur ich bin alt.
Der Januar bleibt, wie üblich, kalt.
Ich bitte dich um Sonnenschein.
Du musst nicht gleich der Frühling sein.
Des Winters Kälte mag ich nicht.
Erkläre gerne meinen Verzicht.
Bist halt die kalte Jahreszeit,
brauchst keinen Beweis im Wärmestreit.
Der Januar macht Jahre neu.
Ich hoffe mit Geduld, ohn' Scheu!
Da ich von Schwester Sonne* lerne,
ist auch der Frühling nicht mehr ferne.
© Olaf Lüken
*In seinem Sonnengesang nannte
der heilige Franz von Assisi die
Sonne seine Schwester
Bild: Pixabay
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Winter
Der Mond lässt die weißen Kristalle erfunkeln,
mit denen der Winter die Dächer verziert,
der Wolkendunst zieht und lässt wieder verdunkeln,
was unten am Boden vereist und gefriert.
Die Blätter sind lang schon von Ästen gefallen
als letztes Gericht für den Magen vom Wurm,
eh er sich vergrub in den finsteren Hallen
der Erde als Schutz vor dem Frost und dem Sturm.
Die Wiesen sind wieder ein Stück weit gestorben
und warten geheimnisvoll auf die Geburt,
der Bär hat sich Höhlen zum Schlafen erworben,
eh Frühling erwacht und es bunt wird und surrt.
Doch noch sind die Felder ummanteln von Schichten
aus winzigen Tropfen von klirrendem Eis,
man sitzt am Kamin und liest Schauergeschichten
und sinnt seinem Leben entschleunigt und leis.
© Fabio Berman
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Ich mache einen Winterschlaf!
Ich verkrieche mich jetzt gleich im Bett,
denn da ist es warm und nett.
Zwischen Kissen und Kuscheltier
schnurrt mein Kater, der ist längst hier.
Ich rolle mich ein und finde es toll,
schlafen ist doch wundervoll.
Ich murmle müde: „Ich schlafe bis Mai,
weckt mich nicht auf, bis der Winter vorbei.“
Und als ich grad ins Traumland gleite,
klopft‘s an der Tür, oh nein, ich streike.
Ich fauche wie ein verärgerter Bär:
„Wer kommt denn da jetzt noch daher?“
Ich knurre: „Lasst mich doch in Ruh!“
und mache schnell wieder die Augen zu.
Ich fühle mich wie ein Murmeltier
und schnarche bis zum Nachmittag um vier.
Dann scheppert der Wecker mit frostigem Klang,
den werfe ich hinaus, er klingelt noch lang.
Einen Winterschlaf halten, das ist schwer,
dauernd kommt irgendwer daher ...
Ich staple Decken wie Gipfel aus Schnee
und verkrieche mich darin, welch tolle Idee.
Der Winterschlaf kann endlich beginnen
hier in meinem Bettchen drinnen.
© Irmgard Behrend
Bild: Pexels
Illustration: Pixabay
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