Julihitze


Die Sonne brennt erbarmungslos im Rhythmus von Sekunden

hinein in brache Felder und auf staubigen Asphalt

im Boden dreht ein Regenwurm ganz träge seine Runden

und wird im Raum dicht unterm Gras vermutlich nicht mehr alt.


Ich schließe die Gardinen und ich nehme ein Glas Wasser

und halt es wie ein heiliges, vergessenes Relikt,

die Sommerglut im Freien wird minütlich immer krasser,

sogar bevor die Uhr in Richtung Mittagsfenster tickt.


Kein Auspufflärm ist mehr zu hör'n, kein Hupen und kein Fluchen

die Leute bleiben alle scheinbar sonntags müd zu Haus,

ich bin verschwitzt und hungerlos mein Planschbecken am Suchen,

dazu müsst ich jedoch wohl in die grelle Sonne raus.


Am Abend, wenn es dunkel wird, setz ich mich in den Garten,

die angenehme Brise ist, was stundenlang gefehlt.

Für morgen forme ich ein Loch aus Träumen mit dem Spaten,

das von dem kühlen Niederschlag im Mai mir noch erzählt.


© Fabio Berman


Bilder: Pixabay


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