
In der Pyramide
Der Sandstaub der Wüste wird leise im Mondschein
vom Wind hin zu den Pyramiden gebracht,
ein Räuber sieht aus der Entfernung die Skyline
von Kairo in kühlender, funkelnder Nacht.
Nach all diesen Infos, wo Schätze verschwinden,
kam er ganz verwegen einst auf die Idee,
er will in den Kammern von Cheops was finden,
die innere Stimme sagt: „Suche, los geh!“
Die Wolken vertreiben jetzt typische Nächte,
kein Stern sendet mehr einen leuchtenden Strahl
so tritt er hinein in die uralten Schächte
bewaffnet mit Schaufeln aus Eisen und Stahl.
Er hört plötzlich Stimmen aus lichtlosen Zimmern
es knackt und es zischt und ein kühler Hauch weht
in seine Visage und schmerzliches Wimmern
ertönt von dem Geist, der jetzt vor dem Mann steht.
Der Räuber erschrickt und sein Herz spielt in Takten,
die es vorher niemals im Leben gespielt,
der Spuk macht aus Märchen gespenstische Fakten
und hat bei dem Räuber manch Wirkung erzielt.
Mit zitternden Händen sucht er nach dem Ausgang
doch findet nur Wände im pechschwarzen Raum,
es schließt sich für ihn schweißgebadet der Vorhang,
er ist dort gefangen, so endet sein Traum.
© Fabio Berman
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Der Magiermann
Ein Männchen mit dem Zauberhut,
er zündet nachts die Sterne an,
entfacht am Himmel warme Glut,
in der es sich bewegen kann.
Im All läuft dann der Magiermann
mit einem Sack voll Funkellicht
hin in das Schatteneckgespann
und schenkt dem Vollmond sein Gesicht.
Samtschwarzes Pulver streut er dann
in Mondes Rundung frech hinein,
unbeugsam geht er schweigend ran
und macht ihn pünktlich wieder klein.
© Fabio Berman
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Die letzte Schlacht
Der Mond nimmt sich am Firmament eine Pause,
das Wolkengeschwader verrichtet sein Werk,
im Dunkeln der Erde sind Trolle zu Hause,
sie leben in lichtlosen Schächten vom Berg.
Gezüchtet von Mächten der bösen Magien
erhoben sie sich aus dem schlammigen Dreck,
sie sind nur die Sklaven für Kriegsstrategien,
erschaffen letztendlich bloß zu einem Zweck.
Der letzte der Kämpfe steht kurz vor dem Anfang,
der alles bestimmt und der alles sortiert,
die Kraft dieser Wesen scheint Gold für den Vorgang,
wenn von den Geschossen der Boden vibriert.
Das Schattenreich will alles Leben verschlingen,
doch glühen die Schwerter, von Elfen erdacht,
mit schärfsten, in Wäldern, geschmiedeten Klingen
für jene einst herrschende, kommende Schlacht.
Die Nacht schluckt auch weiterhin jedwede Lichter,
kein Mond ist zu sehen und keinerlei Stern,
dem Elf und dem Mensch bleiben so die Gesichter
von Trollen und anderen Wesen noch fern.
Es fliegen die ersten der Pfeile vom Köcher
hinein in die Horden der finstren Armee,
an vorderster Front klaffen schon manche Löcher
und grün färbt sich der naheliegende See.
© Fabio Berman
Bilder: Pixabay
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Sternengärtner
Am Ende aller Galaxien
behaust ein Sternengärtner
das All mit schrillen Lichtmagien
abseits von seinem Kerker.
Sind welche der Trilliarden Tonnen
Materie am Verglühen,
sät er den Keim für neue Sonnen
und lässt ihn fein erblühen.
Im weiten Raum hinter den Monden
bestellt er seine Pflanzen,
damit dort mal Geschöpfe wohnen,
lässt er die Samen tanzen.
Er walzt das Erdland, klar im Denken,
vertieft in seinen Plänen
er gießt, um wieder Licht zu schenken,
mit seiner Augen Tränen.
So wartet er manch dunkle Stunde
und pflügt auf diesen Äckern,
dreht auf dem Boden Rund um Runde,
still schweigend ohne Meckern.
Er erntet mit den eignen Händen
und wirft die frischen Sterne
hinauf zu schwarzen Himmelsstränden,
in ungreifbare Ferne.
© Fabio Berman
Bild: KI generiert von biuki
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Der Sternenzüchter
Am finstren Rand von Zeit und Raum, wo Galaxien enden,
behaust ein Sternengärtner still den letzten Erdengrund,
er schaut gespannt und aufmerksam zu fernen Sonnenstränden
und macht das Universum wieder leuchtend und gesund.
Sind welche der Trilliarden Tonnen Teilchen am verglühen,
sät er den Keim für neue Sterne, gibt auf diese acht,
voll Weisheit lässt er sie im Weit gedeihen und erblühen,
dass jedweder der Monde neu aus Schattenschlaf erwacht.
Er pflügt das Land mit schwerer Müh, vertieft in seinen Plänen
und walzt auf seinen Äckern schweigend in manch dunkler Stund.
Milliarden Jahre schon gießt er mit seiner Augen Tränen
und macht sich seine Finger für den Endertrag oft wund.
Sind sie gereift und groß genug, wirft er die frischen Sterne
hinauf zu andern Himmelskörpern in die weite Nacht,
als Fixpunkt mancher Existenz in ungreifbarer Ferne,
der Ursprung jedes Lebens wurd vom Gärtner einst erdacht.
© Fabio Berman
Bild: KI-generiert von biuki
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Hahn und Fuchs
„Steh' auf dem Hof, bin euer Chef!
Brauch' kein wau-wau und kein kläff-kläff!
Schaut mich an, bin euer Mann,
der sich mit ALLEN messen kann!
Meine Krallen, scharf und mächtig,
meine Federn, bunt und prächtig.
Bin hier im Hof die Majestät,
ich bin da! - Bin nie zu spät!
Mein Gebaren - stolz und schlank.
Mein Kikeriki - Trompetenklang.
Ich bin hier, mir schwillt der Kamm,
krähe, wie ich nur krähen kann.“
Plötzlich taucht auf, ein kleiner Fuchs,
Augen hat er, wie ein Luchs.
Kündigt mit Spaß ´nen Helden an,
grinst, wie ein Fuchs nur grinsen kann.
Meinen König sehen wir laufen.
Rennt die Hühner über'n Haufen.
Unser Hahn? - Ein kleiner Mann,
läuft, wie ein Feigling nur laufen kann.
© Olaf Lüken
Bilder: Pixabay
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Weihnachtswende – ab in Rente
Weihnacht hat sich auch gewendet
Hoffnung, dass sie nicht ganz endet
denn wie`s früher lief –
geht schief.
Frau Holle ist doch auch schon alt
es wird nicht mehr richtig kalt
Betten schüttelt sie nicht mehr –
zu schwer.
Vater Frost kann nicht mehr pusten
immer öfter hat er Husten
Hustentropfen sind zu teuer –
auch Feuer.
Rentierschlitten hat viel Mängel
in der Werkstatt oft Gedrängel
Ersatzteil gibt es kaum –
ein Traum.
Ruprecht, was soll er nur bringen
Kinder können nicht mehr singen
lernen nicht mehr viel –
kein Ziel.
Weihnacht ist wie`s ganze Leben
immer nur noch streben, streben
geht doch leider nicht –
ist Pflicht.
Die Regierung macht Gesetzte
weil sie Menschen falsch einschätze
auch wenn nichts mehr klappt –
ertappt.
Mit den Menschen auch mal reden
es betrifft doch schließlich jeden
dann kann alles geh`n –
wär schön.
© Angelika Schroeter
Bilder: KI kreiert von skumy666
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Protest Winter
Vor kurzem schrieb ich von Frau Holle
dass sie alt ist und auch müd`
und jetzt staun ich wie Herr Bolle
was uns letzte Zeit so blüht.
Frau Holle war wohl etwas böse
denn sie startet den Protest
schickt mit Kraft das Schneegetöse
was die Welt versinken lässt.
Sie traf wohl den Gewerkschaftsboss
und fragte ihn, was sie wohl solle
der sagt der lieben alten Frau
na überlege mal, Frau Holle …
zeig`s den Menschen auf der Welt
dass du Kraft hast und noch Macht
dass der Schnee in Massen fällt
und das Chaos schnell entfacht.
Ach und der Vater Frost, der Alte
bekam den Hustensaft geschenkt
dass er die Backen dick entfalte
den Frost in Richtung Erde lenkt.
Gemeinsam macht er dicke Sache
mit Frau Holle im Duett
zwei von des Winters Meisterfache
ach wenn ich nur geschwiegen hätt.
Nun schieb ich Schnee und kratze Eis
wie lange Zeit vorher nicht mehr
ja es ist Winter, wie ich weiß
um etwas Milde bitt ich sehr.
Frau Holle lass die Betten liegen
ich nehme alles schnell zurück
damit nicht so viel Flocken fliegen
und mit einem kleinen Glück …
lässt Vater Frost die Backen schmal
und Glatteis wird uns nicht zur Qual.
© Angelika Schroeter
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SOS im Wichtelwald!
Es weihnachtet im Tannenreich,
die Welt liegt still, der Schnee so weich.
Sternenglanz durchdringt die Nacht,
hat leise Hoffnung mitgebracht.
Die Wichtel werkeln von früh bis spät,
damit das Fest bald rundum steht.
Doch oh! - Was klingt da durch den Hain?
Ein Hilferuf im Kerzenschein!
„SOS!“, ruft Wichtel Wipp.
Der Schlitten steckt, nicht dass er kippt?
Die Rentiere frier‘n, der Sack ist nass –
wie schaffen wir das alles taff?
Da flackern Lichter zwischen Zweigen,
die Englein lassen Sterne steigen.
Vom Himmel klingt ein sanftes Lied,
das Trost und neue Kräfte gibt.
Da packen alle flink mit an,
so gut es jeder schaffen kann.
Mit Glöckchen, Lachen, frohem Mut
geht‘s weiter und es läuft nun gut.
Die Wichtel huschen hin und her,
sie tragen Päckchen, leicht und schwer.
Sie rufen fröhlich: „Seht, nun bald
kommt der Weihnachtsmann aus dem Winterwald.“
Die Zeit vergeht, es funkelt hell,
märchenhaft klingt es nun schnell.
Der Friede und Liebe in dieser Nacht
hat schon manchen froh gemacht.
Der Schlitten gleitet durch den Schnee.
Einer ruft laut: „Wie schön, juchee!“
Der Wald erstrahlt in Lichterpracht.
so klingt sie an - die Heilige Nacht.
© Irmgard Behrend
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Das Kräuterweib im Birkenwald!
Im Birkenwald, wo Nebel kriechen
und alle Bäume endlos sprießen,
wo Pilze stehn im Nebelgrau,
wohnt eine Frau, sehr alt und schlau.
Man nennt sie nur das Kräuterweib,
verknittert wie ein Birkenzweig.
Ihr Rücken krumm, ihr Haar schneeweiß,
der Blick so trüb wie Nebel und Eis.
Sie sammelt Wurzeln, Kräuter und Moos,
denn der Bedarf ist stets recht groß.
Kennt jedes Blatt, kennt jeden Weg,
egal, wie auch der Wind sich dreht.
Im Dorf meidet man ihren Namen,
doch bringt man heimlich ihr auch Gaben.
Ist jemand krank, geht man zu ihr
und hofft, sie kann auch heilen hier.
Die Kinder sagen: Sie ist verhext!
Die Alten meinen: Sie schützt uns stets.
Hat einer Fieber, Angst oder Gicht,
geht man zu ihr mit Zuversicht.
Sie redet wenig, murmelt leise
in einer längst vergessenen Weise.
Und wer ihr hilft, kriegt Kräutertee
und viele Tipps, für manches Weh.
Das Kräuterweib rührt im Topf aus Stein
im Nebelgrau ganz allein.
Ihr Steinkessel brodelt Tag und Nacht,
darin wird Tee für manches Leiden gemacht.
So manchen ist sie nicht geheuer.
Im Dickicht sitzt sie still am Feuer.
Sie murmelt manchen Zauberspruch,
ein Rabe krächzt im Rauchgeruch.
Sie ist kein Geist, kein Spukgesicht,
doch lebt sie zwischen Tag und Licht.
Kein Teil der Welt, kein Teil der Norm.
Das Kräuterweib ist gut in Form.
© Irmgard Behrend
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Pinguin Peter
Pinguin Peter steht auf dem Eis.
Der Frack ist schwarz, die Weste weiß.
Große Füße, kurze Beine,
sind nicht halb so lang wie meine!
Lebt zwischen bequem und „La Boheme“.
Pinguine bewohnen eiskalte Zonen.
Eis treibt auf dem Meer.
Nordwinde wüten hier sehr.
Peters Tochter heißt Leonie,
sie ist ein Bündel Energie.
In der Antarktis ein Sonnenschein,
unter Freunden der Edelstein.
Da stehen sie, dicht an dicht,
kuscheln gern und frieren nicht.
Auch sie watschelt, latscht und liebt den Tratsch.
Am Pol ist ihr nur im Gestöber wohl.
Wenn die Kälte klirrt und das Eis gefriert,
feiert man überall „frackfrohen Sommerball“.
Pinguin Peter frisst gerne Fisch.
Anderes kommt nicht auf den Tisch.
Die Liebe treibt ihn durch ewiges Eis.
Im kalten Wasser friert auch sein Steiß.
Ein Vogel ist Peter, mein Pinguin.
Das Fliegen kriegt er nicht mehr hin.
Der Südpol ist sein großes Glück.
Zum Eisberg will er stets zurück.
Nahe der Amundsen-Scott-Station
machte sich Peter auf und davon.
Ich sah ihn wieder bei Rügen-Puttgarden.
Peter strahlte, trug unterm Frack zwei Barben.
© Olaf Lüken
Bild: Pixabay (Eselspinguin)
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