
Das Teilen
Das Teilen lernte ich schon in meiner jüngsten Kindheit,
das war damals für mich eine Selbstverständlichkeit.
Der 2. Weltkrieg hatte Angst und Schrecken gebracht
und nach dem Krieg viele Familien arm und traurig gemacht.
Gegenseitig versuchten sich Nachbarn beizustehen,
geteilte Trauer war wie ein Miteinandergehen.
Durch die Lebensmittelknappheit teilte man das Essen,
da hat keiner den armen Nachbarn vergessen.
Amerikanische Soldaten bewohnten das Nachbarhaus,
als ein Farbiger rief, lief ich schnell hinaus.
Der gab mir Karamellbonbons, genau vier Stück,
die teilte ich mit meiner Freundin, das war damals Glück.
Es kamen Flüchtlinge, wir nahmen sie auf
und ich musste zum Schlafen den Speicher hinauf.
Wir freundeten uns an, das ist viele Jahre so geblieben
und als sie wegzogen, haben wir uns oft geschrieben.
Im ersten Schuljahr teilte ich täglich mein Frühstücksbrot,
denn meine Freundin hatte keines, sie litten Not.
Dafür half sie mir auch mal bei den großen Zahlen,
ich konnte damals besser als sie bunte Bilder malen.
Von Herzen zu teilen, auch etwas abzugeben,
das förderte die Menschlichkeit in unserem Leben.
Teilen ist ein Band, das uns zusammenhält,
es verbindet viele Länder in unserer Welt.
Über Teilen könnte ich noch viele Kapitel schreiben,
doch das würde langweilig, darum lass ich es bleiben.
© Thea Küch
Bilder: Pixabay
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Weiße Rose
Wir leben in komplexen Zeiten,
in denen viele Hunger leiden,
durch Krieg und Elend animiert,
von letzter Hoffnung still flankiert,
in unsren reichen Westen reisen
und um die Honigtöpfe kreisen.
Kultur und Bräuche im Gepäck,
dann werden sie oft unter Deck
und auch in Lastern eingezwängt
zu uns ins ferne Land gelenkt.
Und fremde Sitten aller Arten,
die spielen Rechten in die Karten,
fernab von Frauenbild und Terror,
ist Äußeres ein echter Faktor,
um Rechtsparolen rauszuschießen
in den politisch tiefen Krisen.
So malt das Bild der weißen Rose,
ermutigende und auch große
Zuversicht im Kreis der Hetze
und gegen hasserfüllte Sätze
in diese angespannte Lage
mit jener nachdrücklichen Klage,
nicht an dem Fremden zu verdrießen,
sich nicht davor stets zu verschließen,
um dann gemeinsam zu kreieren,
das gilt es wieder zu kapieren.
© Fabio Berman
Bild: Pixabay
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Bei Poetry.de unter dem Namen Travis Beamer^^: https://www.poetry.de/
Sein Buch „Die schimmernden Welten des Travis Berman“: https://t1p.de/f28ow
und sein neues Buch „Das Pulsieren der Phantasie“: https://t1p.de/uya3b

Es ist nicht so, doch stell dir vor
die Welt, die hätte viel Humor…
Den Putin, Kim und Trump bestimmt,
man einfach in ´ne Anstalt nimmt,
die Ärzte könnten sich befassen
... und sie erst einmal machen lassen:
das Oval Office, Putins Hain
könnten doch nachzubilden sein,
im Zimmer rotes Telefon,
ich denke mir, dann klappt das schon!
Wenn sie zum Frühstück überborden,
gibt’s von den Pflegern erst mal Orden
und ihre Laune steigt dann schnell
auf himmelhoch statt ab zur Höll!
Bei Therapie man könnte nuscheln:
Die Menschen vom Nobelpreis tuscheln:
Nur ganz für dich, für dich allein,
du setzt dich sooo für Frieden ein!
Der Putin, schau, er lächelt breit,
die Welt ist jetzt für ihn bereit:
Er hasst die „Nazis“ wie die Pest
und räuchert aus das Vipernnest!
Ukraine, ein Dämonenhort
und diesen schießt er einfach fort,
dafür sind viele Menschenleben
als Opfer einfach nicht daneben!
Im Stuhlkreis stimmt der Trump gleich zu
und sagt zu ihm: Wie schlau bist du!
Hab mit Migranten ich Probleme,
dann wohl denselben Weg ich nehme!
Sie zu vertreiben ist mir Pflicht,
das Menschenleben zählt ja nicht,
denn wichtig, Wladi, hör mir zu,
dass sind wir beide, ich und du …
der Kim, der hat ´nen roten Knopf
und leider sonst nicht viel im Kopf,
erzählt ganz stolz, die alte Welt
mach ich kaputt, weil’s mir gefällt,
die Bomben jag ich in das Meer
das fällt mir doch kein bisschen schwer,
dann werd ich Kaiser dieser Welt
und mach mit ihr, was mir gefällt!
Doch halt, ein Xi ist auch dabei,
für den ist noch ein Zimmer frei
und er bekommt, man weiß es schon,
auch noch ein rotes Telefon!
Recht kurz nach ihrem Mittagessen,
haben Patienten schon vergessen,
was Aussage am Morgen war,
jetzt gilt es neu, das ist doch klar!
Der Trump, der greift zum Telefon,
kennt Putins Nummer lange schon:
Hey, Wladi, du bekommst Ukraine,
doch Grönlandinsel ist dann meine!
Als Friedensbringer auf die Schnelle
erhöhen wir sofort die Zölle,
die Demos schlagen wir hart nieder,
dann endlich sind wir Sieger wieder!
Denn es wird Zeit, dass jeder spürt,
als Kaiser sind wir längst gekürt …
wer wünscht sich denn noch diesen Titel,
wir haben ein paar andre Mittel!
Komm nachmittags zum Tee vorbei,
dann machen wir ´nen Deal, wir zwei!
Europa machen wir zunichte,
das sind doch alles kleine Wichte!
Und keiner davon wird sich trauen,
mal auf die Pfoten uns zu hauen,
hast du daran Interesse? Ja?
Ich hätt gern SüdAMERIKA!
Zur Therapie am Nachmittag,
man es wohl kaum noch glauben mag,
gibt’s Weltkarten, nicht ausgefüllt,
und alle kritzeln dann wie wild,
es gibt für Farben kein Verbot,
bei Xi und Kim ist ALLES rot,
der Donald, der hat sehr beglückt,
nur halbe Welt erst mal bestückt!
Doch schau genau bei Putin hin …
was hat Patient wohl da im Sinn?
Echt? Indien und verschiedne -stan
die malte sorgfältig er an …
Auch wirklich, Litauen und Polen,
die würde er sich gern noch holen?
Die Tagesschicht ist nun vorbei,
den Ärzten ist das einerlei!
In Psychiatrie wird in der Nacht
Patienten chemisch Schlaf gebracht!
Ich hoffe die verlor’nen Seelen
werden heut Nacht sie tüchtig quälen!
© Claudia Ott
Bild: KI kreiert von skumy666
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Hoffnungsschimmern
Ein Lichtschein schimmert
scheu und leise
durch Nebelschwaden
aus Explosionen + Trümmerhagel
Verwerfungen, wo man hinschaut
aus Missgunst + Hass geboren
Menschsein verkümmert
im ätzenden Dunstgebräu
Verstörende Bilder überall
gestohlen Heim + Zuhause
verzweifelte Wesen
hoffnungslos im Nichts umherschwirren
Das müde Flackern des Lichts
vom Erlöschen bedroht
die Herzen der Freude beraubt
auf trüben + dunklen Wegen
Kalt + dämmrig
sich graue, frostige Zeiten ankünden
am Ende verschleierter Tage
sich aber ein Erwachen zeigt
Hoffnungsschimmern als Halt
im dumpfen + leidvollen Sein
Menschen sich daran klammern
in den Herzen die Sehnsucht schwelt
Auch wenn der schimmernde Schein
vergraben erscheint, er darf nicht erlöschen
© Andreas Lukas / 2025
(Text und Fotos)
Website: www.andreas-lukas.eu
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Profil auf „Autorenwelt“: https://www.autorenwelt.de/person/andreas-lukas

Das Buch des Seemanns
Am Rande der Docks in der Hütte am Hafen
liegt zwischen dem Meersalz- und Fischegeruch
und zwischen den Leichen von winzigen Larven
ein lang schon verstaubtes, zerknittertes Buch.
Ein Seemann hat einstmals die Seiten beschrieben
mit seinem Erlebten am Steuer vom Schiff,
wie sehr haben Stürme die Mannschaft zerrieben,
wie lang war die Fahrt hin zum südlichsten Riff.
Wenn Winde ganz schwach nur die Segel mal streiften
verschwand der Matrose im Dunkel vom Deck,
notierte die Stunden, die tief in ihm reiften,
mit pechschwarzer Tinte aufs Blatt im Versteck.
Am Anfang des letzten Jahrhunderts kam er dann
erneut an dem Hafen der Heimat zurück,
man kann es noch lesen, was ihm durch sein Hirn rann,
das Ende verfasst mit Gemälden von Glück.
© Fabio Berman
Bild: Montage aus Pixabay-Bildern
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Fotos im Album
Je älter du wirst, desto öfter denkst du an die Vergangenheit,
lange beschäftigen sich die Gedanken mit der Jugendzeit.
Die Jugendzeit war damals wunderschön,
das kann man auf den Fotos im Album sehn.
Vom Festnetz telefonierten wir, um so verbunden zu bleiben,
und wir konnten uns lange Liebesbriefe schreiben.
Von meinem Mann habe ich noch über 100 Briefe zum Lesen,
das ist damals in meiner frühen Jugend so gewesen.
Heute ohne ihn, nehme ich die Briefe oft in die Hand
und seine schöne Schrift ist mir bestens bekannt.
Wenn ich heute im Album ein bestimmtes Bild suche,
finde ich nur leere Seiten ohne Fotos, in dem alten Buche.
Doch dann blättere ich auf dem Handy stundenlang,
bei dem Suchen meiner Fotos wird mir ganz bang.
In welcher Datei kann ich die alten Bilder sehen,
muss ich jetzt auf das Datum von 1962 gehen?
Jetzt hat jeder sein Smartphone sofort griffbereit,
das ist für mich eine neue, eine schwierige Zeit.
Die jungen Leute heute sehen aufs Handy mit kurzem Blick
und schicken geschwind ein Herz und ein Smilie zurück.
© Thea Küch
Bilder: Pixabay
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Indianer
Das freie Feuer morst den Rauch im Rhythmus von Sekunden
mit einer Leinendecke und der Zugabe von Mohn
hinauf gen Himmel, denn es wurde Bisonfleisch gefunden
und ist des andern Stammes gerechtfertigter Lohn.
Die Freunde, Meilen weiter, auf der Westseite des Baches,
es war zuerst Gemunkel, doch schon bald bekannter Fakt,
sie waren erste Meister dieses neu entdeckten Faches
und zeigten, wie man Mais anbaut, ihn keimen lässt und hackt.
So rauchten sie schon oft gemeinsam aus der Friedenspfeife,
Schamanen huldigten dereinst der lebhaften Natur,
sie fanden in dem Feld, dem Baum, dem See die tiefe Reife,
und leisteten mit ihrem Blut manch stillen Treueschwur.
Einst aus Sibirien ausgefahren über den Pazifik,
verstreuten sie sich südlich und erfanden ihre Schrift,
sie sahen dort von Anfang an mehr Chance als Problematik,
erst Pocken von den weißen Männern waren für sie Gift.
So schauen sie gen klaren Himmel und sie sinnen Sternen,
die Stätten mancher Geisterwesen spiegeln sich im Licht
und in den kaum begreifbaren, unendlich weiten Fernen
erahnen sie so manches längst verstorbene Gesicht.
© Fabio Berman
Bild: Pixabay
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Steinzeit
In Höhlen lebt er und er schaut in die Weiten,
die ihm von den Göttern zum Leben geschenkt
und ihn durch die Sträucher und Waldstücke leiten,
wo er die Natur mit dem Fortschritt vermengt.
Er sammelt die wildesten Beeren, mit Grüßen
an alte Verwandte, er weiß zu sei'm Glück
um giftige Pflanzen und um alle süßen
und nimmt vom Johannisgeflecht sich ein Stück.
Bisweilen geht er auf die Jagd mit den Speeren,
geschliffen zu tödlichen Waffen aus Stein,
er kann von dem Büffelfleisch wochenlang zehren,
am Feuer sitzt er und er ist nicht allein.
Das Fell trennt er ab für den kommenden Winter
der wieder bald ansteht im Kreislauf der Zeit,
für ihn, seine Frau und die wachsenden Kinder
macht er aus der Tierhaut manch nützliches Kleid.
Und küsst ihn die Muse mal in seinen Jahren,
bemalt er die Wände mit Kohle, die hält,
in schwarz, rot und gelb übt er dieses Verfahren
und ist Pionier für die Kunst in der Welt.
© Fabio Berman
Bilder Pixabay und Pexels
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H. H. Holmes
An dem Rand der Weltausstellung achtzehndreiundneunzig
in Chicago lies H. Holmes ein großes Haus erbauen,
Ausblick hatte man aufs Riesenrad und auf die Elektronik,
in dem Schatten dieses Treibens lauerte das Grauen.
Falltürn, Rutschen von den Zimmern und auch dunkle Gänge
führten in den Keller und zur hohen Sterberate,
das Hotel beherrschte Holmes mit ungeahnter Strenge,
Öfen gab's und Gas entrann aus Wänden der Fassade.
Bauarbeiter tauschte Holmes geradlinig und häufig,
dass nur ihm das ganze Wissen übers Haus geboten,
so wurd sein perfider Vorsatz niemals wem geläufig,
und in Säurebädern schmolz zumeist das Fleisch der Toten.
Als Geschäftsmann ohne klar erkennbares Gewissen,
erntete er alles, was die Nachtgedanken säten,
in dem Stil von Psychopathen, hemmungslos gerissen,
nahm er für die Knochen Geld von Universitäten.
Eine Vielzahl von Recherchen brachten dann ans Lichte,
was in Mauern des Hotels sich einstmals hat ereignet,
an dem Galgen endete für Holmes dann die Geschichte,
er wurd von der Polizei als ''nett'' und ''lieb'' bezeichnet.
© Fabio Berman
Bild: Pixabay
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Das Gespräch
E.T.A. Hoffmann sprach zu Brecht:
,,Du bist ein ganz ein feiner Hecht.''
Dann sagte Brecht laut lachend: ,,Ernst,
ich möcht', dass du das von mir lernst.''
,,Ich kam dir grade sehr entgegen.''
klang Hoffmann nun etwas verlegen.
,,Ich habe einen eignen Stil,
''Der Sandmann'' war mir Traum und Ziel.''
,,Bist du nicht neidisch?.'' sagte Brecht.
,,Denn meine Worte, die sind echt
und keine Phantasiegeschichten,
die du des Nachts warst stets am Dichten.''
Und Hoffmann nahm vom Mund das Blatt
und sprach zum Brecht: „Paperlapapp,
ich goss den Mond in alle Farben
und machte mir so meinen Namen,
du aber, Berthold, bist verwirrt,
denn Märchen hast du selbst kreiert,
den größten Illusionsroman,
den guten Mensch von Sezuan.''
Darauf kam laut vom Berthold: ,,Prost!''
Sie stießen an mit ihrem Most
und Brecht meinte zu Hoffmann dann,
dass der, wenn er es so besann,
doch wahrlich auch gut schreiben kann.
© Fabio Berman
Bild: Collage aus KI-generiertem Hintergrund
und 2 Pixabay-Bildern
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Hoffnung auf Frieden
Alles was in meiner Macht steht,
möcht’ ich für den Frieden geben.
Dass kein Tag verloren geht,
in meinem stetigen Bestreben,
damit ein Wind der Hoffnung weht.
Hoffnung, du wirst mich tragen.
Wenn ich nicht mehr laufen kann
und wenn ich glaube zu versagen,
weiß ich, du hältst mich dann.
Gibst mir Mut, es doch zu wagen.
Meine Träume eingebrannt,
in Wattewolken ziehen sie
in ein hoffnungsloses Land.
Meine Tränen wie noch nie,
Vergebung hat man sie genannt.
Träume fliegen mit dem Wind.
Kriege, sinnlos, nur Schmerz und Leid.
Meine Tränen sind für jedes Kind.
Für den Frieden endlich bereit,
ob wir das wohl jemals sind?
Hoffnung, du wirst mich tragen.
Wenn ich nicht mehr laufen kann,
und wenn ich glaube zu versagen,
weiß ich, du hältst mich dann.
Gibst mir Mut, es doch zu wagen.
Such’ den Glauben an jedem Tag,
in dieser Zeit verbrannter Erde.
Ein Gedanke, den ich so mag:
Dass Versöhnung, Frieden werde,
Liebe, das ist alles, was ich sag.
Meine Hoffnung verlier ich nicht
denn egal ob ich singe oder male,
oder ich schreibe ein Gedicht.
Meine Waffe bleibt die Liebe,
Hoffnung und ein lächelndes Gesicht.
Hoffnung, du wirst mich tragen.
Wenn ich nicht mehr laufen kann,
und wenn ich glaube zu versagen,
weiß ich, du hältst mich dann.
Gibst mir Mut, es doch zu wagen.
© Astrid Nöll
Bild: Pixabay
Facebookprofil: https://www.facebook.com/astrid.noll
Sie ist auch im Buch „365 Tage Frieden“ zu finden, das es hier gibt:
https://www.kulturkaufhaus.de/de/detail/ISBN-9783930758951/Heins-R%C3%BCdiger/365-Tage-Frieden
Facebookseite „Poesie der Seelenfedern“: https://www.facebook.com/profile.php?id=61579793533309&mibextid=wwXIfr&rdid=WUk10I32GHMusWWJ#
Ihr Buch „Seelenfedern“ gibt es hier: https://shop.tredition.com/search/U2VlbGVuZmVkZXJuIA

Der Charme des Dorfes um 1946
Der zweite Weltkrieg war endlich vorbei,
die Menschen fühlten sich wieder lebendig und frei.
3 große Bauern, 15 Nebenerwerbslandwirte
4 Kolonialläden, Bäcker, Metzger, 4 Gasthäuser
Alle Arten von Handwerk
Bürgermeister, Lehrer, Pfarrer, Gendarm
1 Schule: Klasse 1 bis Klasse 8, Abitur im Nachbarort,
5 Junge Frauen waren Dienstmädchen bei den Bauern.
1 Lehrerin lebte im Zölibat, Lehrerinnen durften nicht heiraten.
Viele Vereine: Gesangverein, Sportverein, Feuerwehr,
Fahrradfreunde, Mandolinenverein, Kyffhäuser, Kegelverein.
Die verheirateten Frauen führten:
den Haushalt, die Kindererziehung, Altenbetreuung, Gartenarbeit,
Landwirtschaft, Viehfütterung, Stallarbeit.
In vielen Haushalten wurde im Winter ein Schwein geschlacht‘,
da hat man Wurst für das ganze Jahr gemacht.
Beim Schlachtkohl aß man schon mit Freunden davon,
man hatte Zeit, denn es gab kein Fernsehen und auch kein Telefon,
kein Internet, keine Emails und kein Handy störten den Tageslauf,
aber man machte für Freunde und Nachbarn alle Türen auf.
Die Dorfstraße war für uns Kindern Spielplatz und Schlittenbahn,
weil wir die zwei Autos im Dorf schon von Weitem sahn.
In den Gärten wuchsen Gemüse und bunte Blüten,
ich musste damals auf der Dorfwiese die Gänse hüten.
Der Charme vom Dorfleben ist schon lange vergangen,
jetzt muss man um die Dorfgemeinschaft bangen.
Die Geschäfte von früher sind geschlossen und leer
und Handwerker findest du im Dorf auch nicht mehr.
Ich geh durchs Dorf, die grauen Vorgärten sind aus Stein,
unterwegs treffe ich keinen, ich bin allein.
Die Autos fahren an mir vorbei, jeder hebt die Hand,
doch durch die getönten Scheiben habe ich keinen erkannt.
Da ist noch das Treffen für die Senioren im Generationshaus,
doch viele Senioren wohnen nicht mehr zu Haus.
Die Alte-Zeit-Gedanken vergehen so schnell wie Schaum,
ist das die Wahrheit oder war es nur ein Traum.
© Thea Küch (Text und Bilder)
Facebookprofil: https://www.facebook.com/thea.kuch

Zum Jahreswechsel 2025/26
Die Glocken läuten Bim-Bam-Bumm.
Das Jahr endet mit viel Krawumm.
Die Menschen in den Straßen und Gassen
können Unmut und Hoffnung kaum fassen.
Es knallen die Korken, es rieselt Konfetti.
Nichts ist in Ordnung, nichts ist paletti!
© Olaf Lüken
Bilder: Pixabay
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Abschied von 2025
2025 geht in diesen Tagen zu Ende,
für manchen Menschen kommt dann die Wende.
Krieg, Flucht, Umweltkrisen und Streit
machten sich auch in Deutschland breit.
365 Tage waren mit Tiefen und Höhen bestückt,
es gab tiefe Trauer aber auch Großes ist geglückt.
Mancher hat durch Krankheit sein Liebstes verloren,
bei anderen ist in dem Jahr Nachwuchs geboren.
Lasst uns heute zufrieden nach vorne sehen
und gemeinsam durch das nächste Jahr gehen.
Im Wechsel gab es 2025 Lächeln und auch Tränen,
doch die Hoffnung auf Frieden bleibt unser größtes Sehnen.
© Thea Küch
Bilder: Pixabay
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Give Peace A Chance
Gewohnheiten abhanden
Institutionen erschüttert
Vieles durcheinander gewirbelt
Entsetzen über Risse um sich greift
Probleme verkannt
Erkenntnisse schöngefärbt
Ausnahme als Dauerware
Corona nicht einziges Problem
Einsicht, sag adieu dem Vertagen
Aufwachen in einer neuen Zeit!
Colorit unserer Zukunft
Halluzination aus der Vergangenheit?
Alltag nicht mehr erkennbar
Normales, Liebgewonnenes fern entrückt
Chancen im Unbekannten erspüren
Ein Hoffnungsschimmer nie erlischt!
© Andreas Lukas
Bilder: Pixabay
Buchcover: Andreas Lukas
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Als ich Kind war …
Fernsehen, Telefon, Handy und PC,
das gab es nicht, wenn ich in die Vergangenheit seh'.
Unsere Spielplätze waren Höfe, Dorfstraßen, Bäche und Wiesen,
so konnten wir unsere Freiheit in der herrlichen Natur genießen.
Brennball und Hüpfkästchen spielten wir auf den Straßen,
die waren noch nicht geteert, man konnte durch die Pfützen rasen.
Es gab nur zwei Autos im Dorf, die hat man schon von Weitem gehört,
die haben uns beim Fußballspielen überhaupt nicht gestört.
Zum Seilhüpfen hatte jeder lange Stricke im Stall oder im Haus,
meine Mutter brachte zum Hüpfen das Leitseil der Kuh hinaus.
Am Bach schickten wir die gebastelten Rindenschiffchen ins Meer
und wir liefen barfuß durch den Bach bis zum Nachbarort hinterher.
Kaulquappen fingen wir, Mutter hat uns ein Einweckglas gegeben,
denn wir wollten die Froschentwicklung hautnah miterleben.
Aus Gänseblümchen flochten wir Kränze und bewarfen uns mit Kletten,
vor den bösen Buben mussten wir uns zu Oma ins Haus retten.
Wir liefen durchs ganze Dorf, haben uns in zwei Banden aufgeteilt,
da war ich schnell, habe mich beim Fangen und Suchen beeilt.
Meine Kindheit war, im Nachhinein betrachtet, wie ein Traum,
dass ich damals ohne Handy überlebte, das glaubt man heute kaum.
© Thea Küch (Text und Bilder)
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Die Heiligen Drei Könige
Drei Könige aus dem Morgenland
pilgerten nach Bethlehem.
Einen König zu ehren, schuf ihr Band.
Der Juden Haupt, wie angenehm.
Gold, Weihrauch und Myrrhe gaben sie.
Vor dem Knaben ging's auf die Knie.
Der Könige Knochen kamen nach Mailand*,
wo Bischof Eustorgios eine Stätte fand.
Barbarossa bekriegte später die Stadt,**
wo er die Gebeine an sich genommen hat.
Frei von Rhetorik, frei von Gequassel,
die Reliquien gingen an Rainald von Dassel.***
Der schenkte sie für ´nen Gotteslohn
an die Stadt Köln, für deren Dom***
Was die Gläubigen heut' gar nicht erbaut.
Ein Kaiser hatte einst die Knochen geklaut.
© Olaf Lüken
* Im 4. Jahrhundert (von Konstantinopel nach Mailand)
** 1162 n.Chr. Mailand gehörte zum Hohenstauferreich.
*** Erzbischof Rainald von Dassel (1114/20-1167)
**** Kölner Dom hieß zu dieser Zeit Sankt Peter.
Grundsteinlegung des jetzigen Kölner Doms: 1248
Bilder: Pixabay
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Die Stadt
Tausend leere Augen starren
wie in Trance an mir vorbei,
auf den Straßen rauschen Karren
hektisch und ein lauter Schrei
klirrt heraus aus einem von den
tausend Mündern in der Stadt,
keine Körper, die sich umdreh'n,
und der Himmel schimmert matt.
Wolken decken alle Lichter
und der Wind ist komisch still
und die tausend Menschgesichter
suchen für sich ein Ventil.
Kaum schenkt man der Welt Beachtung
oft schaut man aufs Telefon,
Ausgrenzung und auch Verachtung
ist des Schwachen stiller Lohn.
Niemand, der sich traut zu träumen,
jeder kämpft für sich allein
und die Freuden, die einst schäumten,
sind für Tausend nur noch klein.
Nur noch ein paar schwarze Streifen
seh ich von dem Fenster aus,
welche stets nach Schmerzen greifen,
so scheint's mir vom hohen Haus.
Und so ist es auf den Straßen
und so ist es in der Stadt,
Tausend wollen nur noch schlafen
und der Himmel schimmert matt.
© Fabio Berman
Bild: Pixabay
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Bei Poetry.de unter dem Namen Travis Beamer^^: https://www.poetry.de/
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Auf der Kirmes
Als Kind fand ich jeden Jahrmarkt wunderschön,
dann durfte ich mit meinen Eltern zur Kirmes gehen.
Von Weitem habe ich die lustige Musik schon gehört,
mich hat die Lautstärke damals nicht gestört.
Da stand ein Clown, der hielt mit Helium gefüllte Ballons in der Hand,
dass die ganz hochfliegen können, das war mir bekannt.
Von den bunten Luftballons war ich ganz entzückt,
da habe ich 2 Mark Taschengeld schnell rausgerückt.
Fest hielt ich die Ballons, sie waren jetzt mein,
doch da fiel mir plötzlich etwas Besonderes ein.
Sie durften sofort hoch in den Himmel fliegen,
die bunten Ballons sollte mein Schutzengel kriegen.
Sie stiegen langsam der leuchtenden Sonne entgegen,
ich lief ihnen nach auf den holprigen Wegen.
Gleich sind sie hinter den dichten Wolken verschwunden
und mein Schutzengel hat meinen herrlichen Gruß gefunden.
Meine Mutter wollte damals den bunten Ballons nachlaufen,
doch mein Vater wollte mir gleich zwei neue kaufen.
© Thea Küch
Bild: Montage aus Pixabay-Bildern
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