Zugvogelballade

 

Herbstzeit! Bunter Blätterregen!

Stürme durch die Gegend fegen!

Sonnenwärmedefizit!

Das Federvieh macht das nicht mit!

 

Deshalb planen sie entschieden

eine Reise in den Süden,

denn sie sind den Winter über

an den Stränden, Küsten lieber,

wo’s hat Palmen, Meeresbrise –

Urlaub satt, heißt die Devise.

 

Und wie gerne sie verduften,

auszuspannen nach dem Schuften.

Drum bucht man mit Kind und Kegel,

mausert sich und strafft die Segel.

Deck und Lauf sind kontrolliert,

das Getriebe eingeschmiert,

checken aller Landeklappen,

vor dem Abflug noch `nen Happen

Wurm, den Rest ins Marschgepäck,

zwischen Bug und Steuerheck.

Kurzer Test, ob alles flügelt,

Haus und Hof längst abgeriegelt;

Zeitschrift „Meine Vogelwelt“

wurde pünktlich abbestellt.

 

Um Mitternacht, in einer lauen,

fliegen sie aus Wäldern, Auen,

frei von Stau und Turbulenzen

Richtung fremde Landesgrenzen.

Ach, was freu’n sich die Familien

auf Mallorca, auf Sizilien,

Malta, Kos und Malaga,

Lanzarote, Afrika.

 

Plötzlich erstes Fluggekläpper

bei Familie Fliegenschnäpper.

Piepers streikte der Anlasser,

Zilpzalps Kühler pfiff nach Wasser.

Girlitz brach die Federung,

Mückens hatten zu viel Schwung,

sausten auf der Flugbahn neun

ungebremst in Kehlchens rein.

Schmätzers, die ihr Öl verloren,

flog den Schnäppers um die Ohren.



Schlecht ging’s der Familie Star,

„100“ blitzte der Radar.

Spötters Kot traf Schwirles Flügel

samt den rechten Außenspiegel.

Riesenstau auf Flugbahn acht,

bei den Schwalbens hat’s gekracht.

Und bei der Familie Ammer

nervte Juniors Rumgejammer,

weil dem Kleinen wie verrückt

stündlich seine Blase drückt.

Flügelpannen, haufenweise,

wie bei Schwanz- und Beutelmeise

und Familie Sumpfrohrsänger

brauchte für die Reise länger,

die gewaltig sich verflogen,

weil sie zu früh abgebogen.

 

Jener Schreck ist bald vergessen,

fröhlich hockt man in Zypressen,

Pinien und in Drachenbäumen,

fängt nun endlich an zu träumen,

Schluckt Lumumba, Sangria,

zwitschert „Tri- und Trallala“!

Schreibt, man kann es kaum erwarten,

an die Freunde Ansichtskarten:

„Klasse ist’s hier! Wunderbar!

Schönen Gruß! Bis nächstes Jahr!“

 

© Jürgen Feger

 

Bilder: Pixabay


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Nahrungs-Ketten-Reaktion

 

Gemächlich zieht sie ihre Bahn,

kehrt hier mal ein, hält dort kurz an,

genießt vom Kopfsalat ein Blatt,

dann ist die kleine Schnecke satt

und kehrt auf ihrer Spur aus Schleim

… heim!

 

Dies alles sieht der Vogel Star,

der abends immer hungrig war.

Er saß auf eines Baumes Ast,

von dem er nun nach unten rast,

und plötzlich ist die kleine Schneck’

… weg!

 

Nach seinem Mahl setzt er sich nieder

und putzt sich sorgsam sein Gefieder,

doch da erspäht ihn Nachbars Katz’,

die springt herbei mit einem Satz,

dann ist der Star durch Katzenpfot’

… tot!

 

Mit sich zufrieden und der Welt,

hört Mieze nicht den Hund, der bellt,

den Kettenhund, der Brutus heißt,

der selten bellt, der lieber beißt,

dann ist die Mieze ohne Wort

… fort!

 

Nun hat sich Brutus hingelegt,

Frau Rüstig sieht es, tief bewegt,

ihr Miezchen ruft sie nun vergeblich,

was folgt, ist ihr selbst widerstreblich,

tut es, auch wenn's ihr nicht gefällt,

für alle Kätzchen dieser Welt.

Von ihrem Mann, der Jäger war,

war noch ein Vorderlader da,

den nimmt sie sich vom Haltebock,

samt Pulver, Blei und Ladestock,

mit kaltem Herzen, heißem Zorn,

zielt über Kimme sie und Korn,

und plötzlich ist mit Bru-hu-tus,

… Schluss!!

So ist es, wie’s im Leben geht,

weil immer einer drüber steht,

auf einer Nahrungsketten-Leiter,

so war es, und so geht es weiter:

Frau Rüstig starb, sie rutschte aus,

auf glattem Fleck vor Nachbars Haus,

dem einst der Kettenhund gehörte,

und dessen Tod den Nachbarn störte,

und den Frau Rüstigs Sterben freute,

was er dann ziemlich schnell bereute,

denn die Frau Rüstig war noch warm,

da drang ein Pfeil in seinen Darm,

geschossen von Frau Rüstigs Sohn,

der selbst bald starb, man ahnt es schon,

denn ihn traf starken Stromes Schlag,

als er in seiner Wanne lag.

Das war kein Unfall, das war Mord,

der Täter freilich war längst fort,

nachdem er einen Fön ganz fies

in Rüstigs Wanne gleiten ließ.

Auch der, der diesen Mord beging,

sprang schließlich selbst über die Kling’,

was er so nie erwartet hätte,

weit oben in der Nahrungskette,

dass ihn der Sensenmann noch spät,

am selben Tag danieder mäht,

er rutscht auf einem Schneckenhaus …

… aus!

 

So ist die Lebens-Kreislauf-Leiter,

da ist es unten nicht so heiter,

nur dem, der auf den Sprossen steigt,

sich öfter mal die Sonne zeigt,

der kann dann in die Ferne gucken,

und andern auf die Köpfe spucken.

Und ganz, ganz oben, an der Spitze,

sitzt Einer und macht dumme Witze,

der schaut von oben auf die Welt,

die Nase hat er hoch gestellt,

wenn er sich köstlich amüsiert,

wie sich sein Fußvolk massakriert,

in kleiner oder Weltenschlacht,

ER sitzt auf seinem Thron und …

… lacht! 

 

©️ Klaus Dattner, 2025


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Wie du mir, so ich dir!

 

Hop Sing war Smutje auf einem Kutter.

Die Mannschaft versorgte er mit „Futter“.

Jene Matrosen war'n ziemlich gemein,

körperlich groß, nur Hop Sing war klein.

 

Sie schlugen ihn oder zogen ihn auf.

Das war meines Smutjes Tagesverlauf.

Manchmal zogen sie ihn an seinen Haaren.

Frust und viel Schmach musste er erfahren.

 

Hop Sing blieb freundlich. Er tat ihnen leid.

Die Mannschaft war zum Frieden bereit:

„Hop Sing!“, sagten sie, „Du bist doch recht nett.

Doch ständig weg bekommst Du dein Fett!



Du bist zwar klein, doch dafür niedlich.

Von heute an zeigen wir uns friedlich!“

Auch Hop Sing war freundlich zur Gruppe:

„Ich pinkle nie wieder in Eure Suppe!“

 

© Olaf Lüken

 

Bild: KI kreiert von skumy666


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Und auch hier ist er sehr aktiv: https://www.festgestaltung.de/

Das Leiden des jungen Helden


Im frühen Sommer eines Jahres,

und in der Nähe Frankfurts war es,

zur frühen Stund’ der Morgenröte,

lief Johann Wolfgang, Herr von Goethe,

als Knabe noch und Tunichtgut,

mit hemmungslosem Übermut,

und dürren Bein' in kurzer Hos’,

trotz Mamas Warnung einfach los.


Er wollte die Natur genießen,

den tiefen Wald, die satten Wiesen,

die weiten Felder mit Getreide,

sein Ziel war eine grüne Heide.

Hier wuchs auf sehr versteckter Erde

ein Pflänzlein, das er sehr begehrte,

er brach das Pflänzlein, eine Rose,

in heldenhaft verspielter Pose,

was folgte, war ein Stich, ein Schmerz,

ein unbeherrschter Griff ans Herz,

in diesem Akt der Barbarei,

der Gipfel war ein lauter Schrei,

als er erkannte, was er ahnte,

dass warmes Blut den Weg sich bahnte,

aus seinem Unterarm, dem linken,

das ließ ihn theatralisch sinken,

und stöhnen, dass ihm “anders” werde,

schon lag er rücklings auf der Erde,

der Dichterfürst, der Herzensbrecher,

gefällt durch Heiderösleins Stecher,

und während er entmachtet schlief,

die Mama nach dem Helden rief,

der langsam sich vom Stich erholte

und müden Haupts nach Haus’ sich trollte.


Er wäre nicht der Herr von Goethe,

hätt’ er den Vorfall seiner Nöte

nicht wortgewandt und weltentrückt,

im “Heideröslein” ausgeschmückt,

wofür die Damen ihn verehrten

und Hochgefühle ihm bescherten.

Im Umgang mit der Damenwelt

war Goethe immer schon ein Held,

der ihre heiße Glut entfachte

und manches Herz zum Schmelzen brachte.



Die Damen hatten rote Wangen,

als Goethes Worte nun erklangen,

als er erklärte, was geschah,

wie damals er das Röslein sah,

dort droben, auf der grünen Heide,

und er nicht wollte, dass es leide,

er sprach, er werde es gleich brechen,

das Röslein drohte, ihn zu stechen,

und als der Knab’ das Röslein bricht,

da merkte er, wie es ihn sticht,

und aus der höchst illustren Runde,

drang “Aah” und “Ooh” aus Damenmunde.

“Mein Held!” hört’ man schon eine flüstern,

die wirkte höchst erregt und lüstern,

sie würde gern in ein, zwei Tagen,

mit ihm ein Schäferstündchen wagen,

denn er sei hier der Hirsch am Platz,

als Hahn im Korb ein echter Schatz!


So sind die Löwen der Salons,

im Übertreiben sind sie groß,

was sie sich da zusammenreimen

um sich bei Damen einzuschleimen,

von den Gefahren der Natur,

in Wahrheit war's ein Röslein nur.


© Klaus Dattner, 2025


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Glühwein

 

Dunkel war's, der Mond schien helle …

langsam stieg ich … auf die Schnelle

die steile Treppe nun empor,

die hinab zum Keller führte,

wo ich vor Hitze fast erfror

und glühend heiß die Kälte spürte.

 

Der weiße Kater, schwarz bepinselt,

der süß ein Liebeslied gewinselt,

als drunten, auf dem höchsten Aste,

sah ich's im Traum nur … leicht bezecht?

Er fast den letzten Zug verpasste.

Der fünfte Glühwein war wohl schlecht.

 

© Winfried Funda

 

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Betrunken - Er spricht mit der Mülltonne!


Es ist schon spät, die Nacht war lau,

die Straßen leer, der Himmel blau.

Nur Klaus, der wankte, Bier in der Hand,

kam lallend zurück aus dem Feierland.


Er schwankte und torkelte Schritt für Schritt,

sein Kopf voller Lieder, sein Herz voller Witz.

Da sah er sie stehen, ganz still und allein,

die Mülltonne, schwarz, wie ein trauriger Stein.


"Na, du? Du bist auch ziemlich dicht!

So still wie du bist, gefällt mir das nicht!"

Er lehnte sich an sie, fast schon verliebt,

"Was hast du erlebt? Ist wer, den's für dich gibt?"


Die Tonne, sie schwieg, wie's Mülltonnen so tun,

der Klaus war jetzt drinnen im nächtlichen Tun.

"Weißt du," so flüstert er ganz vertraut,

"manchmal, da fühl ich mich wie ausgelaugt."



Er redete weiter, ganz ohne Scham,

erzählte der Tonne von seinem Programm:

"Ich liebe, ich leide, ich saufe manchmal viel.

Doch du ... Du verstehst mich, du bist mein Ventil."


Ein Nachbar stand staunend am Fenster bereit.

Der Klaus führt Gespräche, die Tonne hat Zeit.

Die Katze im Hof, die miaute empört,

Doch Klaus, der fühlte sich richtig erhört.


Am Morgen, da traf man sich in der Stadt:

"Wer war dieser Mann, der mit der Tonne gesprochen hat?"

Die Mülltonne schweigt, wie immer, kein Scherz,

man hört nur das Lallen und Klaus hat Kopfschmerz.


© Irmgard Behrend


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Die vier Gattenzeiten

Gatte Nummer Eins / Frühling


Wenn erste Sonnenstrahlen wärmen,

und drauß' tönt wieder Kinderlärmen,

und zartes Grün verdrängt das Grau,

ein Füchslein schaut aus seinem Bau,

wenn hoch am Himmel Lerchen schlagen

an ersten frühlingswarmen Tagen,

der Raps die Felder gelb erleuchtet

und letzter Schnee das Land befeuchtet,

wenn Bäume, Sträucher, wieder blühen,

erwärmt von mildem Sonnenglühen,

die Frühlingsluft erfüllt vom Summen,

wenn Honigbienchen fleißig brummen,

dann hat der Winter nun ein Ende,

und es ist Frühling im Gelände!

Und wenn der Bauer dann im Märzen

mit kühlem Kopf und heißem Herzen,

nachdem er tags die Felder pflegt,

sich nachts zur schönen Magd hinlegt,

dann ist's der Bäuerin ganz recht,

denn sie liegt lange schon beim Knecht.


Doch eines Tages, irgendwann,

erklärt ihr liebestoller Mann,

er will sich von ihr scheiden lassen

und mit der Magd sein Geld verprassen.

Zwar sagt er noch, dass er's bedauer',

doch seine Frau ist richtig sauer.

Ihr Mann muss weg, und das sofort,

am ehesten durch einen Mord!




Sie ist kein Weib für viel Gejammer,

drum schleicht sie leis in ihre Kammer,

nimmt aus dem Fache, dem geheimen,

das Pulver von den Giftwurzkeimen,

ums unter ständigem Verrühren

dem Mittagssüppchen zuzuführen.

Die Suppe schmeckt ihm ganz vorzüglich,

das registriert sie höchst vergnüglich.


Erst bei dem Nachschlag Nummer viere

versagen Lunge, Leber, Niere,

zu guter Letzt ein Stich, ein Schmerz,

dann hört's zu schlagen auf, sein Herz.

Und dennoch zeigt die Frau des Bauern

kein einzig Zeichen von Bedauern.

Bevor der Leichnam ganz erstarrt,

wird er zur Grube hin gekarrt.

Dort, wo die Jauche gärt und stinkt,

alsbald der tote Bauer sinkt.


© Klaus Dattner / 2023


Bild: KI generiert von biuki


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Gatte Nummer Zwei / Sommer


Nun, da der Frühling langsam weichet,

die Sommerzeit heran sich schleichet.

Vorbei die Pracht der schönen Blüten,

nun gilt's die Knospen zu behüten,

damit aus ihnen irgendwann

gesundes Obst entstehen kann.


Die Tage werden warm und wärmer,

die Fließgewässer arm und ärmer,

die kleinen Bächlein trocknen aus,

darunter leiden Mann und Maus,

und auch die Müllersleut am Fluss,

nicht lang, dann ist mit Mahlen Schluss!


Die Sommerzeit ist freie Zeit,

und unbeschwerte Fröhlichkeit,

die Zeit der luftig-leichten Kleidung

und die der lockeren Entscheidung.

Es ist die Zeit des feuchten Feierns,

des zu viel Trinkens und des "Speierns",

der hormonellen Liebesschwüre,

es ist die Zeit der großen Dürre.

Es ist die Zeit, sich leicht zu kleiden,

das Vieh zu treiben auf die Weiden.


Das erste Heu wird bald gemäht,

das Korn schon hoch im Felde steht.

Es ist die Zeit der heißen Tage,

doch wird die Hitze schnell zur Plage,

auch nachts noch bleibt es tropisch heiß,

aus allen Poren dringt der Schweiß.

Die Sommerzeit ist Urlaubszeit,

und man verreist gern lang und weit.

All die, die doch zu Hause bleiben,

die können sich die Zeit vertreiben,

im Schwimmbad oder Baggersee,

beim Träumen auch im Wiesenklee.

Der Sommer ist die geilste Zeit,

in lauen Nächten ist man breit,

bereit, sich wieder neu zu binden,

die rechte Frau (den Mann) zu finden.



Nach einer kurzen Zeit der Trauer

legt sich die Witwe auf die Lauer.

Als sie mit ihren Reizen spielte,

nach einem neuen Partner schielte,

wird gleich der erste Bauer schwach

und folgt ihr in ihr Schlafgemach.


Nach Wochen vorgetäuschter Freude

zieht ein der Alltag ins Gebäude.

Zwar ist des Mannes Blut noch heiß,

doch das der Frau ist kalt wie Eis.

Schon ist sie seiner überdrüssig,

im Haushalt ist er überflüssig,

sorgt nur für Ärger und Verdruss,

dass sie ihn bald entsorgen muss.


Will er am Abend Zärtlichkeiten

und unter ihre Decke gleiten,

wehrt sie ihn ab mit falscher Träne

und heuchelt Mattheit und Migräne.

So geht das lange, fast ein Jahr,

bis dass dem Mann zu viel es war.


Wenn er am Tag das Feld bestellt,

er nächtens sich zur Magd gesellt.

Genau auf diese Liaison

da wartete die Bäu'rin schon,

und sie begab sich unverhohlen

zur Kammer, um das Zeug zu holen,

mit dem sie kalt in aller Schnelle

den Bauern tötet auf der Stelle,

zerrt ihn vom Tisch zum Leiterwagen,

um ihn zur Grube nicht zu tragen,

und sie versenkt mit etwas Mühe

den Leichnam in der braunen Brühe.


© Klaus Dattner, 2023


Bild: KI generiert von biuki


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Gatte Nummer Drei / Herbst


Wenn abgeerntet ist das Land,

wo gestern hoch das Korn noch stand,

und Nebel deckt die Täler zu,

ganz langsam kommt das Land zur Ruh',

und wenn die Tage werden trüber,

dann ist der Sommer wohl vorüber.


Am Morgen ist das Gras noch nass,

der Wind fegt Blätter durch die Gass

weht sie von Bäumen und von Sträuchern,

die Luft riecht schinkenschwer nach Räuchern.

Das Kinderlärmen ist verstummt,

kein Bienchen mehr an Blumen summt.


Die Menschen, die mit Holz noch heizen,

die dürfen nun, im Herbst, nicht geizen,

die müssen mit der Axt, der alten,

das Holz in großen Mengen spalten,

und es in Schuppen und Verschlägen

vorm Regen sicher trocken legen.


Die Beeren hängen voll am Strauch,

so wie am Baum die Äpfel auch.

Am Nussbaum hört man Kapseln knacken,

sieht Eichhörnchen mit vollen Backen

die Nüsse sammeln, alle Sorten,

um für den Winter sie zu horten.


Wenn's in den Wäldern Blätter regnet

man Hirschen in der Brunft begegnet,

wenn Nebel wabert über Feldern,

und Winzer ihre Trauben keltern,

dann endlich ist das Land bereit

für Herbst, die dritte Jahreszeit!


Sie wartete noch zwei, drei Wochen,

dann war erneut der Bann gebrochen,

und sie verspürte große Lust

auf ehelichen Alltagsfrust.

Sie ging vom warmen Kanapee

zum sonntäglichen Tanzkaffee,

sah dort beim Einen oder Andern

den Blick in ihre Richtung wandern.

Von einem Mann in all den Massen,

da konnte sie den Blick nicht lassen,

begann mit ihren langen Wimpern

verführerisch im Takt zu klimpern.

Komm her, mein Held, hört sie sich sagen,

dann können wir ein Tänzchen wagen.

Als er begann, sich ranzuwanzen

beim körpernahen Stehblues-Tanzen,



da spürte sie, es hat geklappt,

die Falle ist jetzt zugeschnappt.

Er zog sie schon mit Blicken aus,

sie nahm den Burschen mit nach Haus,

und wie geplant, so ist's gekommen,

der Mann hat sie zur Frau genommen.


Als er sie körperlich begehrte,

war's an der Zeit, dass sie sich wehrte,

indem sie dem Verliebten klagte,

wie sehr sie die Migräne plagte.

Drei Wochen nahm der Mann das hin,

dann kam die Magd ihm in den Sinn,

die in der nahen Kammer schlief

und voller Sehnsucht nach ihm rief.

Er ließ die Magd nicht lange bitten,

schlich zu ihr hin mit leisen Schritten.

Was dann geschah, bleibt hier im Dunkeln,

man hörte nur die beiden munkeln.


Dies blieb der Gattin nicht verborgen,

und sie beschloss, dass sie gleich morgen

für ihn ein feines Süppchen kochte,

so wie ihr Mann es gerne mochte.

Am nächsten Tag zur Mittagsstund

führt er den Löffel hin zum Mund,

nicht ahnend, dass sein Weib aus Rache

ein Pulver aus geheimem Fache

geholt und in die Suppe rührte,

die mit Genuss zum Mund er führte.

Zunächst ein Räuspern, dann ein Husten,

danach ein Röcheln und ein Prusten,

dann schnappt der Mann in seiner Qual

nach Atemluft ein letztes Mal.

Nun, als sein Todeskampf beendet,

da hat sie keine Zeit verschwendet.

Um ihren Gatten nicht zu tragen,

griff sie erneut zum Leiterwagen,

zog diesen hin zur Jauchegrube,

wo er verschwand, der böse Bube.


© Klaus Dattner, 2023


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Gatte Nummer Vier / Winter


Der Winter streicht das ganze Land

mit seiner kalten, weißen Hand!


Wenn Schnee das laute Treiben dämpft,

das Wild ums Überleben kämpft,

wenn festes Eis den Dorfteich deckt,

der Hofhund sich am Ofen streckt,

wenn Kinder auf der Eisbahn schlittern,

und wenn beim Stürzen Knochen splittern,

wenn schwere Wolken Schneefall bringen

und Kindlein scheu am Christbaum singen,

und wenn ein Schneemann steht im Garten,

lässt Weihnacht nicht lang auf sich warten.


Wenn kaltes Sonnenlicht nicht wärmt,

die Kinderschar beim Rodeln lärmt,

dort, wo der Wiesenhang am steilsten,

da ist die Schlittenfahrt am geilsten!


Das Dorf liegt abends früh im Dunkeln

und Lichtlein aus den Häusern funkeln.

Aus Schornsteinschloten steiget sacht

der Qualm von Feuern in die Nacht.

Ein später Hahn kräht auf dem Mist,

die Katze noch ein Mäuslein frisst,

steh'n Ochs und Esel schon im Stall,

herrscht traute Stille überall.

Kein Kinderlärm dringt mehr ans Ohr,

nur Hunde bellen spät im Chor.

Die Kirchturmglocke schlägt um zehn,

die letzten Zecher heimwärts geh'n,

manch einer ist zu Haus im Hafen

in seiner Kleidung eingeschlafen.

In Stall und Scheune, Heim und Herd,

ist endlich Ruhe eingekehrt,

im Dunkeln liegen Hof und Haus,

und lautes Schnarchen dringt heraus.

Nur hier und da ein kleines Licht,

das einsam aus dem Dunkeln sticht.


Zum dritten Male Witwe nun,

doch keine Zeit sich auszuruh'n.

Um sich ein viertes Mal zu binden,

muss sie alsbald ein Opfer finden.

Reich soll er sein und triebgesteuert,

nicht neu, sie nimmt auch runderneuert.

Doch ist ein solches Exemplar

von einem Prachtkerl meistens rar,

und deshalb wirft sie sich in Schale

für einen Tanz im Gasthaussaale,

wo sie, wie früher schon so oft,

ein neues Opfer sich erhofft.

Kurzum, die Witwe wurde fündig,

was folgte, das lief kurz und bündig.

Der Mann, den sie sich angelacht,

hat sie zur Ehefrau gemacht.

Und wiederum nach kurzer Zeit,

hat er die Heirat schnell bereut.

Stets dann, wenn er nach Liebe gierte,

sie ihm Migräne präsentierte,

er muss sich ihrer Unlust fügen,

mit kaltem Duschen sich begnügen.

Das ward ihm irgendwann zu viel,

und es begann das alte Spiel.

Wenn kalter Wind um Häuser streicht,

der Bauer zu der Magd hin schleicht,

die lässt mit ihren Raffinessen

den Frust der Ehe schnell vergessen,

so dass der arme Bauersmann

danach zufrieden schlafen kann.


Doch stets, wenn er die Magd begehrt,

steht seine Frau gebeugt am Herd,

und sorgt in ihrer Kittelschürze

beim Kochen für die rechte Würze.

Ein wenig Pfeffer aus der Mühle,

Muskat und Salz mit viel Gefühle.

Gealtert ist sie schon vor Jahren,

man sieht's an ihren grauen Haaren

und an dem gramgebeugten Rücken,

ein Resultat vom vielen Bücken,

hat sich geopfert für den Lieben,

ihr selbst ist keine Kraft geblieben.

Nur eines möchte sie noch tun

dann ist es Zeit, sich auszuruh'n!

Sie holt aus dem versteckten Fache

ihre höchst geheime Sache,

die rührt sie um, in aller Schnelle,

im Suppentopf mit einer Kelle.


Nach all den Jahren muss sie sagen,

kann sie den Tod nicht mehr ertragen,

zu sehen, wie dem armen Wicht

entweicht das letzte Lebenslicht,

mehr und mehr, nimmt sie das mit,

ein letztes Mal, dann ist sie's quitt!

Drum gibt sie sich jetzt große Mühe,

streut alles Gift in ihre Brühe.

Und als ihr Mann zu Tische sitzt

und nach dem ersten Löffel schwitzt,

das Hemd zerreißt, nach vorne sackt,

da hat sie's wieder mal gepackt.

Des Mannes Lebensgeister weichen,

es findet sich kein Lebenszeichen,

weshalb sie schnell und routiniert

zur Jauchegrube ihn chauffiert.


Hier sinkt er ab, der böse Bube,

ins feuchte Grab der Jauchegrube.

Dort liegt er nun in einer Reih'

mit ihren Gatten Eins, Zwei, Drei.


© Klaus Dattner, 2023


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Chili con carne / Genuss mit Vorsicht


Heute gab es zum Mittagessen

Chili con carne der besonderen Art,

scharf und würzig mit Gehacktem

auch an Bohnen wurde nicht gespart.


Schon nach einer halben Stunde

grummelte es bei jedem im Bauch,

doch in der Wohnung gab's nur eine Toilette

und plötzlich standen alle auf dem Schlauch.


Das WC war besetzt und im Darm gab's Stau,

verkrampft standen alle in lustiger Pose,

vor lauter Lachen ist's dann passiert,

ein Lüftchen entfleuchte und es ging in die Hose.



Drum ist Vorsicht geboten bei dem Genuss

sonst kommt es wie es kommen muss:


Denn jedes Böhnchen gibt ein Tönchen

jede Erbse einen Knall,

und das Ganze kommt dann plötzlich

mit viel Druck und Überschall.


© Gabi Rettstadt


Bild: Pixabay


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Der Streit der Küchengeräte


Der Streit der Küchengeräte ist nicht fein,

Jedes wollte des Wichtigste sein.

Der Mixer brüllte: "Ich bin ein Star,

ohne mich gäbe es keinen Smoothie - klar ...!"


"Was redest du da?", rief der Toaster keck,

"Ich rösten die Brote, dass ihr es checkt!

"Ohne mich", schrie der E-Herd, "wär's kalt und leer!

Kein Kuchen, kein Braten und noch viel mehr."


Der Kühlschrank, der schnaubte und fror vor sich hin.

Was nützt euch das alles, wenn ich nicht bin?

Ich halte das Gemüse und den Käse frisch,

ohne mich käme nichts Gesundes auf den Tisch."


Da meldete sich die Pfanne zu Wort.

"Ich brutzle Steaks und Eier vor Ort ..."

Der Wasserkocher dampfte vor Wut vor sich hin,

"Ohne mich hätte das alles keinen Sinn."



Die Kaffeemaschine, die war schon sauer.

"Was ist mit mir? Ich geb den Leuten Power ...

Morgens, da käme keiner in Schwung,

die Menschen liefen wie Zombies herum???"


Die Mikrowelle blies sich auf

und war wirklich sehr schlecht drauf:

"Doch ich kann aus kalten Sachen

ja wohl am Schnellsten warme machen!"


So stritten sie weiter, die ganze Nacht.

Jedes Gerät wollte siegen, das wär ja gelacht.

Doch eines ist sicher nach diesem Streit,

ohne alle geht gar nichts, jeder macht seinen Teil ...


© Irmgard Behrend


Bild: Smileys: Pixabay / Küche KI-generiert von biuki


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Die Nase

Unsinnige Betrachtung eines kolbigen Organs


Die Nase, sie ist das Organ,

mit dem der Mensch was riechen kann.

Man merkt, dass sie zum Riechen taugt,

wenn man mit ihr die Luft ansaugt,

dann riecht man angenehmen Duft,

doch leider auch die schlechte Luft.


Die Nase sitzt, man glaubt es nicht,

bei JEDEM mitten im Gesicht,

sie sitzt nicht hinten, nicht am Kinn,

nein, sie sitzt vorne, mittendrin.

Man wäre auch ein armer Tropf

mit diesem Ding am Hinterkopf.


Die Nase muss besonders sein,

denn sie hat Flügel, Rücken, Bein,

und eine Nasenscheidewand,

das macht sie richtig interessant.

Die Nasenwurzel gründet tief,

wenn nicht, dann wächst die Nase schief.


Mit all dem, was der Nas’ gegeben,

könnt’ sie auch gut alleine leben,

doch war der Schöpfer einst bestrebt,

dass an der Nas’ ein “Träger” klebt

wobei der Mensch, ob Frau, ob Mann,

als Nasenträger dienen kann.


Der Nase ist es höchst verhasst,

wenn nicht ihr Träger zu ihr passt,

dann startet sie mit viel Tam-Tam

ihr Trägerabstoßungsprogramm,

ob es ihr irgendwann gelingt,

mal sehen, was die Zukunft bringt.


Dann zeigt des Trägers Riechorgan,

dass es bei Kälte laufen kann,

es schwillt die Schleimhaut, es wird rot,

Sekret tritt aus dem Nasenschlot,

es wächst der Reiz, der in ihm sprießt,

bis letzten End‘s der Träger niest


Das Niesen klingt wie Donnerhall,

befördert Schleim in großem Schwall,

aus Nasenlöchern schreckensweit.

So geht das über lange Zeit,

bis dass der Träger selbst erkennt,

man hätte besser sich getrennt.


Die Nase hat ein Nasenbein,

das gerne bricht, haut man drauf ein.

Das nennt man Nasenbeinfraktur,

erwähnt sei dies am Rande nur,

man sieht es oft bei Sauferei,

als Folge einer Rauferei.




Bei dem, der nicht die Wahrheit spricht

beendet sie ihr Wachstum nicht.

Nicht jeder, dessen Nase lang,

zugleich das Lied der Lüge sang,

auch Menschen aus dem Abendland,

die werden Langnasen genannt.


Die Nase ist, das weiß man wohl,

ganz nebenbei ein Sex-Symbol,

so heißt es in des Volkes Mund,

und Volkes Mund tut Wahrheit kund:

“So wie die Nase eines Mannes,

genauso ist auch sein Johannes”!


Die Nase, ist sie fein und schmal,

gilt als ein Schönheitsideal,

ist sie hingegen knollig dick,

bringt sie dem Träger meist kein Glück,

und ist die Nase riesengroß,

wär sie ihr Träger gerne los.


Ist eine Nase fein geschwungen,

wird gern ein Lied auf sie gesungen

Ein richtig schönes Exemplar

bot sich dem Volk Ägyptens dar,

im Antlitz einer schönen Frau,

das war Kleopatra, genau.


Vielseitig ist der Nase Form,

sie unterliegt auch keiner Norm,

mal kann sie groß sein, mal auch klein,

kann stupsig, hakig, knollig sein,

man nennt sie Kolben, Rüssel auch,

doch Namen sind ja Schall und Rauch


Was ist der Sinn von der Geschicht?

Ich muss gesteh'n, ich weiß es nicht,

daheim und faul, wie schon so oft,

hab’ auf Beschäftigung gehofft,

und kam in dieser Lebensphase

so mir nichts, dir nichts auf die Nase,

das hat Verstand nicht und nicht Sinn,

mir ist es gleich, ich nehm es hin.


© Klaus Dattner


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Das Ohr


Es sitzt an jeden Mannes Kopf,

beim reichen Herrn, beim armen Tropf,

sitzt an der Seite, nicht davor …

... das Ohr!

Und auch am Kopfe jeder Frau,

das weiß man schließlich ganz genau,

da ragt es trichtergleich hervor …

... das Ohr!


Das Ohr, so nennt man das Organ,

mit dem der Mensch was hören kann.

Gemeinhin kennt der Mensch vom Ohr

das Äußere, die Muschel, nur,

ein hautbedecktes Knorpelding,

das immer schon am Kopfe hing,

das jedermann als Muschel kennt,

weil man es immer schon so nennt.


Das Ohr gibt es in jeder Form,

es richtet sich nach keiner Norm,

es kann mal breit sein oder schmal,

mal rund und manchmal auch oval,

und wenn's dem Träger nicht gefällt,

wird etwas Neues ausgewählt,

mit ein paar Schnitten dort und hier

wird jedes Ohr zu einer Zier!


Das Ohr kann groß sein oder klein,

kann schön, doch kann auch hässlich sein,

mit einem Läppchen oder ohne,

für viele erogene Zone.

Bei manchen liegt es eng am Haupt,

steht ab bei andern, dass man glaubt,

der Träger von den beiden Flegeln

gebraucht sie gleich um fortzusegeln.


Das Ohr wird gerne angeknabbert,

belutscht, bekaut und auch besabbert,

es wird mit Ring und Reif bestückt,

Kassetten werden reingedrückt,

wenn die gefüllt mit Klatsch und Tratsch,

dann ist ein Ohr schnell abgequatscht.

Und blumenkohlig blüht es auf,

haut man beim Boxen ständig drauf.


Das Ohr hat vieles zu ertragen,

Trompetenschall und Trommelschlagen,

der Operndiven schrillen Schrei

und Lindenberg`sche Nuschelei,

des Sinfonie-Orchesters Klang

und schnöden Blauer-Bock-Gesang,

die Rockmusik aus vollen Röhren

und Arien von Star-Tenören.



Das Ohr jedoch liebt`s eher leise,

wie Flötenklänge beispielsweise,

Schalmeienklang von Hirtenjungen

und alte Weisen, leis gesungen,

wie Lust-Gestammel, liebestoll

und Abschiedsworte, sehnsuchtsvoll,

wie ruhespendend Kindertrost,

wenn sanft man`s in den Schlaf liebkost.


Das Ohr mag's, wenn es wohlig klingt,

samtweich in den Gehörgang dringt,

wenn Töne sanft den Amboss schlagen,

vom Hammer luftig fortgetragen.

'Hä?', denkt mancher sich beim Lesen,

'Was, bitte, ist denn das gewesen?

Was sollen Amboss hier und Hammer,

bin ich in einer Schmiedekammer?'

Lass mich, oh Leser, dies erklären

und damit Deine Bildung mehren.


Das Ohr ist Muschel nicht allein,

tief führt es in den Kopf hinein,

durch den Gehörgang dringen hell

Geräusche hin zum Trommelfell,

es folgen Hammer, Amboss, Schnecke,

der Steigbügel sitzt in der Ecke,

bis Nerven sich drauf vorbereiten,

Gehörtes hin zum Hirn zu leiten.

Nun ist, wie ich gestehen muss,

mit dem, was ich vom Ohr weiß, Schluss!


Das Ohr … was soll denn die Geschicht?

Genau genommen weiß ich's nicht,

ich saß und dachte vor mich hin,

dann kam das Ohr mir in den Sinn,

ich ließ die Phantasien wandern,

so fügte eines sich zum andern,

was dabei raus kam, kann man lesen,

nichts anderes ist es gewesen.


© Klaus Dattner, 2012


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Gar nix

 

Mein Freund, dein Ehrentag steht an,

gibt’s etwas, das ich schenken kann?

Die Frage wurde oft gestellt,

mehr tausendfach in dieser Welt.

 

Es war die Frage, die mich quälte,

und die ich auch dem Freund dann stellte,

man will ja schließlich nichts riskieren

mit falschen Gaben reagieren!

 

Nö, gar nix wolltest du von mir,

mit diesem Wunsch stand ich dann hier

und bin heut durch die Stadt gelaufen,

würd dir so gerne gar nix kaufen!

 

An der kleinen Metzgerei

kam ich gleich zuerst vorbei,

und öffnete die Tür ganz fix,

sprach: „Hundert Gramm gar nix!“

 

„Schleich di, du geschertes Weib,

gar nix essen, bist ned g’scheid?“

Schnell floh ich aus dem Haus hinaus,

gar nix war wohl grade aus!

 

Flugs lief ich zu der Bäckerin,

kaum war ich in dem Laden drin,

zwei Stücke gar nix ich bestellte

und sah, wie ihre Stirn sich wellte:

 

„Gar nix ham’ma heute nimma,

doch a Datschi geht doch imma …“,

schnellstens zog ich mich zurück,

gar nix wollt’ ich, bloß zwei Stück!

 

Im Supermarkt, im Fall des Falles,

bekommt man eigentlich fast alles!

Doch als ich an der Info fragte,

der Mann sich schrecklich gleich beklagte!

„Gar nix gibt’s bei uns gar nicht,

verzupf dich schnell, du Bösewicht!“



O weh, dacht’ ich mir sehr beklommen,

wo soll ich gar nix dann bekommen!

Im Internet, kam mir die Idee,

da gibt’s doch wirklich jeden Schmäh!

 

Bei Amazon loggt ein ich mich

und konnte recht schnell fündig sein:

Gar nix in Buchdeckeln gepresst,

das hat mich ziemlich arg gestresst!

 

Das legt den Käufer dann doch rein,

das kann doch wirklich gar nix sein!

Ich kam noch nicht einmal ins Schwanken,

denn gar nix schenken war Gedanken!

 

Ja, mein Erfolg war recht bescheiden,

das konnte ich so gar nicht leiden:

Ich dachte mir, das kann nicht sein,

dann mach das „Gar nix“ ich allein!

 

Mist, gar nix kann man auch nicht grillen

nicht kochen und die Teller füllen,

gar nix kann leider man nicht stricken

und eigentlich gar nix besticken!

 

Nun war halt Phantasie gefragt,

die grauen Zellen angesagt:

In diese Zeilen, ziemlich klein

gab etwas „Gar nix“ ich hinein!

 

Was wollte ich dir gerne schenken?

Ich muss so oft doch an dich denken,

ach, wäre ich wohl in der Lage,

ich wünschte dir nur gute Tage!

 

Den Wunsch bekamst du reingeflüstert

und das Papier hat leicht geknistert,

ob dieser in Erfüllung geht,

nur leider in den Sternen steht!



Noch etwas Platz gab’s in den Zeilen

und Wünsche kann ich viel verteilen:

 

Ganz viel Liebe gab ich rein,

Sommertag mit Sonnenschein,

Wind, der durch dein Haar dir weht,

mich, die immer zu dir steht.

 

Schneeglanz, etwas Blumenduft

(die sind beide schon verpufft),

Freundschaft und viel Dankbarkeit,

denn du bist immerzu bereit,

 

dich der Menschen anzunehmen,

die sich oft nicht mal bequemen,

für Nächstenhilfe dir zu danken

und trotzdem wirst du niemals schwanken.

 

Jetzt habe ich ganz sanft und sacht

leis diese Zeilen zugemacht,

gar nix wär mir grad ungelogen

beinahe noch davongeflogen!

 

Nun ist es in den Zeilen drin

und steht nach gar nix dir der Sinn,

dann schau halt einfach kurz hinein:

Was könnte in der Schachtel sein?

 

Du wirst es wohl erraten fix:

Darinnen ist, es stimmt: Gar nix!

 

© Claudia Ott

 

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Das Marmeladenglas

 

Leer ist das Glas, wie schade.

Die leck're Marmelade,

von selbst gepflückten Schlehen,

wurd' länger nicht gesehen.

 

Nun fragt man sich, noch mit Bedacht:

„Wer hat sich drüber hergemacht?“

 

Den Kühlschrank könnt' man fragen,

doch der wird wohl nichts sagen.

Zum Schluss läuft's noch darauf hinaus,

dass jemand spukt in diesem Haus.

 

© Winfried Funda

 

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Ein Stück Bienenstich

 

Metzgermeister Ludewig aus Stuttgart,

rief zu sich den Azubi Eberhard:

„Lauf schnell hinüber zum Bäcker Backschnellfrisch

und kauf' mir ein großes Stück Bienenstich.

 

Ich gebe Dir drei Euros dafür.

Drei weitere Euros schenk' ich Dir.

Kauf Dir für das Geld auch einen Bienenstich.

Du sollst nicht hungern, das will ich nicht!“

 

Trällernd zieht der Azubi los,

in der Tasche des Metzgers Moos.

Und kauft für sich ein großes Stück,

kehrt stracks zu seinem Chef zurück:

 

„Meister! - Leider hatte Bäcker Backschnellfrisch

nur einen einzigen Bienenstich für mich.

Hier haben Sie Ihre drei Euros zurück.

Für morgen wünsche ich größeres Glück!“

 

© Olaf Lüken

 

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Na sowas


Renoviert wird Notre Dame

Wo ist der Glöckner dann daham?

Er wohnt wie die sieben Zwerge

in einer Jugendherberge


Der böse Wolf hat die Großmutter geschluckt

Ihr falsches Gebiss hat er ausgespuckt

Letztendlich ist er im Brunnen ersoffen

Davon war wirklich niemand betroffen


Die Hexe hält den Hänsel zur Mast

Sie merkt nicht, dass sie nur den Zweig anfasst

Gretel schubst als das Feuer angeht

Ist das jetzt Jugendkriminalität?


Der König von Weitfortistan

zieht gerne Lederhosen an

möcht jodeln in den höchsten Tönen

Das wird die Ohren nicht verwöhnen


Mein Hut, der hat drei Ecken

Was mag das bezwecken?

Was soll ich mit nem runden Hut?

Der mit drei Ecken steht mir gut


© Ernst Richard Edinger


Bilder: Pixabay



Fitness nach Turnvater Jahn

 

Ich habe gerade eine prima Idee,

bezahlte Fitness ist von gestern der Schnee.

Ich richte mir mein eigenes Studio ein,

das kann doch nicht so schwierig sein.

Heute Morgen habe ich damit begonnen,

habe drei Eier aus dem Kühlschrank genommen.

Zwei davon fielen auf den Boden,

wir kennen ja von Eiern die Methoden,

sich schnellstens überall auszubreiten,

um mich so zu zwingen einzuschreiten.

Ich reagiere natürlich schnell,

hole mir den Wischer mit Gestell.

Gehe auf die Knie, denn unter den Schränken

muss ich mich sonst fürchterlich verrenken.

Anschließend die ganze Küche gewischt

und nach restlichen Eierschalen gefischt.

Die erste Übung wäre getan,

für morgen mache ich mir einen neuen Plan.

Es lebe der Sport nach Turnvater Jahn!

 

© Helga Wessel

 

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„Gedanken in Gedichtform exklusiv“, ihre Bände mit Gedichtezauber-Designs gibt es hier: https://www.epubli.com/?s=Helga+Wessel+Gedanken+in+Gedichtform+exklusiv


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Knackiges Alter

 

Es knackt mal hier, es knackt mal da

Silberfäden durchziehen das Haar.

Die Arme machen winke-winke

Und ab und zu ich ein bisschen hinke.

Zieh ich den BH aus, hab ich keine Falten

Doch sonst ist eigentlich alles beim Alten.

Das Alter fordert halt seinen Tribut

Und schlecht hören tu ich auch gut.

Aber im Kopf, da ist alles klar

Genauso wie es früher war.

Also ich will mich nicht beschweren

Die Tücken des Alters nur mal erklären.

 

© Sylvia Müller

 

Bilder: Pixabay


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Frühjahrsputz

 

Ich schau durchs Fenster. Ach du Schreck!

Die Scheiben dunkel, alles Dreck!

Da hilft kein Weinen und kein Singen.

Ich lasse den Lappen heute schwingen!

 

Putzen geht mir auf die Pelle.

Schmutz, ja Dreck, an jeder Stelle!

Ob Türen, ob Wände oder Ecke.

Mein Wischmopp bringt Staub zur Strecke!

 

Das Bett, das Sofa, Tisch und Schrank.

Nennt mich heute Herrn Blitzeblank!

Ich putze alles: Holz, Glas, Kisten,

beginne Schränke auszumisten.

 

Staub auf Büchern angesammelt.

Altes Obst, schon leicht vergammelt,

wird entfernt mit einem Wisch.

Gleich in den Müll und weg vom Tisch!

 

Jetzt geht's dem Keller an den Kragen.

Der hat ´nen großen Messie-Magen.

O Schreck! Ein Geist stehe an der Wiege.

Ich haue ab; ich mach' die Fliege!

 

© Olaf Lüken

 

Bilder Pixabay

 

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Evolution

oder: ich glaub, ich hab ne Meise

 

Ist der Herr Kohlmeis wieder blau,

dann zetert seine Kohlmeisfrau:

„Du hast Dich doch, ich kann's nicht fassen,

mit der Frau Blaumeis eingelassen!“

 

Und riecht Herr Blaumeis streng nach Kohl,

dann zetert die Frau Blaumeis wohl:

„Du alter Meisenwüstling, Du,

warst bei Frau Kohlmeis, gib's doch zu!“

 

Die Meisenfrauen zetern immer

und Widerspruch macht's nur noch schlimmer

und weil er das natürlich weiß,

genießt und schweigt der „Gentlemeis“.

 

Die Meisendamen, hoffnungsfroh,

nach dieser Meisen-Liaison,

sie legten schon zum Osterfest

zwei Eierlein in jedes Nest.

 

Die Eier wurden streng behütet

und von den Damen ausgebrütet

und eines Tages, zwei, drei, vier,

gab es ein neues Meisentier.

 

Als Mix aus Blau und ganz viel Kohl

entstand die „Bohlmeise“, jawohl,

und ihr Pendant aus Kohl und Blau,

das war die „Klaumeise“, genau!

 

©️ Klaus Dattner, 2022

 

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Unerfüllte Sehnsucht

 

Kennt Ihr meinen Freund, den Adrian?

Der sitzt auf dem Turm, als Wetterhahn.

Kann in alle Fenster gucken,

allen in die Suppe spucken, ...

dreht den ganzen Tag sich hin und her.

Mal links herum, mal rechts herum,

mal langsam und mal schnell

auf seinem Kirchturmspitzenkarussell.

 

Manchmal hockt mein Freund, der Adrian,

traurig auf dem Turm, seufzt dann und wann.

Sucht nach einer Adrienne,

einer netten Wetterhenne, ...

dreht den ganzen Tag sich hin und her.

Mal links herum, mal rechts herum,

mal langsam und mal schnell

auf seinem Kirchturmspitzenkarussell.

 

© Winfried Funda

 

Bild: Pixabay


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DIE STUNDE DES WOLFS

 

Nachts, zwischen drei und vier.

Die Stunde des Wolfs.

 

Wolken schieben sich

vor den Mond.

Im Zimmer ist alles schwarz.

Du hörst

die dunklen Geräusche

der Nacht.

 

Wie immer

zu dieser Stunde

bist du wach.

Warum wohl,

denkst du,

nennt man diese Zeit

Stunde des Wolfs,

knurrst leise und

kratzt Dir

mit der Vorderpfote

das räudige Fell.

 

Keine Ahnung,

denkst Du

keine Ahnung.

 

© Harald A. Schneider

 

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Der Spanner

 

Mich nervt seit Tagen diese Hitze,

ich bin durstig und schwitze, schwitze.

Da leg ich mich in unseren Garten,

dort werde ich auf ein kühles Lüftchen warten.

Eine schöne Bräune ist jetzt mein Ziel,

doch plötzlich habe ich ein komisches Gefühl.

Wer beobachtet mich von dort, so hinter den Hecken,

es raschelt leise, wer will sich vor mir verstecken?

Ich setze mich hin, da sehe ich zwei große Ohren,

was haben diese in meinem Garten verloren?

Ein Feldhase hat mich erschreckt, er lässt sich nicht stören,

der träumt bestimmt bei meinem Anblick, von dicken Möhren.

Hoppla, jetzt hat er seinen Irrtum erkannt

und ist geschwind aus unserem Garten gerannt.

 

© Thea Küch

 

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Der Mitesser

 

In meinem Kühlschrank wohnt ein Pinguin,

neben Quark und Mayonnaise.

Er sagt, sein Name wäre Fridolin,

ja, ... und er mag am liebsten Käse.

 

In meinem Kühlschrank wohnt ein Pinguin,

neben Senf und Marmelade.

Er sagt, sein Name wäre Fridolin,

ja, ... und er trinkt gern Limonade.

 

In meinem Kühlschrank wohnt ein Pinguin,

neben lauter leck'ren Sachen.

Er sagt, sein Name wäre Fridolin,

und wer's nicht glaubt, … soll drüber lachen.

 

© Winfried Funda

 

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Der Herbststurm!

 

Es war einmal, man glaubt es kaum,

ein Sturm, der schlich sich durch den Raum.

Er kam mit Pfeifen, Zischen, Dreh‘n,

kein Schirm, kein Hut konnt widersteh‘n.

 

Ein Gärtner, sorgsam, alt und bieder,

sah täglich nach den Beeten wieder.

Was gestern noch war voll am Blühen,

liegt heute quer, schad' für die Mühen

 

Die Wäsche flog in hohem Bogen,

ein Schlüpfer hing am Kirchturm droben.

Der Pfarrer sprach, mit stillen Blick:

„Das war wohl ein Meisterstück!“

 

Ein Kind, vom Sturm ganz fasziniert,

ward prompt vom Schulweg abgeschwirrt.

Der Lehrer nass, mit leeren Blick,

kam ohne Schirm und Hut zurück.

 

Die Tropfen klopften an das Glas.

Ob es zerspringt? Das wäre was.

Ein Feuer knisterte im dunklen Raum,

draußen tobte der Wetterclown.

 

Und mitten in dem Sturmgebraus

zog Stille ein in unser Haus.

Die Welt wurde klar, die Luft so rein,

es war soweit, der Herbst zog ein.

 

© Irmgard Behrend

 

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Zu Gedicht "Der Herbststurm" von Irmgard Behrend:



Trari-Trara, die Post ist da

 

Der Schlüpfer an der Kirchturmspitze

sorgt hier im Dorf für derbe Witze,

vergnüglich rätseln Spötter-Chöre,

wem dieses Ungetüm gehöre,

monströs und rosa wie das Fleisch,

und steif und grob, statt zart und weich.

 

“Das Teil gehört der Pfarrersfrau!”,

das weiß dann einer ganz genau,

der hier mit seinem Wissen prahlt

und über beide Backen strahlt.

 

Der trägt im Dorf die Briefe aus,

ist gern geseh'n in jedem Haus,

gerade dort, wo Damen wohnen,

die ihn mit „Hingabe” belohnen,

wie neulich bei der Frau Pastor

und bei des Lehrers Frau zuvor,

deren Schlüpfer man dann fand,

genagelt an die Schulhauswand.

 

So läuft das auf dem „flachen Land”!

 

©️ Klaus Dattner, 2025

 

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*Apfel-Reim*

 

Ich wollt zu meinem Dichterglück

auch einen Apfel-Limerick.

Doch da auf Apfel, wie es scheint,

sich nun mal so gar nichts reimt,

ess ich ihn eben, Stück für Stück.

 

© DerPoet (06/25)

 

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Mikrokosmos

 

Eine arme, klitzekleine Schnupfenvire

will sich wärmen, denn da draußen ist's so kalt.

Klingelt heftig an der Nasenflügeltüre,

doch an der Pforte tut sich leider nichts so bald.

 

Denn der Pförtner, eine alte Mumpsbazille,

hört schon schlecht und hätt' sie beinah' nicht erkannt.

Tja, er sucht seit gestern Abend seine Brille,

doch die ruht hinterm Zäpfchen, ... bisher unerkannt.

 

© Winfried Funda

 

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Ich und mein Handy

 

Mein Mobil hatte neulich versucht,

seinem Dasein ein Ende zu geben.

Brummend, vibrierend, ja verrucht,

wollte es aussteigen aus dem Leben.

 

Hoch oben auf dem Bücherbord,

da hat's zuletzt noch gelegen.

Ein Lied, es surrte an jenem Ort.

Zum Rand tat sich's Handy bewegen.

 

Ich sprang dorthin, mit ´nem Riesensatz.

Ich bin zum Handy gejettet.

Ich tat's für mich, nicht für die Katz

und habe ein Leben gerettet.

 

© Olaf Lüken

 

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Ägypten und seine antike Kunst am Bau

oder

Die Sphinx


Ein Mann, vermutlich Beduine,

stand staunend vor der Sphinx-Ruine,

besah sie sich von vorn und hinten,

doch konnt’ nichts Rechtes dabei finden.

Was stellt wohl dieses Bildnis dar?

Das war dem armen Mann nicht klar,

zur Hälfte Mensch und halb ein Hase?

Es fehlte jedenfalls die Nase.


So stand er da, der Mann der Wüste,

verzweifelt vor der großen Büste,

sich fragend, wer der Künstler war,

der Wesen so wie dieses sah.

Derweil sich der nicht nennen lässt,

stand für den Beduinen fest,

dass der, dem dieses Werk geglückt,

betrunken war, oder verrückt.


© Klaus Dattner, 2012


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Tierisches

 

Ein Schneehas leckt ein Eis am Stiel.

Mein Python hat hohes Fieber.

Am Tiber weint ein Krokodil.

Zahnpasta benutzt der Biber.

 

Koala taucht ins tiefe Meer.

Ein Rehkitz kaut nur Vierblattklee.

Gorilla schießt mit dem Gewehr.

Die Laus beklagt ihr Magenweh.

 

Ein Rabe wie die Lerche singt.

Ein Floh entspannt sich mit der Reibe

und während die Tierwelt fröhlich swingt,

sitz ich in der Küche und schreibe!

 

© Olaf Lüken

 

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