
In der Pyramide
Der Sandstaub der Wüste wird leise im Mondschein
vom Wind hin zu den Pyramiden gebracht,
ein Räuber sieht aus der Entfernung die Skyline
von Kairo in kühlender, funkelnder Nacht.
Nach all diesen Infos, wo Schätze verschwinden,
kam er ganz verwegen einst auf die Idee,
er will in den Kammern von Cheops was finden,
die innere Stimme sagt: „Suche, los geh!“
Die Wolken vertreiben jetzt typische Nächte,
kein Stern sendet mehr einen leuchtenden Strahl
so tritt er hinein in die uralten Schächte
bewaffnet mit Schaufeln aus Eisen und Stahl.
Er hört plötzlich Stimmen aus lichtlosen Zimmern
es knackt und es zischt und ein kühler Hauch weht
in seine Visage und schmerzliches Wimmern
ertönt von dem Geist, der jetzt vor dem Mann steht.
Der Räuber erschrickt und sein Herz spielt in Takten,
die es vorher niemals im Leben gespielt,
der Spuk macht aus Märchen gespenstische Fakten
und hat bei dem Räuber manch Wirkung erzielt.
Mit zitternden Händen sucht er nach dem Ausgang
doch findet nur Wände im pechschwarzen Raum,
es schließt sich für ihn schweißgebadet der Vorhang,
er ist dort gefangen, so endet sein Traum.
© Fabio Berman
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Nachtruh (Das kleine Monster)
Der Tag, er ist nun bald vorbei,
die Nacht, sie steigt zu uns herab.
Was morgen kommt ist einerlei,
du fühlst dich auch schon etwas schlapp.
Zum Schlafen legst du dich zur Ruh.
Ein Monster wartet unterm Bett.
Komm schließe beide Augen zu,
hab keine Angst, denn es ist nett.
Ein Freund, der dir nur Gutes will,
wird böse Träume dir vertreiben.
Der Schlaf, er kommt und du liegst still,
du musst nicht mehr alleine bleiben.
Das kleine Monster will dir nützen,
den Alltagsfrust sollst du vergessen.
Es möchte deinen Schlaf beschützen
und alle deine Sorgen fressen.
Bei Mondschein und bei Sternenschimmer,
wirst du die ganze Nacht bewacht.
Nur Gutes lässt es in dein Zimmer,
das Böse hält es stets in Schach.
Bevor der neue Tag dich findet
und neuer Mut in dir erwacht,
das kleine Monster schnell verschwindet,
es kehrt zurück die nächste Nacht.
© Kay Gräfenberg (02.2025)
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Der Magiermann
Ein Männchen mit dem Zauberhut,
er zündet nachts die Sterne an,
entfacht am Himmel warme Glut,
in der es sich bewegen kann.
Im All läuft dann der Magiermann
mit einem Sack voll Funkellicht
hin in das Schatteneckgespann
und schenkt dem Vollmond sein Gesicht.
Samtschwarzes Pulver streut er dann
in Mondes Rundung frech hinein,
unbeugsam geht er schweigend ran
und macht ihn pünktlich wieder klein.
© Fabio Berman
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Das Rad der Zeit
oder: Zeit fürs Rad
Vor abertausenden von Jahren
saß einer unsrer Vor-Vorfahren,
dessen Namen man nicht nannte,
an eines steilen Hanges Kante,
saß nur so da im Frühlingsduft
und starrte Löcher in die Luft,
wie er es für gewöhnlich machte,
wenn er an etwas Neues dachte,
das Steinzeitmännern oder -frauen
beim Jagen, Sammeln oder Bauen
das Leben, oder was auch immer,
dann leichter machen soll, nicht schlimmer.
Im Stammesrang beim Bären-Clan
war er der Mann, der alles kann,
als ERSTER nahm er Mammut-Knochen,
um eine Sehne einzulochen,
aus Bärenfell ein Kleid zu nähen,
dass Frauen darin schön aussehen,
zum Kleben jedweder Gebinde
erfand er Pech aus Birkenrinde,
er nutzte Tiere für das Feld,
damit das Pflügen leichter fällt,
erfand zur Jagd den Flitzebogen,
mit Pfeilen, die viel weiter flogen,
als Speere, welche Jäger warfen,
die selbst ein Mammut oft nicht trafen.
Obwohl er schon ganz viel entdeckte
und Hirnschmalz ins Erfinden steckte,
war er noch lange nicht zufrieden,
er musste ständig Pläne schmieden.
So lag der Visionär im Grase
in seiner kreativen Phase,
und sah nicht, als er überlegte,
dass sich das Steppengras bewegte,
in seinem Rücken, ziemlich nah,
und das, obwohl es windstill war.
Der Tiger mit dem Säbelzahn
schlich tief gebückt im Gras sich an,
heran an diesen Ahnungslosen,
ein Sprung, Gebrüll wie Donnertosen,
und doch, der Tiger sprang ins Leere,
das Jagdpech kam ihm in die Quere.
Da half kein Jammern und kein Klagen,
er schlich nach Haus mit leerem Magen,
denn just im Anblick der Gefahr
war dem Erfinder sonnenklar,
er musste nur das Untier täuschen,
um kurz vor knapp noch zu entfleuchen,
indem er mit dem Kopf voran
den steilen Hang hinunter sprang,
und vorwärts rollend, wie ein Rad,
gewann er immer mehr an Fahrt.
Sich immer schneller überschlagend,
davon nicht EINEN Kratzer tragend,
kam er am Fuß des Steilhangs an,
im Kopf ganz wirr, der arme Mann.
Doch in dem Wirrwarr der Gedanken
sah er dies Bild der Zukunft ranken,
sah Eselskarren, Pferdekutschen,
sah Autos über Straßen rutschen,
sah Eisenräder an den Zügen,
Traktoren weite Äcker pflügen,
und sah am Ende von dem Traum
ein Fluggerät im Weltenraum
und Menschen auf dem Mond spazieren,
dann war's genug mit Phantasieren.
Mit Flintsteinklingen und mit -raspeln
begann er gleich ein Rad zu basteln,
ließ es den Hang hinuntersausen,
zum Spaß des Volkes der Banausen,
das immer, wenn er Neues machte,
die Köpfe schüttelte und lachte.
So war das damals, als das Rad
vom Steinzeitmann erfunden ward,
von frühem “Daniel Düsentrieb”,
der namenlos auf ewig blieb.
© Klaus Dattner, 2026
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Die letzte Schlacht
Der Mond nimmt sich am Firmament eine Pause,
das Wolkengeschwader verrichtet sein Werk,
im Dunkeln der Erde sind Trolle zu Hause,
sie leben in lichtlosen Schächten vom Berg.
Gezüchtet von Mächten der bösen Magien
erhoben sie sich aus dem schlammigen Dreck,
sie sind nur die Sklaven für Kriegsstrategien,
erschaffen letztendlich bloß zu einem Zweck.
Der letzte der Kämpfe steht kurz vor dem Anfang,
der alles bestimmt und der alles sortiert,
die Kraft dieser Wesen scheint Gold für den Vorgang,
wenn von den Geschossen der Boden vibriert.
Das Schattenreich will alles Leben verschlingen,
doch glühen die Schwerter, von Elfen erdacht,
mit schärfsten, in Wäldern, geschmiedeten Klingen
für jene einst herrschende, kommende Schlacht.
Die Nacht schluckt auch weiterhin jedwede Lichter,
kein Mond ist zu sehen und keinerlei Stern,
dem Elf und dem Mensch bleiben so die Gesichter
von Trollen und anderen Wesen noch fern.
Es fliegen die ersten der Pfeile vom Köcher
hinein in die Horden der finstren Armee,
an vorderster Front klaffen schon manche Löcher
und grün färbt sich der naheliegende See.
© Fabio Berman
Bilder: Pixabay
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Tierische Reinlichkeit
Ich kannte mal einen klugen Bär.
Für Reinlichkeit war dieser sehr.
Er leckte und er putzte sich,
war Tag für Tag gern säuberlich.
Eine Hütte kam in seine Quer.
Waschgeruch drang von innen her.
Weil offen stand auch die Hintertür,
markierte der Bär ´nen starken Stier.
Er hörte den Lauf der Waschmaschine.
Der Waschraum roch nach „Apfelsine“.
Auch sah ich seinen beglückten Blick.
Für Meister Petz gab es kein Zurück.
Ein großer Sprung, ein kecker Sinn,
mein Freund saß flugs im Bade drin.
Mir wurde alles licht und klar,
im Bad ein quirliger Waschbär war.
Und der Bär kann Fenster putzen,
zu seiner Freud, zu meinem Nutzen!
© Olaf Lüken
Bild: Pixabay
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Sternengärtner
Am Ende aller Galaxien
behaust ein Sternengärtner
das All mit schrillen Lichtmagien
abseits von seinem Kerker.
Sind welche der Trilliarden Tonnen
Materie am Verglühen,
sät er den Keim für neue Sonnen
und lässt ihn fein erblühen.
Im weiten Raum hinter den Monden
bestellt er seine Pflanzen,
damit dort mal Geschöpfe wohnen,
lässt er die Samen tanzen.
Er walzt das Erdland, klar im Denken,
vertieft in seinen Plänen
er gießt, um wieder Licht zu schenken,
mit seiner Augen Tränen.
So wartet er manch dunkle Stunde
und pflügt auf diesen Äckern,
dreht auf dem Boden Rund um Runde,
still schweigend ohne Meckern.
Er erntet mit den eignen Händen
und wirft die frischen Sterne
hinauf zu schwarzen Himmelsstränden,
in ungreifbare Ferne.
© Fabio Berman
Bild: KI generiert von biuki
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Der Sternenzüchter
Am finstren Rand von Zeit und Raum, wo Galaxien enden,
behaust ein Sternengärtner still den letzten Erdengrund,
er schaut gespannt und aufmerksam zu fernen Sonnenstränden
und macht das Universum wieder leuchtend und gesund.
Sind welche der Trilliarden Tonnen Teilchen am verglühen,
sät er den Keim für neue Sterne, gibt auf diese acht,
voll Weisheit lässt er sie im Weit gedeihen und erblühen,
dass jedweder der Monde neu aus Schattenschlaf erwacht.
Er pflügt das Land mit schwerer Müh, vertieft in seinen Plänen
und walzt auf seinen Äckern schweigend in manch dunkler Stund.
Milliarden Jahre schon gießt er mit seiner Augen Tränen
und macht sich seine Finger für den Endertrag oft wund.
Sind sie gereift und groß genug, wirft er die frischen Sterne
hinauf zu andern Himmelskörpern in die weite Nacht,
als Fixpunkt mancher Existenz in ungreifbarer Ferne,
der Ursprung jedes Lebens wurd vom Gärtner einst erdacht.
© Fabio Berman
Bild: KI-generiert von biuki
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Hahn und Fuchs
„Steh' auf dem Hof, bin euer Chef!
Brauch' kein wau-wau und kein kläff-kläff!
Schaut mich an, bin euer Mann,
der sich mit ALLEN messen kann!
Meine Krallen, scharf und mächtig,
meine Federn, bunt und prächtig.
Bin hier im Hof die Majestät,
ich bin da! - Bin nie zu spät!
Mein Gebaren - stolz und schlank.
Mein Kikeriki - Trompetenklang.
Ich bin hier, mir schwillt der Kamm,
krähe, wie ich nur krähen kann.“
Plötzlich taucht auf, ein kleiner Fuchs,
Augen hat er, wie ein Luchs.
Kündigt mit Spaß ´nen Helden an,
grinst, wie ein Fuchs nur grinsen kann.
Meinen König sehen wir laufen.
Rennt die Hühner über'n Haufen.
Unser Hahn? - Ein kleiner Mann,
läuft, wie ein Feigling nur laufen kann.
© Olaf Lüken
Bilder: Pixabay
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Wunderlampe
Wo Kamele galoppieren
und der Teppichhandel blüht,
Ornamente Hütten zieren,
Safran, Zimt und Ingwer sprüht,
findest du in fernen Landen
nahe der Stadt Agrabah
zwischen Gold und Diamanten
eine Wunderlampe da.
Denke nach, was du für Wünsche
dir vom Geist erfüllen lässt,
er mischt dir die bunten Pünsche
für ein sagenhaftes Fest.
Die Magie kann dich beglücken,
kennt auch Weg in Dunkelheit,
du kannst mit ihr Träume pflücken,
nimm dir dafür etwas Zeit.
Wähle mit Bedacht die Worte,
die du mit dem Dschinni sprichst,
er bringt dich an alle Orte,
selbst wenn du mit Klugheit brichst.
Müsstest kein Nomade bleiben,
gönne dir ein festes Haus.
Wissen lass dir einverleiben,
möglich ist manch edler Schmaus.
Doch halt Vorsicht mit der Bitte,
die sich um die Geltung dreht,
denn nach altem Brauch und Sitte,
Dschinni über Allem steht.
© Fabio Berman
Bild: Montage aus Pixabay-Bildern
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Weihnachtswende – ab in Rente
Weihnacht hat sich auch gewendet
Hoffnung, dass sie nicht ganz endet
denn wie`s früher lief –
geht schief.
Frau Holle ist doch auch schon alt
es wird nicht mehr richtig kalt
Betten schüttelt sie nicht mehr –
zu schwer.
Vater Frost kann nicht mehr pusten
immer öfter hat er Husten
Hustentropfen sind zu teuer –
auch Feuer.
Rentierschlitten hat viel Mängel
in der Werkstatt oft Gedrängel
Ersatzteil gibt es kaum –
ein Traum.
Ruprecht, was soll er nur bringen
Kinder können nicht mehr singen
lernen nicht mehr viel –
kein Ziel.
Weihnacht ist wie`s ganze Leben
immer nur noch streben, streben
geht doch leider nicht –
ist Pflicht.
Die Regierung macht Gesetzte
weil sie Menschen falsch einschätze
auch wenn nichts mehr klappt –
ertappt.
Mit den Menschen auch mal reden
es betrifft doch schließlich jeden
dann kann alles geh`n –
wär schön.
© Angelika Schroeter
Bilder: KI kreiert von skumy666
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Protest Winter
Vor kurzem schrieb ich von Frau Holle
dass sie alt ist und auch müd`
und jetzt staun ich wie Herr Bolle
was uns letzte Zeit so blüht.
Frau Holle war wohl etwas böse
denn sie startet den Protest
schickt mit Kraft das Schneegetöse
was die Welt versinken lässt.
Sie traf wohl den Gewerkschaftsboss
und fragte ihn, was sie wohl solle
der sagt der lieben alten Frau
na überlege mal, Frau Holle …
zeig`s den Menschen auf der Welt
dass du Kraft hast und noch Macht
dass der Schnee in Massen fällt
und das Chaos schnell entfacht.
Ach und der Vater Frost, der Alte
bekam den Hustensaft geschenkt
dass er die Backen dick entfalte
den Frost in Richtung Erde lenkt.
Gemeinsam macht er dicke Sache
mit Frau Holle im Duett
zwei von des Winters Meisterfache
ach wenn ich nur geschwiegen hätt.
Nun schieb ich Schnee und kratze Eis
wie lange Zeit vorher nicht mehr
ja es ist Winter, wie ich weiß
um etwas Milde bitt ich sehr.
Frau Holle lass die Betten liegen
ich nehme alles schnell zurück
damit nicht so viel Flocken fliegen
und mit einem kleinen Glück …
lässt Vater Frost die Backen schmal
und Glatteis wird uns nicht zur Qual.
© Angelika Schroeter
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Liebesschmerz im Ozean
Dicht an der Wasseroberfläche, wo sich Lichter spiegeln
und wieder Richtung Himmel funkeln von dem blauen Meer,
da ist ein Barsch mit Liebesschmerz sein Schicksal am Besiegeln
und taucht gen dunklen Boden, äußerst aufgebraucht und leer.
Sein Weg führt ihn der Nacht entlang in längst versackte Schiffe
Skelettenreste sind zu sehen bei so manchem Wrack,
voll Schwermut schwimmt er still hinab durch die Korallenriffe,
und sieht sich wohl ein letztes Mal an diesen Farben satt.
Er rauscht noch tiefer stets hinweg, wo Dunkelheit sich breitet
und nur noch ein Experte jene stillen Räume kennt,
er merkt wie plötzlich sich sein Kern aus altem Kummer weitet,
hier ist er in Gefilden, die er nun zu Hause nennt.
Sein Herz aus Trauer schaut zu dem Laternenfisch hinüber,
der dort in diesem Schattenspiel manch Leuchtsignale schickt,
kein Algengrün ist mehr zu sehen, Wasser wird noch trüber,
doch es ist dieses eine Licht, zu dem der Barsch jetzt blickt.
Ihm scheint als hätt er plötzlich doch sein Puzzlestück gefunden,
das ihm seit seiner Trennung für die Heiterkeit gefehlt,
und sie verbringen in dem Schwarz ganz heimlich ihre Stunden,
wobei das Meer von Leidenschaft am tiefen Grund erzählt.
Es spricht der Barsch zur Leuchtsardine von der alten Heimat,
dass es dort helle Farben gibt und was er davon hält,
so wagen sie zusammen nochmals furchtlos ihre Auffahrt
und sind nun wieder Teil von dieser schimmernd bunten Welt.
© Fabio Berman
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Zur Insel
Ich steche in See mit der Zukunft vor Augen,
die Insel der Träume als einziges Ziel,
das Festland des Damals kann ich kaum gebrauchen,
mit Blick in die Ferne verweil ich am Kiel.
Das Leben der täglichen Lasten und Sorgen
hängt mir noch im Möbel und in meinem Kleid,
ich schmeiß sie ins Meer für ein besseres Morgen,
mein Glaube an heilende Kraft ist die Zeit.
Bisweilen entstehen im Ozean Stürme,
der Wellenschlag bricht auf der Suche nach Glück,
in Dunkelheit leuchten vom Küstenrand Türme,
der Wind bläst gebührend, doch gibt’s kein Zurück.
Und unter dem Deck konservier ich Momente
der Reise auf hauchdünne Blätter Papier,
ich denke, bald hat meine Mühe ein Ende,
die Insel wird Licht mir fürs Jetzt und fürs Hier.
Doch als ich grad fühle mit Haut und mit Haaren
bei Sicht auf die Insel am südlichsten Riff,
kommst du mit der Mannschaft entgegengefahren
als Hochseepiratin und enterst mein Schiff.
© Fabio Berman
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Meisterdetektiv
Und der berühmte Detektiv,
ein Meister seiner werten Zunft,
er schnüffelt wieder exklusiv,
mit seiner wuchtigen Vernunft.
Von allen nur „Gespür“' genannt
begibt er sich in sein Metier,
er nimmt die Sache in die Hand
und hat schon wieder ne Idee.
Er folgt einer verzwickten Spur
und recherchiert im Intervall,
er geht auf manch Verfolgungstour
und wendet List an in dem Fall.
Mit seiner feinen Schnuppernase
bringt er Befragungen in Gang,
er forscht in adäquatem Maße,
entfesselt folgt er seinem Drang.
Er fügt das Mosaik zusammen,
als hätt‘ er wieder mal gehext,
ganz sachlich, doch mit tausend Flammen,
verzeichnet er‘s in einem Text.
So schwört er ihn wieder herauf,
den Sinn für die Gerechtigkeit,
der Täter nimmt das still in Kauf,
Gespür weiß nunmal stets Bescheid.
© Fabio Berman
Bild: Pixabay
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Deutsches Märchen-Telegramm
heute: Das Rotkäppchen
Mädchen klein, ging allein,
Stock und Stein, tief hinein,
dunkler Wald, Weg ist weit,
feucht und kalt, Einsamkeit,
Oma krank, liegt im Bett,
Gott sei Dank, Kind ist nett,
Korb und Stock, Brot und Wein,
kurzer Rock, flinkes Bein,
läuft geschwind, Zeit ist knapp,
braves Kind, rote Kapp,
Wolf versteckt, hinterm Baum,
Blut geleckt, Maul mit Schaum,
Hinterlist, böser Mord,
Raubtier frisst, Oma fort,
Kind erscheint, Wolf im Bett,
Mädchen meint, stimmt was nedd,
Zähne spitz, großes Maul,
Augen Schlitz, Atem faul,
Wolf schnappt zu, Mädchen weg,
Grabesruh, ach Du Schreck,
Jäger her, größte Not,
Schießgewehr, Wolf ist tot,
Schnitt am Bauch, Oma lebt,
Mädchen auch, Förster gräbt,
Wackerstein, das, was geht,
alle rein, Bauch vernäht,
alles gut, ei der Daus,
Schicksals Lauf, Märchen aus!
Senn ned duhd, all die Läjd,
lemn'se guhd, ach noch häjd!
(Taunus-Platt für:
Und wenn sie nicht gestorben sind,
dann leben sie noch heute)
©️ Klaus Dattner, 2026
Bilder: Pixabay
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Die Schlacht
Die Marie ist schön am Spielen
mit den ausgesprochen vielen
Zinnfiguren, die sich bücken
und mit ihren harten Rücken,
sich zu Formationen pflanzen,
nach Mariens Pfeife tanzen.
Mädchens liebsten Nüsseknacker
sollen sie stabil und wacker
möglichst lange gut verdecken
vor des Mäusekönigs Schrecken,
der mit seinen dunklen Truppen
einfällt in des Mädchens Puppen,
um mit messerscharfen Krallen
Nussknacker zu überfallen.
Bei der Schlacht im kleinen Zimmer
überkommt Marie ein Wimmer,
denn die Mäuse machen Schaden,
beißen in die Zinnsoldaten,
kratzen deren Augen blutig.
Nussknacker stellt plötzlich mutig,
sich den Mäusen in die Quere,
seine Tat für Ruhm und Ehre,
ehe die Armee der Mäuse
ihn verschleppt ins Mausgehäuse.
In ihrer Verzweiflung bleich
nimmt Marie den Schuh sogleich,
um ihn Richtung Feind zu schießen,
doch dann ist ihr Blut am Fließen.
Sie fällt unvermittelt um,
schwach vom Kriegsbrimborium.
Aus der Ohnmacht schwarzen Nacht
ist sie erst sehr spät erwacht.
© Fabio Berman
Bild: KI kreiert von skumy666
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Väterchen Frost!
Väterchen Frost hat uns über Nacht
ganz viel Eis und Schnee gebracht.
Es glitzert und funkelt leis im Schnee,
es ist eiskalt und der Frostwind tut weh.
Der Mond steht hoch am Sternenzelt,
verzaubert still die ganze Welt.
Die Bäume tragen kristallenes Licht,
das sich durch die Äste bricht.
Die Dächer funkeln weiß und klar,
kein Schritt zu hören, alles starr.
Der Atem macht kleine Wolken sacht,
so kalt, doch schön ist diese Nacht.
Dann zieht der Frost ganz leise fort,
lässt Winterzauber hier am Ort.
Und wer noch wach ist, schaut und lacht,
wie wunderbar ist diese Nacht.
Er streut den Schnee mit voller Hand,
rutschend fällt er fast vom Rand.
„Hoppla!“, ruft er, „das war knapp!“
und friert dem Mond den Schnurrbart ab.
Die Bäume tragen Glitzerkleid,
der See sagt leis: „Jetzt hab ich Zeit ...“
Väterchen Frost verbeugt sich sacht:
„Geschafft! Jetzt schlaft schön - Gute Nacht ...“
© Irmgard Behrend
Bild: Pixabay
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Sandmann
Ein samtenes Blau leuchtet wärmend vom Äther
und in ihm versunken sind Sterne und Mond,
es ist nicht mehr lang und ein Mann klettert später
vom Weltall hinab, wo er still für sich wohnt.
Mit seiner karminroten Kopfgarderobe
und dem dazu passenden knielangen Frack
stellt er alle Kinder ganz leis auf die Probe
und wirft seinen Sandstaub aus zimtbraunem Sack.
So wünscht er den Kleinen ganz sanft schöne Träume,
verschwindet dann wieder im Schatten der Nacht
von Neuem steigt er in die schummrigen Räume,
eh er seine Taten für heute vollbracht.
© Fabio Berman
Bilder: Pixabay
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SOS im Wichtelwald!
Es weihnachtet im Tannenreich,
die Welt liegt still, der Schnee so weich.
Sternenglanz durchdringt die Nacht,
hat leise Hoffnung mitgebracht.
Die Wichtel werkeln von früh bis spät,
damit das Fest bald rundum steht.
Doch oh! - Was klingt da durch den Hain?
Ein Hilferuf im Kerzenschein!
„SOS!“, ruft Wichtel Wipp.
Der Schlitten steckt, nicht dass er kippt?
Die Rentiere frier‘n, der Sack ist nass –
wie schaffen wir das alles taff?
Da flackern Lichter zwischen Zweigen,
die Englein lassen Sterne steigen.
Vom Himmel klingt ein sanftes Lied,
das Trost und neue Kräfte gibt.
Da packen alle flink mit an,
so gut es jeder schaffen kann.
Mit Glöckchen, Lachen, frohem Mut
geht‘s weiter und es läuft nun gut.
Die Wichtel huschen hin und her,
sie tragen Päckchen, leicht und schwer.
Sie rufen fröhlich: „Seht, nun bald
kommt der Weihnachtsmann aus dem Winterwald.“
Die Zeit vergeht, es funkelt hell,
märchenhaft klingt es nun schnell.
Der Friede und Liebe in dieser Nacht
hat schon manchen froh gemacht.
Der Schlitten gleitet durch den Schnee.
Einer ruft laut: „Wie schön, juchee!“
Der Wald erstrahlt in Lichterpracht.
so klingt sie an - die Heilige Nacht.
© Irmgard Behrend
Bilder: KI erstellt von C. Hasse und Pixabay
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Heißa Walpurgis!
Wenn im Harz nach dem Winter die Bäume erblüh'n,
beginnen die Herzen der Hexen zu glüh'n.
Die Gurken mutig zum Brocken hoch schlängeln,
sich oben um den Tanzplatz drängeln.
Die Zwerge im Berg schmeißen Silber und Eisen
aus ihren Loren, auch sie woll'n verreisen!
Heraus aus dem Dunkel, hinauf auf den Berg!
Ein jeder hat´s eilig, ob Zwergin, ob Zwerg.
Schon werfen die Tannen herab ihre Zapfen.
Rumpumpel backt daraus Hexenkrapfen.
Der leckere Duft steigt zum Himmel hinauf!
Hex' Muhme hagelt noch Zucker darauf.
Denn heut ist Walpurgis! Das Fest aller Besen.
Dort treffen die Hexen manch lustige Wesen!
Sie tanzen und johlen, sie kreischen und hexen,
brüll'n schaurige Lieder mit grausigen Texten.
Schlag Mitternacht wird dann das Feuer entfacht,
'ne Pfanne geschmiedet, gefeixt und gelacht.
Die Zwerge beginnen Kartoffeln zu pflücken,
die Tafel zu richten, den Tisch fein zu schmücken.
Wenn Zwiebel und Speck in der Pfanne brutzeln,
Aromen sich mit der Bergluft verwurzeln,
dann fangen die Gurken an zu säuern
um ihre Würze beizusteuern.
Der Speichel der Hexen tropft zischend ins Feuer,
verzückt selbst die garstigsten Ungeheuer.
Herr Auerhahn schließlich lädt trillernd zum Schmaus.
Man schmatzt bis zum Morgen, dann ist das Fest aus.
© Barbara Merten
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Hier findet Ihr ihre Krimis: https://harzkrimis.de/autoren/barbara-merten/

Das lebhafte Märchen
Ich schlage ein Buch auf und aus seinen Seiten
entsteigen Figuren von Menschen und Tier,
die als Hologramme mein Zimmer beschreiten
mit ihrer Erscheinung, wie auf dem Papier.
Im schummrigen Schein meiner Holzschreibtischbirne
pulsiert jenes Bild eines Mädchens in Rot
mit glühenden Wangen von Kinn bis zur Stirne
und Korb in den Fingern mit Kuchen und Brot.
Und über dem Staub meines tiefblauen Sitzes
erspäh ich den Wolf, wie er lüstern sich freut,
als sinne er grade dem Klang eines Witzes,
wie einer, der nichts und auch niemanden scheut.
Und drüben am Schrank, der gefüllt ist mit Kisten
erflimmert die Alte mit zittriger Hand,
ich seh auch den Jäger sein Dasein still fristen
im Eck der in mintgrün gestrichenen Wand.
Das Licht dieses Buches fiel in meinen Schädel,
der warf es zurück in den dämmrigen Ort,
es formte ganz langsam zuerst noch das Mädel
und dann alle Andern, doch jetzt sind sie fort.
© Fabio Berman
Bilder und Hintergrund: Pixabay
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Bei Poetry.de unter dem Namen Travis Beamer^^: https://www.poetry.de/
Sein Buch „Die schimmernden Welten des Travis Berman“: https://t1p.de/f28ow
und sein neues Buch „Das Pulsieren der Phantasie“: https://t1p.de/uya3b

DORNröschen?? Denkste!!
oder: Das Märchen vom Deutschen Märchen
Frau Rosa Dorn aus Rosenfeld,
die lebt in ihrer eignen Welt,
und schläft seit hundert Jahren fest
in einem Rosen-Dornen-Nest,
mit Mann und Maus, dem ganzen Tross,
verhext in einem Märchenschloss.
Erlösung bringt nur Kuss vom Prinzen,
der nutzt es aus mit einem Grinsen,
dass sie, die er so sehr begehrt,
im Halbschlaf sich nicht recht beschwert.
Benommen sieht sie, dass ihr Retter
nicht strahlend ist und auch kein Netter,
er kam auch nicht auf weißem Hengst,
sie sah den grauen Esel längst,
der draußen an den Dornen nagt
und sich mit „i” und „a” beklagt.
Geschändet und allein gelassen,
fängt Rosa an, sich selbst zu hassen,
schon morgens klaren Schnaps zu trinken,
in einer Traumwelt zu versinken,
die einzig um den Branntwein kreist,
weshalb sie nur „Kornröschen” heißt.
SO war das nämlich!
Das war den Brüdern Grimm zu hart,
die liebten es romantisch zart,
mit Kuss und „Oh, mein edler Herr,
Ihr seid mein Held, ich lieb’ euch sehr!”
Und auch der Prinz war angetan
und sprach sie als „Dornröschen” an.
So läuft das halt in Grimm'schen Märchen,
man findet sich und bleibt ein Pärchen,
da lässt dann auch ein Prinz im Glück
Dornröschen NIE allein zurück.
Was ist der Sinn von der Geschicht?
Trau auch dem Herrn von Adel nicht!
Erwartest Du als holde Maid,
dass Dich ein Prinz vom Schlaf befreit,
mit einem Kuss und trallala,
dann unterschätz nicht die Gefahr,
denn auch ein Prinz ist nur ein Mann,
der da nicht widerstehen kann,
die Chance, dann die Flucht ergreift
und auf die Netiquette pfeift.
©️ Klaus Dattner, 2025
Bilder: Pixabay
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Der Ewigkeit bittere Luft
Der Hüter der Zeit an dem Rande des Weltalls,
wo letzte Galaxis in Räumen verpufft,
betrachtet die Weiten seit Anfang des Urknalls
und atmet der Ewigkeit bittere Luft.
Er sah schon Milliarden von Sterne verglühen,
zu finsteren Zwergen vom Kosmos gemacht,
trotz all der fürs Dasein geopferten Mühen,
von seinem recht fernen galaktischen Schacht.
Er sah zig Trilliarden Planeten beim Sterben,
von Riesen des Weltalls sehr häufig verbrannt,
den langsamen Weg ins finale Verderben,
mit Tränen im Auge, vom Los übermannt.
Doch sah er auch Sonnen von Neuem erwachsen,
beäugte Fusionen, Verdichtung von Gas,
die wichtigsten Grundlagen für neue Achsen,
durch sein Teleskop aus Metallen und Glas.
Und manchmal betrachtet er stumme Kometen,
wie sie sich entfalten an dem Firmament,
er sah auch gespannt schon auf schwarze Raketen
und auf Apparate, die keiner hier kennt.
So streift unser Hüter der Zeit durchs Gelände,
die Schmerzen des Abschieds schon sehr oft gespürt,
doch bringt ihn sein Auge an heimliche Strände,
wo wohl irgendwann wieder Leben sich rührt.
© Fabio Berman
Bild: KI kreiert von C. Hasse
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Das Kräuterweib im Birkenwald!
Im Birkenwald, wo Nebel kriechen
und alle Bäume endlos sprießen,
wo Pilze stehn im Nebelgrau,
wohnt eine Frau, sehr alt und schlau.
Man nennt sie nur das Kräuterweib,
verknittert wie ein Birkenzweig.
Ihr Rücken krumm, ihr Haar schneeweiß,
der Blick so trüb wie Nebel und Eis.
Sie sammelt Wurzeln, Kräuter und Moos,
denn der Bedarf ist stets recht groß.
Kennt jedes Blatt, kennt jeden Weg,
egal, wie auch der Wind sich dreht.
Im Dorf meidet man ihren Namen,
doch bringt man heimlich ihr auch Gaben.
Ist jemand krank, geht man zu ihr
und hofft, sie kann auch heilen hier.
Die Kinder sagen: Sie ist verhext!
Die Alten meinen: Sie schützt uns stets.
Hat einer Fieber, Angst oder Gicht,
geht man zu ihr mit Zuversicht.
Sie redet wenig, murmelt leise
in einer längst vergessenen Weise.
Und wer ihr hilft, kriegt Kräutertee
und viele Tipps, für manches Weh.
Das Kräuterweib rührt im Topf aus Stein
im Nebelgrau ganz allein.
Ihr Steinkessel brodelt Tag und Nacht,
darin wird Tee für manches Leiden gemacht.
So manchen ist sie nicht geheuer.
Im Dickicht sitzt sie still am Feuer.
Sie murmelt manchen Zauberspruch,
ein Rabe krächzt im Rauchgeruch.
Sie ist kein Geist, kein Spukgesicht,
doch lebt sie zwischen Tag und Licht.
Kein Teil der Welt, kein Teil der Norm.
Das Kräuterweib ist gut in Form.
© Irmgard Behrend
Bild: KI kreiert von C. Hasse
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Bärig
Ein Bär, der sah mal einen Igel,
er dachte, welch ein guter Striegel!
Er hob ihn auf, um ihn zu testen,
er hielt nicht viel von den Protesten.
Des Bären Fell war sehr verfilzt,
der Igel dachte: Wie du willst,
stellt’ seine Stacheln auf beherzt,
der Bär bemerkte schnell – das schmerzt!
Der Igel ist in hohem Bogen
bald durch die Luft davongeflogen.
Jetzt hat er’s wieder ganz gemütlich
und tut sich an Insekten gütlich!
Und die Moral von der Geschicht’?
Ein Igel taugt als Striegel nicht!
Dann sah der Bär ein Stachelschwein
und dachte gleich, das muss es sein,
das Kratzgerät für meinen Rücken,
da muss ich mich doch gleich mal bücken.
Doch just als er es packen wollte,
kam es dazu, dass er sich trollte,
gespickt mit Stacheln im Gesicht,
denn Meister Petz, der wusste nicht,
dass dieser kleine Borstenmann
mit seinen Stacheln schießen kann.
Wer immer ihn zu sehr bedrängt,
sich einen Stachelschuss einfängt!
Kaum sind die Stacheln rausgezupft
und alle Wunden abgetupft
denkt sich der Bär, was mach ich nun,
was kann ich mir denn Gutes tun?
Sein Magen knurrt, ist hohl und leer
so die Entscheidung fällt nicht schwer,
ich werd nach Leckerem ausschauen
und mir ein bisschen Honig klauen.
Auf einem Baum wird er bald fündig,
er lächelt ziemlich hintergründig.
Die Tierchen sind doch ziemlich klein,
mit diesen lasse ich mich ein.
Die Bienen finden das nicht gut,
geraten schnell in wilde Wut!
Ein jeder Stachel wird gezückt
in Bären’s Körper reingedrückt.
Im Bienenvolk wird nicht gescherzt,
des Bären ganzer Körper schmerzt.
Von Räuberei lässt er schnell ab,
entfernt sich dann in schnellem Trab.
Schon wieder Stacheln zu ertragen,
ist schlimmer noch mit leerem Magen!
© Claudia Ott und Klaus Dattner in Koproduktion
Bild: KI kreiert von skumy666
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Bärig II
Der arme Bär ist sehr verwirrt
und hat sich glatt im Wald verirrt,
er fürchtet auch, wenn er gern brummt
jetzt Honigstock, wenn es da summt!
Erschöpft ist er und sehr darnieder,
er würd gern strecken seine Glieder!
Ein Mittagsschläfchen wär sehr schön,
am liebsten hätte er’s bequem!
Ein Hügel bietet sich ihm an,
er lehnt sich nur zu gern daran
lässt Sonne scheinen auf den Bauch,
schließt müde seine Augen auch,
doch irgendetwas stimmt da nicht,
kann’s sein, dass wieder etwas sticht!?
Er fühlt, dass ihm im Pelz was wuselt,
sofort er sich dann heftig gruselt,
er hat jetzt schon so viel probiert
ist stundenlang traumatisiert.
Und denkt sich: Himmel, nicht schon wieder,
er schüttelt heftig seine Glieder:
Die Tierchen sind zwar ziemlich klein,
sie mögen stachellos gar sein.
Doch böse Kiefer sie besitzen
und außerdem auch Gift zum Spritzen!
Schon wieder ist es blöd gelaufen.
Er ruhte auf – Ameisenhaufen!
Und wieder nun sein Heil er sucht,
in was wohl? - Klar in einer Flucht!
Sein Pelz von Ameisen zerstört,
der stinkt auch, was ihn sehr empört!
Wer könnte denn da hilfreich sein?
Das Stinktier fällt spontan ihm ein!
An dieses will er sich gleich wenden,
es wird ihm Trost und Hilfe spenden!
Das Stinktier wird auch Skunk genannt,
und das aus gutem Grunde,
wer glaubt, er hätt’ es in der Hand,
dem schlägt die letzte Stunde,
den spritzt es voll mit „Jaucheduft”,
der stinkt dann wie die Hölle,
dem Angespritzten raubt's die Luft,
er stinkt nach Mist und Gülle.
So geht's dem Menschen wie dem Bär'n,
der Skunk kennt keine Gnade,
man bleibt ihm also besser fern
und pflegt sich mit Pomade.
Dem Stinktier ist das nicht mehr recht,
das mit dem schlechten Riechen,
den andren Tieren wird es schlecht,
es will sich nur verkriechen.
Warum nur riecht sein Körperduft
so streng nach Dung und Jauche,
verpestet all die frische Luft,
mit üblem Todeshauche,
nach lange nicht gewasch’nen Strümpf,
nach schwefel-faulen Eiern,
dass jeder gleich die Nase rümpft,
um stundenlang zu reihern.
Um einen neuen Duft zu haben,
trinkt es Chanel aus Flaschen,
um sich dann an Dior zu laben,
für den Erfolg, den raschen.
Dass das gut ankommt, merkt man gleich,
man strömt herbei in Massen,
das war ein höchst genialer Streich,
es kann es selbst kaum fassen.
Wenn es nun seine Drüsen leert,
wie einst, um sich zu wehren,
wird es von Mensch und Tier verehrt,
besonders von den Bären.
Denn Bären lieben das Parfum,
das schwere von Jil Sander,
dann wird das wilde Ungetüm,
ganz schmusig, wie ein Panther.
© Claudia Ott und Klaus Dattner
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Pinguin Peter
Pinguin Peter steht auf dem Eis.
Der Frack ist schwarz, die Weste weiß.
Große Füße, kurze Beine,
sind nicht halb so lang wie meine!
Lebt zwischen bequem und „La Boheme“.
Pinguine bewohnen eiskalte Zonen.
Eis treibt auf dem Meer.
Nordwinde wüten hier sehr.
Peters Tochter heißt Leonie,
sie ist ein Bündel Energie.
In der Antarktis ein Sonnenschein,
unter Freunden der Edelstein.
Da stehen sie, dicht an dicht,
kuscheln gern und frieren nicht.
Auch sie watschelt, latscht und liebt den Tratsch.
Am Pol ist ihr nur im Gestöber wohl.
Wenn die Kälte klirrt und das Eis gefriert,
feiert man überall „frackfrohen Sommerball“.
Pinguin Peter frisst gerne Fisch.
Anderes kommt nicht auf den Tisch.
Die Liebe treibt ihn durch ewiges Eis.
Im kalten Wasser friert auch sein Steiß.
Ein Vogel ist Peter, mein Pinguin.
Das Fliegen kriegt er nicht mehr hin.
Der Südpol ist sein großes Glück.
Zum Eisberg will er stets zurück.
Nahe der Amundsen-Scott-Station
machte sich Peter auf und davon.
Ich sah ihn wieder bei Rügen-Puttgarden.
Peter strahlte, trug unterm Frack zwei Barben.
© Olaf Lüken
Bild: Pixabay (Eselspinguin)
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Leseratten
Lesen kann die Herzen berühren
und die Augen weit aufreißen.
Lesen kann die Sinne verführen,
mit Worten nur so um sich schmeißen.
In der Kölner Kirchengasse hatten
einst sich versammelt tausend Ratten.
Heute berichtet die Leseratte,
was sich dereinst ereignet hatte.
Katzen jagten Nager in den Gassen,
konnten von ihnen niemand fassen.
Solche Storys hörten die Fans liebend gern,
machten sich lustig über die Katzenherrn.
Die Erkenntnis daraus sich ergibt,
Leseratten sind äußerst beliebt.
Ergo:
Aus Leseratten werden Bücherstürmer,
Büchernarren oder Bücherwürmer.
© Olaf Lüken
Bild: Montage aus Pixabay-Bildern
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Piratenfluch
Der Kapitän an Deck lenkt die Fregatte durch die Meere,
die Wellen schäumen auf in dem erbarmungslosen Sturm,
die Mannschaft der Piraten drückt die unsichtbare Schwere
der Geisterkraft des Ozeans zu einem Inselturm.
Es pfeift der Wind gebührend und er lässt die Segel toben,
die Männer steigen müde ab auf nebelschweren Grund,
der Mond hat sich schon lange hinter Wolkenwand geschoben
und auch die Sterne geben keine Funkellichter kund.
Mit Rum und Schnaps betäuben sie nun alle ihre Sorgen
und wanken durch das nasse Gras ins menschenleere Land,
es wirkt im Regenkleid fast so, als gäb es keinen Morgen,
und trotzdem suchen sie nach Schutz mit ihrem Restverstand.
Am Tor vom dunklen Turm versperren dichte Spinnenweben
den Eingang zu den Treppen, die Piraten nutzen Stein
und reißen manche Lücken in die Fäden, die dort schweben,
sie treten in den alten, längst verwaisten Bau hinein.
Und oben im Gebäude an der kalten Feuerstelle,
die wohl schon seit Dekaden nun von keinem mehr genutzt,
entdeckt man eine Truhe in dem Eck vom Turmgefälle,
von Madenrest und anderem Insektenstaub verschmutzt.
Pulsierend knarzt der Deckel und es ächzen schwarze Raben
ganz seltsame Gesänge durch das offene Gebälk,
ekstatisch schielen Augen auf die bunt verzierten Farben
von Gold und Diamanten, dort am Ende von der Welt.
In dem Moment, als man das Gold, das in der Kiste nistet,
mit seinen warmen Händen freudestrahlend dann berührt,
wird man von dem geheimen Fluch der Insel überlistet
und als entflammtes Feuerholz für diesen Turm verschürt.
© Fabio Berman
Bild: Pixabay
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