
Die Eitelkeit!
Herr Schröder gibt sich viele Müh,
er steht am Spiegel in aller Früh.
Er kämmt das Haar, er dreht den Bart,
er zupft die Brauen, knüppelhart.
Dreht sich vorm Spiegel auf einem Bein
und bindet die Krawatte fein.
Die Brust heraus, als wär sie aus Holz.
Er duftet nach Rasierwasser, ist voller Stolz.
So hat er nun aufs Flirten Lust
und stolziert mit geschwellter Brust,
ist eitel wie ein Hahn auf dem Mist,
weil er doch so vollkommen ist.
Die Damenwelt ist meist bescheiden,
kann Aufgeblasenheit nicht leiden.
Und Schröder vor Verdruss dann schmachtet,
wenn die Damenwelt ihn nicht beachtet.
Herr Schröder runzelt seine Stirn:
Ich bin so schön, habt ihr kein Hirn?
Mein Spiegelbild ist genial.
Ich bin der Schönste auf jeden Fall.
Im Traume denkt er nicht daran,
wie böse das wohl enden kann.
Wer nur aufs Spiegelbild vertraut,
bekommt niemals eine nette Braut.
© Irmgard Behrend
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Was ist Glück?
Glück ist, wenn der Kaffee fließt,
wenn du Milch in deine Tasse gießt.
Wenn Montag ist und du hast frei
und keiner fragt: Bist du dabei ...
Glück ist, wenn der Wecker schweigt,
der Kühlschrank sich vor Essen neigt.
Wenn du beim Kochen nichts verbrennst
und das WLAN perfekt rennt.
Wenn du die Socke wiederfindest,
die sonst im Nirgendwo verschwindet.
Glück ist, wenn die Bahn pünktlich kommt,
die Sonne scheint am Horizont.
Glück ist ein Kind, das fröhlich lacht,
ein Stern, der durch die Wolken wacht.
Ein Freund, der bleibt, wenn alles geht.
Ein Herz, das immer zu dir steht.
Es ist ein Duft von frischem Brot.
Ein Wort zur rechten Zeit in Not.
Ein Morgen ohne Hast und Eile.
Ein Augenblick nur zum Verweilen.
Glück ist alles, was Freude macht,
und wenn am Tag die Sonne lacht.
Drum such nicht wild das Glücksgefühl,
es steckt im Alltag und im Spiel.
© Irmgard Behrend
Bilder: Pixabay
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