
Die Eitelkeit!
Herr Schröder gibt sich viele Müh,
er steht am Spiegel in aller Früh.
Er kämmt das Haar, er dreht den Bart,
er zupft die Brauen, knüppelhart.
Dreht sich vorm Spiegel auf einem Bein
und bindet die Krawatte fein.
Die Brust heraus, als wär sie aus Holz.
Er duftet nach Rasierwasser, ist voller Stolz.
So hat er nun aufs Flirten Lust
und stolziert mit geschwellter Brust,
ist eitel wie ein Hahn auf dem Mist,
weil er doch so vollkommen ist.
Die Damenwelt ist meist bescheiden,
kann Aufgeblasenheit nicht leiden.
Und Schröder vor Verdruss dann schmachtet,
wenn die Damenwelt ihn nicht beachtet.
Herr Schröder runzelt seine Stirn:
Ich bin so schön, habt ihr kein Hirn?
Mein Spiegelbild ist genial.
Ich bin der Schönste auf jeden Fall.
Im Traume denkt er nicht daran,
wie böse das wohl enden kann.
Wer nur aufs Spiegelbild vertraut,
bekommt niemals eine nette Braut.
© Irmgard Behrend
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Zum Gedicht "Die Eitelkeit" von Irmgard Behrend:
Pfauenland
Er steht, wie immer, vor dem Spiegel,
bewundert diesen schönen Mann,
ob etwas Haargel aus dem Tiegel
den Anblick noch verschönern kann?
Es folgt nun ein beherzter Griff
in die Pomadendose,
dann wird das Haar mit einem Kniff
gestylt mit eitler Pose.
Seine Schönheit ist ein Wunder,
das sah schon seine Mutter,
jetzt noch den passenden Pullunder,
den mit dem Nylon-Futter.
Die Hose, weiches Gabardine,
die mit dem kecken Umschlag,
als Schuhe wählt er „Pantoline”,
mit kleinen Bommeln, saustark.
Das unterstreicht die Nickelbrille,
die lässt ihn klug erscheinen,
nun noch die kleine „blaue Pille”,
die Damen werden weinen.
Bevor’s dann losgeht, schnell ein Blick
aufs eigne Spiegelbildnis,
ein fescher Augenzwinker-Klick,
auf geht's zur Party-Wildnis!
Er ist so schön, er ist ein Traum,
die Frauen werden schmelzen
und sich, betritt er erst den Raum,
gleich auf dem Boden wälzen.
©️ Klaus Dattner, 2025
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ZU VIEL / ZU WENIG
Zu viel gehetzt, zu viel gerannt,
zu wenig Ruhe, zu wenig entspannt.
Zu viel Trauer, zu viel geweint,
zu wenig gelacht, zu wenig vereint.
Zu viel gekämpft, zu viele Schmerzen, zu wenig geglänzt mit Sonne im Herzen.
Zu viel schwarz und zu viel grau, zu wenig bunt, zu wenig blau.
Zu viel Schaden, zu viel kaputt, zu wenig Hoffnung, zu wenig Mut.
Zu viel getrunken, zu viel gegessen,
zu wenig geachtet, zu wenig vergessen.
Zu viel von Nichts, zu viel von Leere, zu wenig von dem, wo ich mich erkläre.
Zu viel Dummheit, viel zu viel blöd, zu wenig Denken, denn das ist ja öd.
Zu viel Kummer und zu viel Last, zu wenig Auszeit, zu wenig Rast.
Zu viel von gestern und von morgen, zu wenig heute vergessen die Sorgen.
So ist immer etwas zu viel,
es bleibt auch immer das Gefühl, nicht zu wissen, reicht dies nun,
ob zu wenig oder zu viel: Du sollst es tun!
© Bernd Haberfellner
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Mein kleiner Garten
Warm und hell ist Schwester Sonne,
hier in meinem Zaubergarten.
Bin ich hier, spür' ich die Wonne.
Wunder wollen nicht lang' warten.
Auch der Garten ist mir ein Haus,
mäh' das Gras, schüttel Obst vom Baum.
Äpfel und Quitten, in Saus und Braus.
Der Garten ist mir ein Ruheraum.
Ist die wahre Welt da draußen?
Verschlossen bleibt die Gartentür.
Hier im Grünen darf ich jauchzen.
Lebe zu gern im JETZT und HIER!
Abends, wenn auch Mond und Sterne
in den kleinen Garten sehen,
Tiere eilen aus Nah' und Ferne,
will ich nicht nach Haus.
© Olaf Lüken
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Mein Leben
Pass mich nicht mehr an und tu was ich mag,
ecke oft an, mit dem, was ich sag.
Hab lange getan, was man von mir verlangt,
Konflikte vermieden, um Freundschaft gebangt.
Das ist nun für mich endgültig vorbei,
was man von mir denkt, ist mir einerlei.
Weh getan hat man mir wieder und wieder,
doch nun stehe ich auf und recke die Glieder.
Ich lebe mein Leben, nicht das der andern,
werd nie mehr im Schatten der anderen wandern.
Ich geh meinen Weg und wenn Du magst, dann komm mit,
schaue endlich nach vorne und nie mehr zurück.
© Gabi Rettstadt
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Weißt du noch?
Weißt du noch, vor vielen, vielen Jahren,
als wir Kinder und so zufrieden waren?
Was haben wir die Zeit damals genossen,
wenn auch so manches Mal die Tränen flossen.
Den Sommer, den haben wir geliebt.
Und in den Ferien draußen nur gespielt.
Es gab Erdbeeren täglich frisch vom Feld.
Wir kauften Comics von unserm Taschengeld.
Wenn der Eismann kam, sind wir gleich aus dem Haus gerannt,
zwei Kugeln Eis im Hörnchen auf die Hand.
Dann legten wir uns hin auf eine Wiese,
am Himmel zogen Wolken und wir bestaunten diese.
Wie klein war unsre Welt, doch wunderschön.
Welch ein Geschenk, das kann ich jetzt erst seh'n.
Und ich bin dankbar für die wunderbare Zeit,
denn das war sicher keine Selbstverständlichkeit.
Und ist der Alltag heut mal voller Sorgen,
kauf ich ein Eis und denke nicht an morgen.
Ich werd auf einer grünen Wiese liegen
und wieder staunen, wenn weiße Wolken fliegen.
© Kay Gräfenberg
Bild: Pixabay
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Nicht jeder Tag ist gleich
Nicht jeder Tag ist für uns gleich,
wir wachen auf und merken es,
als wär das Monster von Loch Ness
ganz nahe unsrem trauten Reich.
Als wären Schattenwesen da,
die greifen mit der dunklen Faust,
was tief in unsrem Herzen haust,
man sieht zerrissen, was sonst klar.
Am nächsten Tag ist's wieder gut
und man könnt alle hohen Bäume
entwurzeln mit der Kraft der Träume,
im Innern schwelt die warme Glut.
So wird der Wert des guten Schlafs
oftmals von uns zu tief gehängt,
man kriegt geordnet, was man denkt,
dem brachen Kopf wächst wieder Gras.
© Fabio Berman
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Bei Poetry.de unter dem Namen Travis Beamer^^: https://www.poetry.de/
Sein Buch „Die schimmernden Welten des Travis Berman“: https://t1p.de/f28ow
und sein neues Buch „Das Pulsieren der Phantasie“: https://t1p.de/uya3b

Gehirntraining
Manchmal frage ich mich, ob es wohl das Alter ist,
dass man manches gar so leicht vergisst.
Ich sehe einen Bekannten, kenne sein Gesicht,
jedoch den Namen, im Moment kenne ich ihn nicht.
Manchmal, da setze ich mich an den PC,
nur das leere Dokument am Bildschirm seh.
Plötzlich fallen mir manche Worte nicht mehr ein,
so mit der Zeit finde ich das abscheulich und gemein.
Da suche ich was, habe ich wohl mal verlegt,
doch mit der Zeit, lange auch überlegt,
suchte ich immer am ganz falschen Fleck,
dachte schon, es wäre verschwunden und weg.
Jedoch, wenn ich an so manchem Tag
mal einen relativ jungen Menschen frag,
dies oder jenes doch vergessen hat glatt,
dann weiß ich, nein, ich bin noch lange nicht matt.
Es gibt einfach der Tage sehr viele heut,
das Denken wird abgenommen, was man so bereut.
Das Gehirn hat lang schon die Arbeit nicht mehr,
und so wirkt es einfach auch mal so richtig leer.
Im Auto, da fragt man nur noch das Navi,
schreiben lässt man gerne heut schon die KI,
für alles hat man Technik, die für einen denkt,
somit im Gehirn das Datenvolumen langsam senkt.
Daher, das normale Denken ist wieder angesagt,
damit unser Denkvolumen nicht restlos versagt,
daher trainieren wir fleißig weiter das Gehirn,
damit immer wieder etwas mehr dazwischen drin.
© Luis Walter / 05.02.2026
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Seine bisher erschienenen Bücher: https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/?q=Luis+Walter

Schlaganfall, nicht das Ende, WENN danach alles schnell geht
Gerade war ich doch noch fit,
nun lieg' ich auf dem Boden,
wie's kam erklär ich Schritt für Schritt
in kleinen Episoden.
Das, was mich ins Verderben trieb,
begann vor vielen Jahren,
als ich mich einem „Sport” verschrieb,
und zwar mit Haut und Haaren.
Es war das Training mit Gewichten,
und die in großen Massen,
zu viel, es würde mich vernichten,
und doch konnt' ich's nicht lassen.
Das war schon immer mein Problem,
nicht wissen, wann's genug ist,
das, was ich tat, war nur extrem,
zu viel, als dass es klug ist.
Ich tat es nicht um „schön” zu sein,
ich war kein Bodybuilder,
rasiert an Torso, Arm und Bein,
man kennt doch diese Bilder.
Vielleicht wollt' ich mir selbst beweisen,
was ich im Alter drauf hab,
doch brachte mich das Mehr an Eisen
nur mit viel Glück nicht ins Grab.
Ich schreib mal kurz, wovon ich rede,
was ich mir TÄGLICH antat,
und jede Woche, wirklich JEDE,
und das viermal im Monat.
Ich „drückte” dreißig, vierzig Tonnen,
ganz oft und meist am Abend,
das war verrückt und unbesonnen,
und auch Verstand nicht habend.
So auch am Tag, von dem ich schreibe,
ich war wie immer „fertisch”,
dass atemlos ich stehen bleibe,
und dann geschah es plötzlich.
Ich wollt' mich kurz zu Bette legen,
fiel um, verlor's Bewusstsein,
ich konnte mich nicht mehr bewegen,
war taub, vom Kopf zum Brustbein.
Zum Glück war meine Frau noch da,
sie fand mich in der Lage,
der Arzt kam mit „Tatü-Tata”,
und ich kam auf die Trage.
Im Hubschrauber flog man mich weg,
ich hab's nicht mitbekommen,
die Stroke Unit, nicht grad ums Eck,
die hat mich aufgenommen.
Drei Tage auf der „Intensiv”,
dann kam ich in ein Zimmer,
mein Glück, dass alles super lief,
so war's gottlob nicht schlimmer.
Die REHA hat mir gut getan,
man zeigte mir, was schlecht ist,
und was ich besser machen kann,
und was man besser NICHT isst.
Ich hatte MEHR Glück als Verstand,
das kann ich heute sagen,
ich hab' noch Kraft in Kopf und Hand,
ich darf mich nicht beklagen.
Und darum, übertreibt es nicht
und achtet auf die Zeichen,
wenn euch ein Schlaganfall erwischt,
lasst keine Zeit verstreichen!
Denn eben ist man doch noch fit,
ein SCHLAG, schon ist man unten,
dann hoff' ich, jemand kriegt das mit,
und man wird schnell gefunden.
© Klaus Dattner, 2025
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Oma
Oma, die mir ein Lächeln schenkt,
die nicht nur an sich selber denkt.
Sie, die so gerne Bücher liest,
abends ein Likörchen genießt.
Oma, die Frau, die mit Karten zockt,
mit viel Elan ihre Wohnung rockt.
Ne Großmutter, die auf Achse ist,
öfters mal einen Termin vergisst.
Omas tun den Menschen gut,
sie sind des Feuers warme Glut.
Ohne sie wäre vieles schwer,
die Herzen so vieler wären leer.
Oma ist eine sichere Bank,
ganz weit weg von Streit und Zank.
Oma macht der Enkelin Mut:
„Es wird alles wieder gut!“
Meine Oma hat fürs Leben
viele Impulse mir gegeben.
Sie hatte auch viel Zeit für mich,
in einer Welt, die oft fürchterlich!
© Olaf Lüken
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REIFEZEUGNIS
Das Rechnen mit Differential
war viel mehr als eine Qual,
das Ding mit der Wahrscheinlichkeit,
dafür war ich nicht bereit.
Auch in die Tiefen der Geometrie
abgetaucht bin ich da nie,
Gleichung hier und Gleichung da,
mir war dies nicht mal etwas klar.
Arithmetisches Gewirr,
ganz anders wurde es da mir,
es wurde schlimmer und noch mehr,
kam die Wurzelrechnung daher.
Funktionsberechnung, oh wie toll,
weiß nicht, wie ich überleben soll,
bitte nur mal dividieren,
doch auch da kann man sich irren.
Nicht genügend durch alle Klassen,
es brachte nichts, es nur zu hassen,
eine Lösung musste her,
um es zu schaffen mit Gewähr.
Die Formeln schließlich retten mich,
nichts ist mehr erinnerlich,
ein Genügend dann zum Schluss,
anscheinend nichts verstehen muss.
Reifezeugnis wirst du genannt,
hatte dich endlich in der Hand,
viele Jahre ist's nun her,
war eigentlich ja gar nicht schwer.
© bpoetrynmusic/Bernd Haberfellner
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Was ist Glück?
Glück ist, wenn der Kaffee fließt,
wenn du Milch in deine Tasse gießt.
Wenn Montag ist und du hast frei
und keiner fragt: Bist du dabei ...
Glück ist, wenn der Wecker schweigt,
der Kühlschrank sich vor Essen neigt.
Wenn du beim Kochen nichts verbrennst
und das WLAN perfekt rennt.
Wenn du die Socke wiederfindest,
die sonst im Nirgendwo verschwindet.
Glück ist, wenn die Bahn pünktlich kommt,
die Sonne scheint am Horizont.
Glück ist ein Kind, das fröhlich lacht,
ein Stern, der durch die Wolken wacht.
Ein Freund, der bleibt, wenn alles geht.
Ein Herz, das immer zu dir steht.
Es ist ein Duft von frischem Brot.
Ein Wort zur rechten Zeit in Not.
Ein Morgen ohne Hast und Eile.
Ein Augenblick nur zum Verweilen.
Glück ist alles, was Freude macht,
und wenn am Tag die Sonne lacht.
Drum such nicht wild das Glücksgefühl,
es steckt im Alltag und im Spiel.
© Irmgard Behrend
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Fehler
Es heißt man lernt das ganze Leben
nicht immer Schönes ist dabei
Fehler macht man leider eben
oft schmerzt die gute Lernerei
Diese Wunden sind Garant
für neue Wege neues Denken
du hast selbst es in der Hand
den Fehlern kein Gewicht zu schenken
Nicht immer leicht dich auch beschleicht
etwas Angst zu viel Distanz
nicht wissend ob es passt und reicht
Unsicherheit erfasst dich ganz
Sie sind präsent und Teil von dir
die Geister der Vergangenheit
keine Freude oder Zier
machen sich manchmal zu breit
Dennoch schützen und bewahren sie
uns manchmal vor erneuter Last
ohne Fehler lebt sich's nie
auch wenn die Schnauze voll du hast
© Bernd Haberfellner
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Eltern
Ich habe nie verstanden,
warum sie so viel fragten:
„Hast du genug gegessen?“
„Bist du warm angezogen?“
„Wann kommst du heim?“
All diese Fragen haben mich genervt.
Doch heute habe ich es verstanden:
Es war einfach Liebe.
Und jetzt?
Jetzt sind sie nicht mehr da.
Darum sage ich euch:
Ruft eure Eltern an,
fragt sie, wie es ihnen geht.
Denn irgendwann sind sie nicht mehr da,
und dann wirst du verstehen,
was Liebe ist.
©️ Pitt
Bild: KI kreiert von Pitt
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Sein Buch „Pitts Poesie und Kurzgeschichten“: https://t1p.de/qup9

Der Amtsschimmel
Ein blasser Herr mit Hut und Brille
verlässt sein Haus in aller Stille.
Früh zieht es ihn zum Rathaus hin,
nur Akten hat der Herr im Sinn.
Von der Routine angetrieben,
erreicht das Rathaus er um sieben.
Herr Wimmel heißt der stille Mann,
der bestens Akten pflegen kann.
Um acht besteigt der Amtmann Wimmel
mit ernster Miene seinen Schimmel.
Laut wiehernd steht bis 16.00 Uhr
Herrn Wimmels Schimmel auf dem Flur.
Der Amtmann ist von früh bis spat
ein unbeugsamer Bürokrat.
Kein Lover und erst recht kein Fighter,
nur blasser Paragraphen-Reiter.
Im Amt ist Wimmel ein Regent,
der weder Freund noch Feind erkennt.
Hier hat nur er allein die Macht,
der Bürger weint und Wimmel lacht.
Wenn jemand einen Antrag stellt,
weil ihm Musik so sehr gefällt,
und lädt er Gäste dazu ein,
dann sagt Herr Wimmel dazu: NEIN!
Er muss, um dieses zu begründen,
noch einen Paragraphen finden.
So legt er los, der Amtmann Wimmel,
wälzt Ordner, Bücher, sucht die Krümel.
Der Amtmann kennt nur seine Pflicht,
Vernunft, die interessiert ihn nicht.
Wenn er dann was Absurdes find‘,
dann freut sich Wimmel wie ein Kind.
Bis 16.00 Uhr fast ohne Pause,
dann sperrt er ab und geht nach Hause.
Herr Wimmel ist noch Junggeselle,
kein Weib kam über seine Schwelle.
Allein in seinen Wänden vier
trinkt Wimmel ein, zwei Flaschen Bier,
schläft ein in Seide und in Samt,
und träumt von seinem Tag im Amt.
Epilog:
Herr Wimmel wird nie angehimmelt,
wer etwas will, wird abgewimmelt.
Dem Dienstherrn immer treu ergeben,
so ist des Amtmann Wimmels Leben.
© Klaus Dattner, 2022
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Nachbarschaftshilfe!
Die Klingel schellt - wer kann das sein?
Der Nachbar ist‘s, ich bitte ihn herein.
Mein WLAN geht nicht, hilfst du mir?
Na klar, dafür sind Nachbarn hier.
Ich gieß die Blumen nebenan
und führ den Hund aus, ganz spontan.
Ich füttere Katzen, nehme das Kind,
bis die Nachbarn wieder zu Hause sind.
Pakete kommen ohne Zahl,
die nehm‘ ich an, das ist normal.
Und habe ich‘s mal mit dem Rücken,
dann wird der Nachbar sich für mich bücken.
Wir sind wirklich ein tolles Team,
hier bei uns im Mietshaus drin.
Der eine rollt die Mülltonnen raus,
der andere borgt den Bohrer aus.
Ist einmal ne Schraube locker
oder man braucht einen Hocker,
wir sind füreinander da,
wie es früher in den Familien war.
© Irmgard Behrend
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Positive Aspekte
Ich schaue fern, bin abgelenkt,
habe mir kurzfristig eine Auszeit geschenkt.
Dabei habe ich mir vorgestellt,
ich wäre in einer anderen Welt.
Hier herrscht Friede, Liebe, auch Humor,
dadurch kommt es mir so vor,
als sei alles in bester Ordnung,
aber dann mit einem Schwung,
wenn der Film zu Ende ist,
gibt es sie wieder, die alten Sorgen, den ganzen Mist,
der mich im Leben innerlich und äußerlich berührt,
doch dieser schöne Film hat mich entführt.
Er zieht mich für eine Zeit in seinen Bann,
so dass ich gut durchatmen kann.
Ich nutze immer wieder den positiven Aspekt,
der in dieser Maßnahme steckt.
Ich halte ihn für wichtig,
und nur das allein ist richtig.
© Helga Wessel
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Ihre Bücher auf einen Blick: https://www.epubli.com/autoren/helga-wessel-14502
„Gedanken in Gedichtform exklusiv“, ihre Bände mit Gedichtezauber-Designs gibt es hier: https://www.epubli.com/?s=Helga+Wessel+Gedanken+in+Gedichtform+exklusiv
Ihr YouTube-Kanal: https://www.youtube.com/@Helgasarbeit

Schreck am Morgen
Um sechs Uhr aufgewacht, frisch ausgeruht,
denke ich mir so, der Tag wird gut.
Noch im Pyjama und Wickler im Haar,
fühl ich mich einfach wunderbar.
Draußen ist's dunkel, der Wind pfeift ums Haus,
schnell bringe ich den Mülleimer raus.
Die Nachbarschaft schläft, mich wird niemand seh'n,
drum so wie ich bin, werd ich schnell geh'n.
Der Hof ist matschig, ich komme zu Fall,
meine Haustür schlägt zu, ich hör noch den Knall.
Der Schreck, der dann kam, der hat gesessen,
denn den Schlüssel hab ich im Haus vergessen.
In Pyjama und Schlappen stand ich nun da,
der Wind zog die Wickler aus meinen Haar.
Wie ein wildgewordener Besen sah ich nun aus,
die Haare standen zu Berge, wild und kraus.
Durch lautes Rufen hab ich die Nachbarin geweckt,
mein Anblick hat sie wohl sehr erschreckt.
Laut schrie sie um Hilfe: „Überfall!“
Die Fenster öffneten sich nun überall.
Die Polizei rückte an, ich sah mich schon hinter Gittern,
in der Kälte fing ich an zu zittern.
Aufgeklärt hat sich dann doch alles schnell,
mittlerweile war's acht Uhr und es wurde hell.
Der Schlüsseldienst öffnete mir die Tür,
für die Hilfe zahlte ich eine ordentliche Gebühr.
Und die Moral von der Geschicht:
Nochmal vergess ich den Hausschlüssel nicht.
© Gabi Rettstadt
Bild: KI kreiert von C.Hasse
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Ein Lächeln
Man blickt oft in graue Gesichter,
die dumpf auf ihr Handy nur starren.
Das Denken der Menschen wird schlichter,
wir halten uns selber zum Narren.
Gedanken, sie kreisen ums Geld,
wir glauben, das Glück kann man kaufen.
So bleibt sie oft trist, unsre Welt,
in der die Gefühle ersaufen.
Nur Kinder, sie lächeln und lachen,
die Seelen sind frei noch von Sorgen.
Sie lassen es gern richtig krachen
und fürchten sich nicht vor dem Morgen.
Bewahr dir das Kindsein für immer.
Bestaune die Wunder der Welt.
Bedenke, das Leben wär' schlimmer,
es fehlte dir Freude statt Geld.
Verschenke ruhig täglich ein Lächeln,
auch wenn du den andern nicht kennst.
Vielleicht ist für ihn dieses Lächeln
viel wichtiger als du grad' denkst.
© Kay Gräfenberg (02.2025/01.2026)
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Ohne Gesundheit ist alles nichts!
Man strebt nach Erfolg, nach Ruhm und nach Geld,
will hoch hinaus in dieser Welt.
Alles was zählt, was glänzt, macht Spaß,
doch übersieht man dabei oft das richtige Maß.
Denn wenn der Körper müde wird,
wenn jede Kleinigkeit schmerzt und man friert,
dann merkt man erst, was wirklich zählt ...
nicht Titel, Status oder Aktiengeld.
Ohne Gesundheit ist alles nichts,
verblasst das Lachen im Sonnenlicht.
Kein Geld der Welt kann Schmerzen heilen,
kein Reichtum lässt länger am Leben verweilen.
Gesundheit wird oft übersehen,
man merkt es erst, wenn sie beginnt zu gehen.
Drum sei achtsam, schätze jeden Tag,
in dem dein Herz noch fröhlich schlagen mag.
Ein klarer Kopf, ein starker Schritt,
so ist der wahre Lebenshit.
Denn alles beginnt mit einem Sein
in einem Körper, heil und rein.
© Irmgard Behrend
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Facebookprofil: https://www.facebook.com/irmgard.behrend

DANACH
Der Tag siegt über jede Nacht,
so wie die Sonne über Regen,
aus heftig wird mal sacht gemacht,
der Tod bedeutet auch zu leben.
Ein heftig' Sturm weht übers Land,
die Bäume wanken, fallen nicht,
wir wissen es, uns ist's bekannt,
gut, wenn nichts zusammenbricht.
Alles kommt danach zur Ruh',
endlich ist es gänzlich still,
kein störendes Geräusch dazu,
Ordnung herrscht und nicht Gewühl.
Das Licht besiegt für immer Dunkel,
die Lüge wird der Wahrheit weichen,
für ewig endet das Gemunkel,
Klarheit jeder wird erreichen.
Auch die Kälte nicht gewinnt,
Wärme ist's, die sie besiegt,
Eis zu Wasser nun zerrinnt,
dort, wo neues Leben liegt.
Er dreht sich weiter immerfort,
der Kreis des Lebens niemals endet,
es gibt ihn sicher diesen Ort,
wo man gar nichts mehr verschwendet.
Dort gibt es nichts, was siegen muss,
man gewinnt nicht und verliert,
es endet auch der Überfluss,
ob man es glaubt oder negiert.
Der Tag siegt über jede Nacht,
so wie die Sonne über Regen,
aus heftig wird mal sacht gemacht,
Tod gehört dazu zum Leben.
© bpoetrynmusic/Bernd Haberfellner
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Meine Erinnerungen
Welche Erinnerungen sind intensiver in meinem Leben,
welche besonderen Ereignisse durfte ich erleben.
Erinnere ich mehr die materiellen oder die sozialen Begebenheiten,
wer oder was durfte mich nachhaltig begleiten.
Ist es der Urlaub, das Kleid, das neue Auto,
oder ist es ein nachhaltigeres Motto.
Sowohl Urlaub, Kleid und PKW
sind wie der Gedanke von gestern der Schnee.
(Wenn ich Glück habe, passt das Kleid noch!!)
Die Geburten meiner Kinder spüre ich im Herzen,
reines Glück trotz mancher Schmerzen.
Viele Menschen haben mich berührt,
durch sie habe ich viel Freude gespürt.
Es heißt, du weißt nicht alles, was ein Mensch dir sagte,
aber du erinnerst dich daran, was dir an ihm behagte.
© Helga Wessel (Text und Bilder)
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Ihre Bücher auf einen Blick: https://www.epubli.com/autoren/helga-wessel-14502
„Gedanken in Gedichtform exklusiv“, ihre Bände mit Gedichtezauber-Designs gibt es hier: https://www.epubli.com/?s=Helga+Wessel+Gedanken+in+Gedichtform+exklusiv
Ihr YouTube-Kanal: https://www.youtube.com/@Helgasarbeit

Ein Freund fürs Leben
In der Kindheit spielten wir gemeinsam im Sand.
Wenn ich Angst hatte, nahm er mich an die Hand.
Wir gingen in der Schule in die gleiche Klasse,
er liebte Mathe, was ich immer noch hasse.
Wenn ich Handarbeit hatte, musste er mitgehen,
nur ich durfte seinen gehäkelten Topflappen sehen.
Erwachsen, jetzt hatten wir unsere Partner gefunden.
Wir verlebten alle gemeinsam schöne Stunden.
Mein Freund gab mir das Gefühl, dass er zu mir steht
und auch in schwierigen Zeiten mit mir geht.
Wahre Freunde erkennt man nicht nur, wenn man fröhlich lacht,
sondern auch wenn man traurig ist und etwas Probleme macht.
Wir haben uns in den ganzen Jahren alle vertraut
und in den Familien auf unsere Freundschaft gebaut.
Ein Freund ist jemand, der dich nicht vergisst,
der an dich glaubt und akzeptiert, so wie du bist.
© Thea Küch
Bild: Pixabay
Facebookprofil: https://www.facebook.com/thea.kuch

Welcher Tag ist heute?
Was habe ich eigentlich gestern gemacht,
fragt sich eine ältere Dame und lacht.
Ach wahrscheinlich habe ich nur rumgesessen
und zwischendurch auch was gegessen.
Welcher Tag ist denn wohl heute,
das überlege ich manchmal, liebe Leute.
Leider habe ich eine lange Leitung,
doch dann schaue ich einfach in die Fernsehzeitung.
Aha, gestern lief doch „Hart aber fair“,
dann ist heute Dienstag, bitte sehr.
So kommt sie auch in im hohen Alter klar,
ganz schön schlau, und das ist wahr.
© Helga Wessel
Bild: Pexels
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Ihr YouTube-Kanal: https://www.youtube.com/@Helgasarbeit

Zu müde, doch der Schlaf lässt auf sich warten!
Die Augen brennen, sind schwer wie Stein,
doch wollen sie nicht stille sein.
Der Körper matt, das Herz pocht leis,
Gedanken wirbeln quer im Kreis.
Das Kissen weich, die Decke warm,
doch fehlt dem Schlaf heut jeder Charme.
Zu müde schon, um wach zu sein,
zu wach zum Träumen, wie gemein.
Die Uhr tickt leise, Stück für Stück,
die Müdigkeit fast schon erdrückt.
Ein Flüstern zieht durch dunkle Nacht,
was hat der Schlaf für eine Macht!
Ein Wunsch nach Ruh und süßem Traum,
nach stillen Stunden, weich wie Flaum.
Doch Müdigkeit wird hier zur Last,
die selbst den Schlaf vergessen macht.
So liegt man da und fühlt sich klein,
zwischen wachen und nicht mehr sein.
Zu müde, um den Tag zu fassen,
zu wach, um ihn nun zu verlassen.
© Irmgard Behrend
Bild: Pixabay
Facebookprofil: https://www.facebook.com/irmgard.behrend

Wer bin ich?
Zuerst bin ich das Baby mit dem Hahnenkamm,
ein kleines Würmchen von 3000 Gramm.
Dann das Mädchen, das nur mit Jungen spielt
und die Erwachsenen mit „Dönekens“ unterhielt.
Mein Spitzname war Peter,
der änderte sich aber dann später.
Ein Pummelchen in der Pubertät,
vom Bruder „die Dicke“ genannt, ohne Sensibilität.
Schule, Ausbildung, Veränderung,
hinein ins Leben mit ganz viel Schwung.
Danach Ehefrau und Mutter,
und heute stolze Großmutter.
Im Alter schaue ich zurück,
ich erinnere mich Stück für Stück.
Staune darüber, was und wer ich schon alles war,
das Leben hat mich geprägt, Jahr für Jahr.
Kinderbilder zeigen mir
ich bin nur eine Person, jetzt und hier.
© Helga Wessel
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Liebevolles Heim
Alle Kinder auf Erden brauchen Zeit und Nähe,
denn Liebe wird nicht geschrien, sondern gezeigt.
Kein Kind sollte jemals Liebe erflehen,
kleine Seelen werden nur durch Sanftheit geheilt.
Ein Nest aus Wärme und Geborgenheit,
liebevolle Eltern und ein herzliches Heim.
Das lehrt sie Zuversicht und Achtsamkeit,
Güte im Leben und Gelassenheit.
Sie behutsam führen auf all ihren Wegen,
stets mit Rat und Tat zur Seite steh‘n.
Ihnen Flügel geben und sie lehren zu fliegen,
dann gibt‘s am Ende ihrer Reise ein Wiederseh‘n.
© Gabi Rettstadt
Bild: Pixabay
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Unter den Brücken von Paris
Mit unseren Kindern bummelten wir durch die Stadt,
die viele wunderschöne Sehenswürdigkeiten hat.
Die Kinder bestaunten die Obdachlosen unter den Brücken,
da nahte einer mit Hund, er stützte sich auf Krücken.
Auf Deutsch fragte er unsere Kinder aus:
„Wo kommt ihr her? Wo seid ihr zu Haus?“
Die Kinder wussten: „Lasst euch nicht ausfragen!“
Doch aufgeregt hörten wir, wie sie ihm Namen und Wohnort sagen.
Mit strahlenden Augen rief er: „Das ist mein schönes Heimatland
und eure Eltern sind mir seit unserer Schulzeit bekannt.“
Jetzt haben wir ihn auch erkannt, als wir auf ihn zugehen,
nach dem Tod seiner Frau haben wir ihn nicht mehr gesehen.
Als Lehrer im Dorf hat er den Tod seiner Frau nicht überwunden,
er ist nach der Beisetzung einfach spurlos verschwunden.
Nun haben wir lange von früheren Schulfreunden erzählt
und warum er sich das Leben unter den Brücken ausgewählt.
Dabei flossen bei ihm auch ein paar Tränen
und ich weinte mit, das muss ich erwähnen.
Wir verabredeten uns für den nächsten Tag für ein paar Stunden,
doch wir haben ihn unter den Brücken nicht wiedergefunden.
© Thea Küch
Bild: KI kreiert von C. Hasse
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Learning by doing
Was Hänschen nicht lernt,
lernt Hans nimmermehr,
davon bin ich weit entfernt.
Ich tüftel manchmal einen ganzen Tag,
bis es richtig ist, so, wie ich es mag.
Das kann schon mal viele Schweißperlen kosten,
doch ich habe nicht vor, einzurosten.
Learning bei doing nennt man das,
wenn es dann endlich klappt, macht es auch ganz viel Spaß.
Außerdem bin ich danach richtig stolz auf mich
das ist ein super Gefühl, und das ist mir wichtig.
Es lohnt sich gerade auch im Alter,
denn ich bin der alleinige Verwalter
von meinem Lebensabend,
es ist für mich absolut erlabend,
neue Dinge zu verstehen
und so offenen Auges durch mein Leben zu gehen.
© Helga Wessel
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Die garstige Listeriose
Herr Knoll, der aß mit frohem Mut.
Die Wurst, die roch nicht mehr so gut.
„Ach was”, sprach er mit vollem Mund,
„gekühlt - heißt ewig frisch - na und!”
Doch in der Wurst, man ahnt es kaum,
hauste ein Keim mit Lebensraum.
Die Listerien, klein und fein,
luden sich selbst zum Abendessen ein.
Schon bald begann ein großes Klagen.
Im Bauch ein Rumoren, im Kopf ein Schlagen,
das Fieber klatscht, der Darm macht Krach,
der Keim, der freut sich und er lacht.
Der Doktor sprach mit strengem Blick:
Mein lieber Herr Knoll, das war ungeschickt.
Was alt und schleimig freundlich grüßt,
hat schon fast den Tod geküsst.
Der Herr Knoll liegt still und bleich,
die Wurst war schlecht, die Lehre reich.
Wer alte Wurst zu lange friert,
der futtert Keime ungeniert.
Drum merke dir, oh Mensch, geschwind,
dass auch im Kühlschrank Keime sind.
So endet diese kleine Geschicht,
vertraue dem Kühlschrank blind mal nicht ...
© Irmgard Behrend
Bilder: Pixabay
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„Dingsbums“
Senioren und Seniorinnen sind schlau,
sie wissen meistens ganz genau,
wie sie sich gegenseitig helfen können,
nämlich indem sie ihrem Gegenüber Aufmerksamkeit gönnen.
Sucht einer nach einem Wort,
hilft der andere liebevoll sofort.
Sie ahnen natürlich, was derjenige meint,
und so überlegen beide vereint,
doch heraus kommt manchmal „Dingsbums“ oder so ähnlich,
das ist genehmigt und gar nicht dämlich.
„Ist nicht schlimm, ich weiß ja, worum es geht!“
Deshalb ist es wurscht, ob da „Dingsbums“ steht.
Wichtig ist doch, sie können sich mitteilen,
wenn sie in gemütlicher Runde gemeinsam verweilen.
Die Wortfindung fängt bei manchem schon früh an,
ganz egal, ob Frau oder Mann.
Daher sind sie bereits darin geübt
und derjenige schlau über Umschreibungen verfügt.
Ein Beispiel füge ich hier an,
fällt mir Broccoli nicht ein, dann
sage ich einfach grüner Blumenkohl
und so versteht man mich wohl.
© Helga Wessel
Bilder: Pixabay
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Die Fastenzeit
Ist noch der vorhandene Weihnachtsspeck
gegangen über den Fasching gar nicht weg,
dann besinnt man sich nun auf die Fastenzeit,
fügt man den Kalorien zu das Leid,
dass sie purzeln dann fast von allein,
kein Gewand wirkt nachher mehr zu klein.
Man fastet, man nur noch die Hälfte isst,
nach dem Kalorienberater gern bemisst.
Süßes, Fettes, nein, ist nicht mehr,
Schonkost, Trennkost muss jetzt her,
alles was Kalorien gerne frisst,
damit vernichtet wird mal dieses Biest.
Das gilt jetzt vierzig Tage lang,
nach allem ist nicht mehr der Drang,
ohne Wurst, ohne Fleisch, vegetarisch halt,
früher, nein, da gab es hier kein Spalt.
Das haben Mönche längst doch schon gewusst,
flüssig war die Nahrung, ganz bewusst.
So wurde dafür ein Bier extra gebraut,
dass die Schaffenskraft nicht abgebaut,
hatte als Nahrungsmittel viel Energie,
zu Schäden führte dieses Mittel nie.
Bis heute ist es immer noch das Elixier,
das gute, edle, starke dunkle Bier.
Fasten auch von jeder Negativität,
weil dies zu viel Anstrengungen erzeugen tät,
Verzicht sicher Herz und Seele hoch erfreut,
ist ja sehr wichtig, vor allem gerade heut.
Alles was Herz und Seele sehr schwer bedrückt,
wird schnell in ein ganz tiefes Loch gedrückt.
Ausgenommen vom Fasten und dies alle Zeit
soll sein der Friede, die Liebe, die Menschlichkeit.
Man davon gar nie zu viel zu sich nehmen kann,
denn weil man mit diesen fing einst zu leben an,
viel davon verloren ging, nehmen wir es wieder auf,
verstärken die Dosis, setzen es auf die Karte drauf.
© Luis Walter, 17/02/2026
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Depressionen im Alter
Innere Unruhe, Schreckhaftigkeit,
ist es vielleicht jetzt soweit,
nennt man das denn schon
eine Altersdepression?
Das glaube ich in deinem Fall nicht,
in mir eine Stimme spricht.
Über achtzig wird dir mehr und mehr bewusst,
das, was dir bereitet zu viel Frust,
ist wohl eher die begrenzte Zeit,
die dir auf Erden hier noch bleibt.
Das ist sicher wahr,
und mir ist sofort klar:
Ich hab doch noch so manche Träume,
daher ich nicht versäume,
einige davon umzusetzen
und werde mit Gleichgesinnten mich vernetzen,
um mich mit ihnen auszutauschen
und mich an der Durchführung eines Traumes berauschen.
Eine Depression lässt das nicht zu,
zu stark sind Traurigkeit, Verlustängste, innere Unruh.
© Helga Wessel
Bild: Pexels
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Das Angeln nach Glück
Ich sitz mit der Angel am Ufer des Meeres
und suche im Wasser nach Resten von Glück,
fernab aller Städte, des Autoverkehres,
will ich das Gefühl echten Frohsinns zurück.
Mein hauchdünner Faden aus alten Gedanken,
Erinnerungsstücken und mancher Idee
gelangt in den Wellen entschieden ins Wanken,
bis Winde vergehen am Rande der See.
Das Lockmittel ist die Essenz meiner Reise,
der Kern meines Wesens: Das pochende Herz,
mit dem ich am Felsen, mal laut und mal leise,
Momente erlebe aus Liebe und Schmerz.
Ich hülle es achtsam in Schichten aus Skepsis
und senke den Haken nun unter Gischt,
vielleicht spürt ein Meerfräulein tiefes Bedürfnis
und zeigt mir am Ufer ihr goldenes Licht.
So sitze ich hier seit Jahrzehnten bis heute,
den rauschenden Strom weiten Meers unter mir,
die Angel gespannt auf der Suche nach Freude
mit Schwermut, die schimmert wie blauer Saphir.
© Fabio Berman
Bild: Montage aus Pixabay-Bildern
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Bei Poetry.de unter dem Namen Travis Beamer^^: https://www.poetry.de/
Sein Buch „Die schimmernden Welten des Travis Berman“: https://t1p.de/f28ow
und sein neues Buch „Das Pulsieren der Phantasie“: https://t1p.de/uya3b

Andenken
Welche Andenken will ich behalten,
meine Vorlieben dazu sind gespalten.
Ich bin ja selbst bald ein Andenken,
also kann ich sie getrost weitergeben und verschenken.
Meine Nachkommen kennen meine Ahnen nur vom Erzählen,
auch kann ich manche nur von Berichten meiner Eltern erwähnen.
Folglich möchte ich zu Lebzeiten mein Wissen teilen
und bei einem gemütlichen Zusammensein beim Erinnern verweilen.
Wir blättern in alten Familienalben,
schauen in Omas Schmuckkästchen meinethalben.
Wir lachen, freuen uns über ihre Geschichten,
die ich meinen Lieben kann berichten.
Dann überlegen wir gemeinsam,
von wem denn wohl diese Schmuckstücke stammen.
Und wer möchte denn welches Andenken haben,
ich kann mich inzwischen gut trennen von diesen besonderen Gaben.
Es muss ja für jeden nicht so viel sein,
schon unser Familientreffen allein
bleibt allen in guter Erinnerung,
jede einzelne Geschichte, jede liebevolle Äußerung.
© Helga Wessel
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Im Wartezimmer
Ich sitze im Wartezimmer schon zwei Stunden,
der Arzt hat bis jetzt noch nichts gefunden.
Mein Kopfkino denkt: ‚Welche Krankheit hat mich getroffen?’
Doch im Stillen kann ich auf Gesundheit hoffen.
Ist es diesmal eine Erkältung gewesen,
bin ich wieder gesund und schnell genesen.
Mir tun aber noch alle Knochen weh,
von den Fingerspitzen bis zum großen Zeh.
Das könnte doch Arthrose sein,
oder habe ich Rheuma im rechten Bein?
Nach dem EKG war ich k. o., das ist nicht gelogen,
es dauert’ nur zehn Minuten bei dem Kardiologen.
Ist es der Blinddarm? Mich fragte der Internist,
ob rechts oder links der Schmerz jetzt ist?
Mir liegt auch vieles schwer im Magen,
da werde ich es mit Magenbitter wagen.
Vielleicht ist es Diabetes und mit dem Süßen ist Schluss,
das wäre sehr schwer, denn ich liebe den Schokokuss.
Jetzt kann ich zum Gespräch in das Ärztezimmer,
da wird mein Herzklopfen immer schlimmer.
„Sie sind gesund“, sagt mir der Arzt lächelnd in die Stille,
„Ich verschreib ihnen zur Vorsorge nur eine Vitamin-Pille.“
© Thea Küch
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Die Gunst der Stunde
Im Sportheim passiert, man glaubt es kaum,
erscheint ein Mann, ein Hüne, ein Baum.
Lauthals spricht er auf eine Dame ein,
sein Tonfall ist laut. Wer mag sie wohl sein?
Zu acht ist unsre Rund' im Lokal.
Der Lulatsch bricht vom Zaun ´nen Skandal.
Freund Willi lässt alles keine Ruh',
geht schnurstracks auf den Langen zu.
Er sagt zum Mann: „Sei bitte still,
dein Gemecker heut' niemand hören will!“
Die Worte rauschen wie Pfeile heran:
„Du bist ein armer und schwacher Mann!“
Willi bittet die Frau in unsren Kreis.
Sie folgt ihm und weint dabei, leis.
Nach Willis Worten, sagt auch sie:
„Wirklich niveauvoll war er wohl nie!“
Die Frau beschreibt einen schwachen Wicht,
der sie verdiene wahrlich nicht!
Willi, der Freund aus unsrer Runde,
nutzt sogleich die Gunst der Stunde.
Die Frau hat er später nach Haus gebracht,
geworben um sie mit aller Macht!
Bis heute sind sie ein Ehepaar,
sind innig beisammen, Jahr für Jahr!
© Olaf Lüken
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Meine Maxime
Gerade las ich einen Satz,
passend hier am richtigen Platz:
„Es könnte schlimmer sein“,
gewiss gibt es eine größere Pein.
Ich spreche jetzt nur von mir,
nicht von einem schlimmen Leid von dir.
Das wäre nicht korrekt,
den Spruch habe ich für mich entdeckt.
Natürlich darf ich auch mal jammern,
aber ich möchte mich nicht an meine Beschwerden klammern.
Daher passt heute genau der Spruch,
für mich der richtige Versuch,
positiv zu denken,
und diesen Spruch, wenn möglich, auch dir zu schenken:
„Es könnte schlimmer sein“,
fühl dich bitte niemals allein.
© Helga Wessel
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Immer wenn du traurig bist!
Immer wenn du traurig bist
und dein Lächeln du vermisst,
bleib einen Augenblick nur stehn,
auch Gefühle wollen gehn.
Wenn dein Herz zu leise schlägt
und dich schwere Stille trägt,
denk daran, du bist nicht klein -
auch Schmerz darf einmal bei dir sein.
Tränen fallen klar und rein,
doch sie werden Wege sein.
Wie der Regen auf der Erde,
aus dem neues Leben werde.
Keine Nacht bleibt ewig hier,
irgendwann kommt Licht zu dir.
Und was heute dunkel scheint,
wird morgen neu mit Mut vereint.
Immer wenn du traurig bist,
vergiss nicht, wer du wirklich bist.
Ein Mensch, der fühlt, der hofft, der lebt -
und weiter geht, auch wenn er bebt ...
© Irmgard Behrend
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Ein Mann in der Großstadt
Ein Mann wohnt seit langem inmitten der Großstadt,
doch sind ihm die Leute entlegen und fremd,
für ihn, der die Wohnung dicht beim Confiseur hat,
sind Sorgen der anderen nicht existent.
Weil: In diesem Kessel aus blinkender Werbung,
den Cafés, den Kinos, dem fließenden Geld
bekommt seine Seele manch schwärzliche Färbung,
denn jeder lebt nur in der eigenen Welt.
Bisweilen fixiert ihn ein Blick beim Spaziergang,
doch ist der Moment bald vergessen und weg,
er hört manchmal Straßenmusik und Klavierklang,
dann zieht es ihn wieder ins dunkle Versteck.
Von Massen an Leuten tagtäglich umgeben
fühlt er sich jedoch meist erschreckend allein,
ein Tropfen im Ozean ist nur sein Leben,
die riesige Stadt macht ihn schwerwiegend klein.
© Fabio Berman
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Mehr Menschlichkeit
Wir gehen oft planlos durchs Leben.
Was kommen soll, wird sich ergeben.
Kein Ziel mehr, nach dem wir noch streben.
Und so viele Chancen vergeben.
Die Welt ist nur grau und auch kalt.
Wir fühlen uns kraftlos und alt.
Die Hoffnung, sie geht uns verloren.
Wird sie jemals wiedergeboren?
Wir fürchten das Heute, das Morgen.
In uns wachsen stetig die Sorgen.
Der Andre ist nur Konkurrent,
weil keiner den Menschen erkennt.
Wie gut, wenn uns Leute erscheinen,
die es wieder gut mit uns meinen.
Die unsere Seele erreichen,
vielleicht unsre Herzen erweichen.
Ein Lächeln, nur ein kurzer Blick.
Du spürst es, es streift dich das Glück.
Du denkst wieder, alles wird gut
und schöpfst hieraus Freude und Mut.
Das Leben, es scheint wieder offen.
Du kannst auf das Gute nun hoffen.
Du fühlst es, es ist an der Zeit,
fürs Menschsein und mehr Menschlichkeit.
© Kay Gräfenberg
Bild: Pexels
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Gegenüber
Gegenüber von unserem Haus, da wohnt ein Mann,
ein fürchterlicher Miesepeter, den niemand leiden kann.
Täglich sitzt er auf dem Balkon mit dem Fernglas in der Hand,
bei der Polizei ist er auch schon bestens bekannt.
Die Autonummer 345 parkt links auf dem Bordstein,
das trägt er sofort in sein dickes Sündenbuch ein.
Spielen die Kinder auf der Straße mit einem Ball,
macht er auf dem Balkon so richtig laut Krawall.
Herr Müller fährt Auto in der Straße, das Handy am Ohr,
sofort wird es notiert, er liest es den Ordnungshütern vor.
Frau Müller beobachtet er beim Sonnenbaden im Garten,
jetzt kann er sofort sein Handy zum Fotografieren starten.
Eine lustige Party in unserer Straße, das ist nicht mehr möglich,
er ruft sofort die Polizei und die Party endet nicht fröhlich.
Geizig ist er auch noch, habe ich vernommen,
denn in der Nacht filzt er heimlich unsere Mülltonnen.
Doch wir Nachbarn nehmen das alles mit Humor,
denn er ist einsam und allein, ein törichter, armer Tor.
© Thea Küch
Bild: Pixabay (bearbeitet)
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Lust aufs Leben
Die Scheuklappen, die legt er ab,
schnappt sich die rosarote Brille.
Er möcht heut leben, nicht zu knapp,
will seinen Lebensdurst nur stillen.
Mit Arschbombe ins pralle Leben,
und keine Rücksicht auf Verluste.
So vieles möcht er jetzt erleben,
er pfeift auf alles Pflichtbewusste.
Ein Herzschlagtag nur linke Spur,
das Spaßpedal ganz durchgedrückt.
Und er schaut heut nicht auf die Uhr,
will seh'n, ob ihm der Tag auch glückt.
Er packt den großen Löffel aus,
das Leben möcht' er richtig schlemmen,
Den Ärger lässt er gern zuhaus,
die Sorgen wird er sich heut klemmen.
Und alle Sinne steh'n parat,
sein Herz, das hält er heute offen.
Begeht das Glück ein Attentat,
dann wünscht' er sich, er wird getroffen.
© Kay Gräfenberg (06.'25/02.'26)
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Oma Gretchen liebt das Leben!
Oma Gretchen, ganz famos,
zieht mit dem Rollator los.
Über Stock und über Stein,
kehrt alsbald ins Wirtshaus ein.
Auf dem Kopf ein Hütchen schick,
im Beutel steckt ein Apfelstück.
Sie grüßt den Nachbarn, winkt dem Hund,
genießt den Tag, der wird heut bunt.
Mit Schwung und Herz, ganz ohne Scheu,
geht sie spazieren, fühlt sich wie neu.
Gretchen lacht, bleibt auch mal stehn,
sie hat noch viel heut anzusehn.
Oma Gretchen, keck und munter,
läuft durchs Dorf - mal rauf mal runter.
Mit dem Rollator, blitzeblank,
schafft sie alles, Gott sei Dank.
Am Kiosk holt sie sich ne Brause
und macht auf der Parkbank Pause.
Wer langsam geht, kommt auch ans Ziel.
Oma Gretchen ist im Glücksgefühl.
© Irmgard Behrend
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Erkältungszeit!
Kalte Winde wehen leise,
Viren machen sich auf die Reise.
Und bei Frost gefriert der See.
Die Nase läuft, der Kopf tut weh.
Man fröstelt und hat Gliederschmerzen.
Mal kalt, mal heiß, das nagt am Herzen.
Husten krächzt und Schnupfen quält,
was wohl niemanden gefällt.
Im Bett verkriecht sich die Gestalt.
Man fühlt sich hundert Jahre alt.
Jeder hofft, es geht schnell vorbei.
Tabletten und Tee sind stets dabei.
Doch Geduld ist angesagt
und der Körper ist geplagt.
Die Viren feiern erst mal Party
und das Sputum wird nun khaki.
Die Welt dreht sich weiter voller Schwung
und selbst liegt man im Bett herum.
Die Stunden schleichen, die Tage ziehn.
Wo gibt's die beste Medizin?
© Irmgard Behrend
Bild: Pixabay
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Lachen
Leben ohne Lachen ist kalt und trübe.
Der Mensch vergisst seine inneren Schübe.
Lache von Herzen, so oft es nur geht.
Lache die Welt aus. Es ist nie zu spät.
Lachen ist ein Make-up, selbst für Tränen.
Lachen können Menschen und Hyänen.
Vom Lächeln bis zum lauten Lachen.
Ab morgen heißt es: Besser machen!
© Olaf Lüken
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BIS ZUM SCHLUSS
Es sind noch immer dieselben Augen,
seit Jahrzehnten sehen sie,
mit unverrückbar starkem Glauben,
die Welt verändert sich und wie.
Auch sind es noch dieselben Ohren,
das Gehörte nicht immer leicht,
nie die Contenance verloren,
dennoch hat es mal gereicht.
Das Fühlen auch ist gleich geblieben,
nur etwas anders ist es nun,
wir reden hier von Lust und Trieben,
es verändert sich das Tun.
Der Geruch manchmal entführt
uns in gestrig, vergangene Welt,
er erinnert und berührt,
manches, was uns hat gequält.
Wir lassen uns das Leben schmecken,
auch dieser Sinn verändert sich,
können es nicht mehr verstecken,
doch vieles bleibt erinnerlich.
In Würde dem Alter zu begegnen,
den Sinnen stets die Treue halten,
mein Wunsch und bitte abzusegnen,
bis zum Schluss alles gestalten.
© bpoetrynmusic/Bernd Haberfellner
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Gegenseitige Hilfe
Abwechselnd sind wir bisher für einander da,
einer für den anderen, ist ja klar.
Ist einer traurig, baut ihn der andere wieder auf,
Unannehmlichkeiten nimmt derjenige in Kauf.
Aber was ist, wenn es für beide schwierig wird,
das Alter kommt, ganz ungeniert.
Das beginnt beim Autofahren,
es wird schwieriger mit den Jahren,
nicht mehr im Dunkeln, keine weiten Strecken,
immer erst die Lage checken.
Aber es gibt Lösungen für alles,
denn im Falle eines Falles
Taxi bestellen für die Fahrt zum Doktor,
das kommt im Alter wahrscheinlich öfter vor.
Hilfe annehmen, für die du bezahlt hast,
durch eigene Arbeit, durch eigene Last.
Wohl auch um freundschaftliche Hilfe bitten,
wie nach früheren, alten Sitten.
So schaffen wir es sicher weiter gemeinsam,
um nicht zu werden depressiv und einsam.
© Helga Wessel
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Die Kaffeemaschine
Dem Morgentran will ich entkommen
und mir, ersichtlich noch benommen,
Kaffee aus der Maschine lassen,
am besten schon gleich zwei, drei Tassen.
Ich muss zuerst das Wasser füllen,
um mich in Koffein zu hüllen.
So nehme ich das Glasgefäß
und tanke anweisungsgemäß.
Ich kriege langsam große Augen,
soll Kalk nun aus der Leitung saugen,
entpresse Säurekonzentrat
und warte auf den Spross der Saat.
Adrenalin schießt durch den Geiste,
mich instruiert die Meldungsleiste,
die Bohnen sind frisch nachzukippen,
mir brennt ein Schimpfwort auf den Lippen.
Nun steht da: Kaffeesatz entleeren,
das schwarze Gold in allen Ehren,
doch nun pulsiert mein Blut wie Feuer,
der Kaffee nichtig, eh zu teuer.
© Fabio Berman
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MEIN SCHLAFDILEMMA
Bevor ich geh zu Bette,
in meinem Kopf 'ne Wette:
Wie wird die Nacht heut sein,
schlaf ich denn gut mal ein?
Dann schalt ich aus das Licht,
doch schlafen kann ich nicht,
lieg wach an manchen Tagen,
bis morgens knurrt der Magen.
Das Schlafhormon Melatonin
ist dann wahrlich ein Gewinn,
samt Hopfen und auch Baldrian,
ich meist doch einschlafen kann.
Auch Xyzall gegen Allergien
kriegt das ja öfter recht gut hin,
dann gibt es aber wieder Tage,
wo wird die Nacht zu einer Plage.
Da schlaf ich schnell mal ein,
doch soll es nicht für lange sein,
die Augen suchen nach der Uhr,
viel zu früh - warum denn nur?
Lieg stundenlang dann wach,
diese Zeit hol ich nicht nach,
oft schlaf ich doch noch ein,
was halt nur sehr kurz kann sein.
Auch kalte Füße oder Schwitzen
lassen so die Nacht nicht nützen
und nur wenn morgens ein Termin,
macht auch ein Pülverchen mal Sinn.
Sonst ist der Tag total verloren,
da ich dann nicht ausgegoren,
doch sonst vermeid ich diese Pillen,
dafür sorgt mein starker Willen.
Dieses Zeug birgt Suchtgefahr,
dessen bin ich mir gewahr,
plag mich lieber mit dem Schlaf,
wart brav ab und zähl die Schaf ...
© Angelika Weber
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Motivation statt Illusion
Besser wird‘s nicht mehr,
höchstens schlimmer dafür sehr.
Das erlebe ich jeden Morgen,
wenn ich erwache zunächst ohne Sorgen.
Doch danach,
welche Schmach …
Attacke!
Au Backe!
Wenn ich aus meinem Bettchen krabbel,
wohl recht freundlich guten Morgen babbel,
sind alle meine beweglichen Körperteile
für eine längere Weile
ziemlich unbeweglich,
aber mit Recken und Strecken ist es möglich,
dass ich in die Puschen komme
und mit Freude und mit Wonne
an meine erste Tasse Kaffee denke,
die ich mir vergnüglich einschenke.
Danach tanze ich zu meinen Liedern,
gerade auch mit steifen Gliedern.
© Helga Wessel
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Leere im Kopf
Im Alter hat man es oftmals schwer,
die Sinne schwinden und der Kopf ist leer.
Langsam, schleichend fängt es an,
dass man vergisst, sich nicht erinnern kann.
Die Familie und Freunde werden Fremde,
der Lebenskreis schließt sich und geht zu Ende.
Gelebte Zeiten kehren nie mehr zurück,
der Mensch verschwindet, Stück für Stück.
Jeder Versuch, es zu ändern, ist vergebens,
so ist nun mal der Lauf des Lebens.
© Gabi Rettstadt
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Die Nachbarin
Seit Jahren besuchte ich sie im Seniorenhaus.
Anfangs wollte sie immer wieder nach Haus.
Dann hatte sie sich eingelebt und Freunde gefunden
und langsam heilten ihre seelischen Wunden.
Wir haben immer vom Dorfleben erzählt,
doch nach drei Jahren haben ihr manchmal die Worte gefehlt.
Anfangs konnte ich mit Wörtern die Lücken füllen.
Irgendwann sah ich sie, sich in eine andere Welt zu hüllen.
Plötzlich fiel ihr auch mein Name nicht mehr ein,
für sie war ich die Pflegerin vom Altenheim.
Die Besuche waren für mich manchmal schwer,
doch ich liebte die alten Erinnerungen sehr.
Für die Besuche bei der Nachbarin nahm ich mir immer Zeit
und mich erfreuten ihre strahlenden Augen voll Zufriedenheit.
Gestern haben wir noch herzlich zusammen gelacht,
doch heute ist sie nach der langen Nacht nicht wieder aufgewacht.
© Thea Küch
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Auf und ab, viele, viele Male
Wir gehen viele, viele Schritte
auf vielen, vielen Wegen
die sich kreuzen
die sich winden
den Berg hinauf
den Berg herab
sich schlängeln
hoffend
dabei
zu uns zu finden
Wir laufen viele, viele Stunden
in der Welt der vielen, vielen Meister
sie schillern bunt
sie strahlen funkelnd
den Berg hinauf
den Berg herab
uns lockend
erkennend
doch nur
fremde Welten gefunden
Wir tanzen viele, viele Nächte
zu so vielen, vielen Liebesliedern
sie rauben die Sinne
vernebeln den Blick
den Berg hinauf
den Berg herab
den Anschein wahrend
glauben
wollend
von außen es Liebe gibt
Wir kämpfen viele, viele Schlachten
bedienen uns der vielen, vielen Waffen
wie Angst und Wut
wie Hass und Neid und Gier
den Berg hinauf
den Berg herab
sie mit uns schleppend
und doch
am Ende
VERLIEREN auch WIR
Wir suchen viele, viele Antworten
zu den vielen, vielen Fragen
die sich im Kopfe formen
vom Verstand kreiert
den Berg hinauf
den Berg herab
denkend
analysierend
hätten wir das Leben kapiert
JA - wir
gehen …
laufen …
tanzen ...
kämpfen …
suchen …
viele, viele Male
auf viele, viele Arten
verzweifelt
hoffend
blind
im Tun
den Berg hinauf
den Berg herab
jedoch
stetig
nur im Außen
nicht erkennend:
all die
wahren Schätze
IN
unserem
HERZEN
ruh´n
© Artellinas, 28.02.2024
(Text und Bild)
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Altersfreuden
Was soll ich tun in meinen Tagen,
zum lieben Herrgott „Danke!“ sagen?
Vorhofflimmern und auch Arthrose.
Der Bierbauch will in keine Hose.
Der Atem flach, das Kreuz schon krumm,
ein Fuß, der knackt, das ist doch dumm.
Auch meine Birne wackelt sehr,
die Hände zittern, mehr und mehr.
Morgens, kaum aus dem Bett gekrochen,
verschlissen sind fast alle Knochen.
Jetzt mach' ich mir ein schönes Geschenk,
besorg mir ein künstlich Hüftgelenk.
Trotz meiner Klagen hier auf Erden,
ertrag' ich meine Altersbeschwerden.
Denn alles Zwicken und auch Zwacken,
die sind so steif, wie auch mein Nacken.
Und hören meine Klagen auf,
endet auch mein Lebenslauf!
© Olaf Lüken
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Lernen bis ins hohe Alter
Je älter ich werde, desto schneller vergeht die Zeit,
durch meinen neuen Computer bin ich zum Lernen bereit.
In unserer schnell wandelnden Welt muss ich mich im Alter anpassen,
Google, YouTube, E-Mail und online, ich kann es kaum fassen.
Ich benötige die Fähigkeit auf neue Situationen einzugehen,
doch oft bleibe ich verständnislos am Bankautomaten stehen.
Für den Bäcker, das Eier-Auto und als Trinkgeld brauch ich Münzen sofort,
dabei gibt es kein Kleingeld und keine Münzen aus dem Automaten im Ort.
Bin ich beim Arzt, der verschreibt Medikamente,
die sind sehr teuer und mindern meine Rente.
Die Arznei wird auf die Gesundheitskarte gemacht,
später wird sie bar bezahlt, denn sie wird ins Haus gebracht.
Für die künstliche Intelligenz fehlt mir das Verständnis,
doch KI beantwortet alle Fragen, das nehme ich zur Kenntnis.
Selbst kleine Reparaturen kann ich heute durchführen,
denn auf YouTube sehe ich Influencer den Kuchenteig rühren.
Leider ist mein Geldbeutel zum Platzen voll,
weil ich überall meine Karten vorzeigen soll.
Die Adressen meiner Freunde sind auf dem Handy bereit,
da schreibe ich immer in die Gruppe, das spart mir Zeit.
Früher habe ich gedacht im Alter ist das Büffeln vorbei,
das war falsch, denn die neue Technik macht dich nicht frei.
© Thea Küch
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Der Spiegel und die Illusion
Ich hätte gerne einen neuen Spiegel
und gebe euch darauf Brief und Siegel,
ich sehe darin bestimmt jünger aus
und spende mir selbst dafür Applaus.
Es gibt doch Spiegel, die können schmeicheln,
ich versuche, über meine Konturen zu streicheln.
In einem Spiegelkabinett
sehe ich mich mal schmal und leider mal fett.
Wahrscheinlich gibt es einen Spiegel, dem es gelingt,
der meine neuesten Altersfältchen verjüngt.
So einen hätte ich sehr gerne,
der schenkt mir eine neue Wärme.
Auch wenn dieser Spiegel mir bald die Wahrheit zeigt,
bin ich weniger abgeneigt,
mich so wie ich bin zu akzeptieren
und mir zu meinem Aussehen zu gratulieren.
Spieglein, Spieglein an der Wand,
natürlich bin ich ehrlich im ganzen Land.
© Helga Wessel
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Bügeln
Hemden soll ich öfters wechseln,
aber doch nicht Tag für Tag.
Hölzer muss man auch drechseln,
bügeln ist mir eine Plag!
Wer bewundert nicht einen Mann,
der stetig prima bügeln kann.
Glatt bügeln wär' mir eine Lust,
spürte ich nicht den großen Frust.
Wenn Hemden in der Wäsche knittern,
fangen die Hände an zu zittern.
Ob Jacken, Hosen, Socken, Röcke,
nicht knittern bevor ich's durchchecke!
Frisch gebügelt - alles ist schick.
Mein Hemd ist ohne einzig Knick.
Auch der, der gar nicht bügeln kann,
holt schnell sich einen Fachmann ran.
Im Job nur wenige wirklich wagen,
ein nicht gebügeltes Hemd zu tragen.
In diesem Fall, ich weiß es genau,
macht Liebste heute die Bügelfrau.
Und meine Frau, sie schafft enorm,
bringt Stück für Stück wieder in Form.
Mancher Mann, er denkt daran,
wie er seine Frau verwöhnen kann.
Statt Wein, Pralinen, Sekt und Kuchen,
muss der Mann nicht länger suchen.
Ich werd' mit meiner Frau verreisen
und schenke ihr ein Bügeleisen!
© Olaf Lüken
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Das Leben ist ein Buch
Ich habe mein Leben in Kapitel eingeteilt,
da fällt mir auf, dass im Alter die Zeit schneller eilt.
In den ersten Kapiteln habe ich die Kindheit beschrieben,
doch der 2. Weltkrieg ist mir nicht in Erinnerung geblieben.
Das Kapitel Jugend liest sich wie ein Liebesroman,
denn da verliebte ich mich in meinen Mann.
Jetzt folgte die Hochzeit, wir waren damals sofort bereit
für eine Familie mit Kindern, das war eine herrliche Zeit.
Das Kapitel ist lang, denn 6 Enkel erfreuten uns bald,
Kinderlachen hat viele Jahre im Haus geschallt.
Im nächsten Kapitel reisten viele in die Welt hinaus,
doch es blieben auch 5 in unserem Mehrfamilienhaus.
Es gibt auch 2 Kapitel mit dunklen Seiten von Schmerz und Krisen,
da trauerte ich, weil mich damals viele verließen.
Doch hat mich auch manche Krankheit gequält,
diese Seiten habe ich jetzt nicht gezählt.
Viele schöne Seiten konnte ich erleben,
so hat mir das Leben helle und dunkle Facetten gegeben.
Jetzt im Alter blättere ich manchmal die Seiten um,
da machen mich Zufriedenheit und Dankbarkeit stumm.
Im letzten Kapitel lese ich noch einmal von früher, wie es begann,
heute erkenne ich, dass ich mich auf Kinder und Enkel verlassen kann.
Das Buch hat jetzt noch ein paar leere Seiten,
möge mir das Leben noch viel Freude bereiten.
Ein paar Jahre hätte ich aber gerne doch,
denn ein paar Urenkel, die fehlen mir noch.
Macht später daraus ein Buch, in Leder gebunden,
und denkt an unsere schönen, fröhlichen Stunden.
© Thea Küch
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Geh nie mit einem Fremden mit!
Geh nie mit einem Fremden mit,
auch wenn er lächelt Schritt für Schritt,
auch wenn er sagt: „Komm sei nicht bang,
Ich zeig dir was, es dauert nicht lang.“
Geh nie mit einem Fremden fort,
nicht in sein Auto, nicht an einen andren Ort.
Auch wenn er lockt mit Spiel und Spaß,
mit Süßigkeiten, Murmeln aus buntem Glas.
Ein fremdes Wort klingt manchmal nett,
doch Vorsicht, schnell ist es zu spät!
Sag laut und klar: „Nein, ich geh nicht!“
und such dir Hilfe, die in Sicht.
Renn in ein Haus, ruf laut um Rat,
ob Frau, ob Mann, alle schreiten zur Tat.
Polizei, Geschäft, ein sicherer Platz -
die helfen dir, mein kleiner Schatz.
Dein Bauchgefühl ist klug und wahr,
es warnt dich leise, wunderbar.
Hör auf dein Herz, bleib stark und fit:
Geh nie mit einem Fremden mit.
© Irmgard Behrend
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KLEINES MENSCHLEIN
Bin ein kleines Menschlein nur,
gemacht aus Wasser, Fleisch und Blut,
bin mal offen und mal stur,
jedoch verlässt mich nie der Mut.
Bin ein kleines Menschlein nur,
mit offenen Augen manchmal blind,
keine Mischung sondern pur,
frag' mich wo die Jahre sind?
Bin ein kleines Menschlein nur,
ich geh den Weg such' meinen Platz,
nur so halte ich die Spur
und ertrage Stress und Hatz.
Bin ein kleines Menschlein nur,
nicht immer Sinn hat, was ich mache,
erteilte schon den Eheschwur,
im Nachhinein verrückte Sache.
Bin ein kleines Menschlein nur,
oft fehlerhaft mal fabelhaft,
nicht immer schaff' ich's mit Bravour,
das Ende des Tages doch geschafft.
Bin ein kleines Menschlein nur,
ein Hauch von nichts auf dieser Erde,
lebe als Teil von der Natur,
bis ich selbst zu Staub dann werde.
Bin ein kleines Menschlein nur,
noch ist es jedoch nicht soweit,
weiter tickt die Lebensuhr,
nicht vorbei ist meine Zeit.
© bpoetrynmusic/Bernd Haberfellner
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Kastanien
Auf den rauen, herbstlichen Wegen
schlendere ich am frühen Morgen der Sonne entgegen.
Da liegen sie glänzend im feuchten Gras, lachen mich an,
ich stecke Kastanien ein, so viel, wie ich tragen kann.
Eine halte ich zärtlich in der Hand und denke zurück,
für meinen Opa sammelte ich jährlich so etwa 20 Stück.
Er hatte eine Kastanie in den Hosentaschen sein Leben lang,
deshalb war ihm vor Krankheiten überhaupt nicht bang.
Sein Glaube war, Kastanien haben ihn vor Krankheiten geschützt
und bei ihm hat dieser Aberglaube viele Jahre etwas genützt.
Als er mit achtundneunzig Jahren starb, hat mich das sehr bewegt,
heimlich hat ihm jeder der Familie eine Kastanie in den Sarg gelegt.
Ich habe damals an den Birnbaum von Ribbeck auf Ribbeck gedacht,
deshalb haben wir es mit den Kastanien genauso gemacht.
Doch nach dreißig Jahren wuchs aus dem Grab noch kein Baum
und es blieb mein Leben lang ein schöner Kindheitstraum.
Noch heute bleibe ich bei jeder großen Kastanie stehen
und im Hebst kann man mich beim Kastanieneinsammeln sehen.
© Thea Küch
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Gute Idee
Mit halber Kraft voraus
putze ich Balkon und Haus.
Heute bin ich dazu bereit,
einzuteilen meine Zeit.
Ich nehme mir die Pausen
statt herumzusausen,
wie ich es früher gerne tat,
ich gebe mir den guten Rat,
sei du lieber selbst „putz“munter,
deine Wohnung geht nicht unter.
Die Hauptsache ist, dir geht es gut,
der Staub ist unsichtbar und ruht.
Setz einfach deine Brille ab,
dann siehst du nix, Papperlapapp.
© Helga Wessel
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Papa ist toll, Opa ist spitze!
Wenn ein Mann ein Opa wird,
ist sein Alter schnell vergessen.
Für die Enkelin ihr erster Flirt,
Opa lässt sich nicht stressen!
Seine Aura umhüllt auch Ruh',
bindet der Enkelin die Schuh.
Unter Opas Schnäuzerpaar,
qualmt ´ne Pfeife. Wunderbar.
Mit der Enkelin durch den Park.
Opa fühlt sich ungleich stark.
Enten, Schwäne, Tauben füttern.
Tratschen mit den jungen Müttern.
Durch den Park geh'n, heiß flanieren,
auch nach etwas Zuspruch gieren.
Opa geht mit seiner „Maus“,
zurück ins warme Elternhaus.
© Olaf Lüken
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Die Augenpflege
Der Mensch hat viele Glieder,
dazu gehören die Augenlider,
auch diese bedürfen Hege,
eine sogenannte Augenpflege.
Als Kleinkind, nachmittags schlafen,
damit wollte man es ja nicht strafen,
denn es gehörte einfach zur Hege,
die Augen brauchen ihre Pflege.
In so einem gewissen Alter
brauch man keinen Gesundheitsverwalter,
ist selbst verantwortlich für die Hege,
selbst für diese sogenannte Augenpflege.
Ob auf der Terrasse, dem Balkon,
wen stört es denn draußen schon,
die Augenlider wollen siegen,
Augenpflege haben, im Liegen.
Zur Mittagszeit, nach dem Essen,
man will es heut nicht mehr vergessen,
vielleicht im Beisein ein leichtes Sägen,
war dann zur Augenpflege hin gelegen.
Eine halbe Stunde da schon reicht,
man gewöhnt sich daran ganz leicht,
heute, egal in welchem Alter
ist die Augenpflege auch ein Energieverwalter.
Bei der mittäglichen Augenpflege geht munter
auch die Anspannung kräftig runter,
man kommt dann wie ein alter Lanz,
langsam aber auf Touren, voll und ganz
© Luis Walter (03.2026)
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Kleine Freuden im Alter
Ach, ist das Alter manchmal schön,
ich suche mein Handy, hab es doch gerade noch gesehen.
In welchem Zimmer war das denn,
suchend ich durch die Wohnung renn.
Wenn ich es nicht schnell finden kann,
rufe ich vom Festnetz meine Nummer an.
Doch ich höre nichts, keinen Klingelton,
Da erscheint mein Göttergatte schon.
„Sag mal, hast du mein Handy eingesteckt?“
Lachend er es mir entgegen streckt.
Vertan, vertan.
Kurze Zeit später ich ihn ermahn:
„Sag mal, weißt du vielleicht auch, wo meine Brille ist,
die kann ich nicht anrufen, so ein Mist.“
„Sie passt mir doch überhaupt nicht“, antwortet er,
wir finden sie gemeinsam, das ist nicht so schwer.
Und weil ich sie jetzt auf der Nase habe,
verdichte ich alles mit Freude und Hingabe.
© Helga Wessel
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Sie
Sie schleicht sich manchmal ins Gehirn
und greift nach meinem Zimmerlicht,
ein Stimmenrattern in der Stirn
mit Herzensblei und Frostgewicht.
Sie werkelt in den Kopfregalen
und streicht das Holz in dunkles Grau,
ein Schattenwind erdrückt die Schalen
und weht bis in den Unterbau.
Denn, wenn ich auch den Panzer trage,
schießt manche Kugel in mich rein,
von ihr, an der ich bitter nage,
sie schenkt mir schwarze Tropfen ein.
Ein Meer aus Hoffnung trennt uns beide,
doch steckt sie in mei'm Innenland,
sie webt sich Nacht aus schwarzer Seide
und gießt sie in die Seelenwand.
© Fabio Berman
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Die Uhr des Lebens
Es gibt eine Uhr,
die für jeden von uns tickt.
Wir können sie nicht sehen
und wissen nicht, wann sie stehen bleibt.
Doch eines Tages wird sie stillstehen.
Darum: Liebe mit ganzem Herzen.
Sag, was du wirklich fühlst.
Halte die Menschen fest,
die dir wirklich wichtig sind.
Verschwende keine Zeit an jene,
denen du nichts bedeutest.
Denn die Wahrheit ist:
Niemand weiß, ob es ein Morgen gibt.
Eines Tages wird unsere Uhr auf null stehen.
© Pitt
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Vati feiert Namenstag
Familienfeier - angesagt.
Vati feiert heute Namenstag.
Die Maske auf und Hände schütteln,
Küsschen geben, Gäste betütteln.
Opa Oskar erhebt sein Glas:
„Lieber Sohn, nun wünsch' Dir was!“
Alles tuschelt wie von Sinnen,
Füße scharren, kein Entrinnen!
Reichlich speisen - fetter Fraß,
Völlerei plus Magengas.
Grappa, Korn und Kümmerling.
Bier und Wein und viel Blingbling.
Der Mund ist locker, viele Reden.
Jeder quatscht und tratscht mit jedem!
Manches läuft auch aus dem Ruder.
Es singt die Frau vom großen Bruder.
Paffen, löffeln und entspannen,
Musik, Musik und Kaffeekannen.
Die Post geht ab. Man tanzt im Kreis,
Schunkelfreude, mit Himbeereis.
Die Gäste heucheln Freude vor
und Opa legt sich gleich aufs Ohr.
Wiedersehen im nächsten Jahr.
Es weint sogar der Jubilar!
© Olaf Lüken
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Zeitung lesen
Mit dem Älterwerden ändern sich oft die Angewohnheiten,
das bemerkt man irgendwann in alten Zeiten.
In jungen Jahren las ich die Zeitung von Anfang an,
erst die Überschriften, damit ich mitreden kann.
Ab 60 interessierte mich der Kreisteil mit dem Ortsgeschehen,
da konnte ich die Bilder von den Goldkonfirmanden sehen.
Mit Sport in der Heimat war ich auf dem neuesten Stand
und ich war auch in, bei allen als Vereinsmeier bekannt.
Ab 80 fing ich dann auf der letzten, schwarzumrandeten Seite an
und sah auf die Anzeigen, ob ich jemand kennen kann.
Da wurden oft Erinnerungen geweckt
und so manche Anzeige hat mich erschreckt.
Mit einigen habe ich einst die Schulbank gedrückt,
andere habe ich 50 Jahre nicht mehr erblickt.
Jetzt hole ich das alte Fotoalbum mit den Erinnerungen her,
lächelnd erkenne ich alle und die Gedanken an früher sind schwer.
Ich habe dann die Anzeigen immer genau gelesen
und daran erkannt, wo sind sie in den letzten Jahren gewesen.
Waren sie ledig, verheiratet oder ganz allein,
hatten sie viele Freunde oder waren sie in einem Verein.
Doch ab heute werde ich die Leserbriefe zum Abschluss lesen,
denn die sind schon immer besonders unsinnig und lustig gewesen.
© Thea Küch
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OPA IST DEMENT
Fünfundachtzig ist Opa, ein alter Mann,
denktechnisch aber sehr arm dran,
hat keine Wünsche mehr im Leben,
kann, was er fühlt, nicht weitergeben,
er merkt nicht, ob er hungrig ist,
vergisst oft abzudreh‘n das Licht,
kennt nicht die Namen seiner Kinder,
was er verlegt hat, findet er nimmer,
langweilig ist ihm halt ganzen Tag,
da er nicht weiß, was er so mag,
Fernsehen interessiert ihn nicht sehr,
Gesellschaftsspiele auch nicht mehr,
er liest die Zeitung so wie immer,
was drinnen steht, kapiert er nimmer,
Spaziergänge allein sind auch tabu,
denn die Orientierung fehlt dazu,
so ist der Schlaf das Liebste ihm,
da nichts und niemand fordert ihn,
doch vollbusige Frauen sieht er gern,
da leuchten die Augen wie zwei Stern',
ist das Gehirn auch noch so schwach,
der Trieb, der ist noch immer wach.
Vergesslichkeit ist zwar ein Problem,
doch Opa lebt dennoch angenehm,
da Oma ihn liebevoll umhegt
und Tag für Tag aufopfernd pflegt.
© Angelika Weber
Bild: Pexels
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Wer macht dich glücklich?
Schon wieder in den Sand gesetzt.
Es ist nun Schluss, aus und vorbei.
Getrieben warst du, stets gehetzt
und jetzt fühlst du dich wieder frei.
Doch lange währt die Freude nicht,
denn du musst suchen, kannst nicht warten.
Was Neues ist noch nicht in Sicht.
Wann spielt das Glück dir in die Karten?
Wo ist er nur dein Seelenmensch?
Wie viele Frösche musst du küssen?
Der Aufwand, der ist echt immens.
Wird Amor auf dich schießen müssen?
Du suchst den, der dich glücklich macht,
der all das Schlechte stets abwendet.
Hast du vielleicht mal dran gedacht,
dass dieses Suchen niemals endet?
Dein Glück findest du nur in dir,
das kann kein andrer Mensch dir geben.
Drum sorge besser selbst dafür,
dass Gutes dir geschieht im Leben.
Wenn du mit dir im Reinen bist,
wird auch dein Leben zum Genuss.
Die Welt scheint dann nicht mehr so trist,
ein Partner ist ein Kann, kein Muss.
© Kay Gräfenberg (04.'25/03.'26)
Bild: Pixabay
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Der Geiger der Zeit
Der große Geiger spielt das Lied der Zeit,
es macht sich von Geburt an in uns breit.
Er streicht die Saiten laut, dann wieder leise,
wir tragen diese Melodie auf unsrer Reise.
Den hellen Ton nimmt man meist munter mit,
man hält in seiner Welt meist locker Schritt,
doch streicht er mal den Geigenstrang in Moll,
sind unsre Köpfe gleichsam leer und voll.
Dann hilft ein Blick ins tiefe Herz hinein,
der Schmerz kann auch ein Lebensmotor sein.
Beim Klettern auf den hohen Lebensberg
erlauschen wir des Geigers Wunderwerk,
dann fallen wir vom Glück ins dunkle Tal
und mauern einen Schutzbunker aus Stahl.
Er schenkt uns vor dem Geiger Protektion,
dass der uns nicht so trifft mit tiefem Ton.
Doch um das Lied in Gänze zu erleben,
sind wir gezwungen, an die Luft zu streben,
mit Neugier eines Kinds erneut zu sinnen,
nur so lässt Kraft aus Klängen sich gewinnen.
Und schließlich hören wir Magie der Noten
noch mal auf Wegen hin ins Reich der Toten.
Der Geiger spielt gekonnt das Lied der Zeit
unbeeindruckt bis in die Unendlichkeit.
© Fabio Berman
Bild und Hintergrund: Pixabay (teilweise bearbeitet)
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Lebenserfahrung
Die Menschen werden erfreulicherweise älter,
doch leider wird die Luft um sie herum manchmal kälter.
Ihre Liebsten verlassen sie Stück für Stück
und sie bleiben alleine und einsam zurück.
Genau das haben Hilfsorganisationen erkannt
und inzwischen sehr gute Angebote benannt.
Sie bieten sinnvolle Wege aus der Einsamkeit,
dazu sind viele Helfende und auch Suchende bereit.
Es gibt Besuche, Telefonate, gute Gespräche,
damit man diese Einsamkeit unterbreche.
Der wichtigste und positivste Aspekt
ist das Interesse an Lebenserfahrung,
die dahinter steckt.
Bei Hausbesuchen, Telefonaten oder im Plaudernetz,
da gilt es als oberstes Gesetz,
man lässt diese Menschen erzählen
und gerne verschiedene Themen auswählen.
Genau dabei erkennt man die Lebenserfahrung
und erreicht so eine wertvolle Bewahrung
der vielen Geschichten dieser wunderbaren Menschen,
die noch im Alter um Lebensqualität kämpfen.
Also raus aus der Isolation,
viele schöne Stunden sind der Lohn.
© Helga Wessel
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Er ist da!
Das Baby ist ein süßer Fratz
und der Eltern größter Schatz.
Seit heute ist das Früchtchen da.
Glücklich sind Mama, Papaaa!
Das neue Wunder ist gesund.
Die Augen blau und frech der Mund.
Kleine Finger, Wackelzehen,
Haare kann man auch schon sehen.
Die Haut ist zart und ganz samtweich.
Ein Schreihals tritt ins Babyreich.
Windel wechseln, lecker kochen.
Eltern stehn vor wilden Wochen !
Viel Liebe kriegt der kecke Kleine,
macht den Eltern flotte Beine.
Ja! - Das sind die neuen Elfen,
denn sie sollen helfen, helfen!
© Olaf Lüken
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Mindset (Einstellungssache)
Im Leben läuft nicht alles rund,
weil wir auch manchmal scheitern.
Doch frage niemals nach dem Grund,
das wird dich nicht erheitern.
Wenn du mal fällst, steh wieder auf,
nur kurz das Krönchen richten.
Denn Gutes wartet noch zuhauf,
du kannst es bald schon sichten.
Sei nur du selbst und steh zu dir,
du wirst es dir noch danken.
Hab für das Gute ein Gespür,
weis' Böses in die Schranken.
Sei freundlich stets und menschlich auch,
auf allen deinen Wegen.
Benutz dein Hirn, hör auf den Bauch,
dann liebt dich auch das Leben.
© Kay Gräfenberg (02.2025/02.2026)
Bilder: Pixabay
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Fahrt nach Süden
Mein Wagen befährt nun seit Langem die Wege
gen Süden entlang von der dunklen Provinz,
den Luftdruck der Reifen erprobe ich rege,
bewahr mir die Hoffnung als Traum eines Kinds.
Ich brumme durch uralte Dörfer und Städte,
erklimm Serpentinen und bügle den Schmutz.
Die anfangs noch überall herrschende Glätte
ist Frühtau gewichen, den ich für mich nutz.
Ich kurble die Scheiben der Fenster nach unten
und werf einen Teil des Gepäcks über Bord,
Pullover aus Sorgen und Mäntel voll Wunden
kann ich mir ersparen am südlichen Ort.
Die Anlage läuft und der Klangregulator
justiert statt Balladen auch manchmal die Charts.
Die Zeit auf der Straße ist mein Generator,
Gebühr für den Glücksweg hab ich schon bezahlt.
So jage ich weiter beständig gen Sonne,
der Stein des Asphalts unentwegt unter mir.
Ich spür immer öfter das Herz voller Wonne,
vielleicht bin ich heimlich auf Routen zu dir.
© Fabio Berman
Bild: Pexels
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Bei Poetry.de unter dem Namen Travis Beamer^^: https://www.poetry.de/
Sein Buch „Die schimmernden Welten des Travis Berman“: https://t1p.de/f28ow
und sein neues Buch „Das Pulsieren der Phantasie“: https://t1p.de/uya3b

Die Morgenrasur
Ist die Rasur eine Seelenkur
oder Prozedur bis zur Tortur?
Pflege, Ruhe, Präzision,
die sanfte Haut als Finderlohn.
Stahl und Seife fürs Gesicht,
bartlose Leute wähnen Gewicht.
Auch mal mit dem Strich rasieren,
den Vollbart mit der Scher' riskieren.
Rasieren ist wahrlich kein Malheur.
Wer hat nicht einen guten Friseur.
Selbst der Barbier rasiert mit Pläsier.
Muss ich alles sagen können,
um Haare von der Haut zu trennen?
Ich nehme Gel, vielleicht nur Schaum.
Ich will, dass die Welt wird mir zum Traum.
Während ich ein Liedchen singe,
kreuz und quer springt meine Klinge.
Rauf und runter, runter und rauf,
hier endet rasch der Stoppel Lauf.
Nicht der Frust, Lust und Genuss sind ein Muss.
Ich wünsche mir meiner Liebsten Kuss!
Zum Abschluss lockt ein Aftershave,
dann bin ich "hardcore", dann bin ich "brave"!
Ein kleiner Schritt. Igittigitt.
Die Wange zeigt Risse, kein kluger Schritt.
Ich seh' beim Säubern wenig Blut.
Die Pfirsichhaut bleibt ein kostbar Gut.
Mein Gesicht ist wieder glatt und nackt.
Die Rasur ist gelungen, das bleibt Fakt!
© Olaf Lüken
Bild: Pixabay
Autorenprofil: https://www.viabilia.de/olaf-lueken-sprueche-gedichte/
Und auch hier ist er sehr aktiv: https://www.festgestaltung.de/
